Übungsabend Jugendfeuerwehr: 20 Ideen für Praxis und Abwechslung
„Och nö, schon wieder Löschangriff!" Wer diesen Satz schon mal gehört hat, weiß: Es ist Zeit für frischen Wind. Jugendliche konkurrieren mit YouTube, TikTok, Gaming und dutzenden anderen Hobbys um ihre Freizeit. Nur wenn der Übungsabend spannend und abwechslungsreich ist, kommen sie gerne wieder. Gerade in der Jugendfeuerwehr ist Abwechslung der Schlüssel zur Mitgliederbindung.
Hier kommen 20 erprobte Ideen mit Ablaufplänen, Materiallisten und Lernzielen, sortiert nach vier Kategorien. Nehmt euch, was zu eurer JF passt, wandelt es ab und macht es zu eurem eigenen Ding.
Die 4 Kategorien: Für jeden Abend das Richtige
Ein gut durchmischter JF-Jahresplan lebt von der Abwechslung. Wer nur Feuerwehrtechnik macht, verliert die Sportbegeisterten. Wer nur spielt, bildet nicht aus. Die folgende Verteilung hat sich in der Praxis bewährt und deckt gleichzeitig die Inhalte ab, die für die Jugendflamme Stufen 1 bis 3 und die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr relevant sind:
| Kategorie | Anteil im Jahresplan | Beispiele | Beste Jahreszeit |
|---|---|---|---|
| Feuerwehrtechnik | 40 % | Löschangriff, TH, Atemschutz-Theorie, Gerätekunde | Ganzjährig |
| Allgemeinwissen | 20 % | Erste Hilfe, Kartenkunde, Gefahrgut-Theorie | Herbst/Winter |
| Sport & Spiel | 20 % | Staffelläufe, Wasserspiele, Parcours | Frühling/Sommer |
| Teambuilding | 20 % | Escape-Room, Kochen, Planspiel, Nachtübung | Ganzjährig |
Kategorie 1: Feuerwehrtechnik (8 Ideen)
Idee 1: Löschangriff als Teamwettbewerb
Löschangriff, aber diesmal als Wettbewerb. Wenn aus der Pflichtübung plötzlich ein Wettkampf wird, packt selbst die Genervtesten der Ehrgeiz. Der Löschangriff nach FwDV 3 gehört zu den Kernübungen der JF-Ausbildung und ist eine der fünf Disziplinen der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 12–17 Jahre |
| Dauer | 90 Minuten |
| Material | C-Schläuche, Strahlrohre, Verteiler, Standrohr, Stoppuhr |
| Lernziel | Löschangriff nach FwDV 3, Geschwindigkeit, Teamarbeit |
| Jahreszeit | Frühling/Sommer |
Ablauf:
- Aufwärmen: Schläuche ausrollen und aufrollen auf Zeit (10 Min)
- Theorie: Rollen im Löschangriff besprechen (10 Min)
- Praxis: Löschangriff in 3er-Trupps üben (30 Min)
- Wettbewerb: Gruppen treten gegeneinander an, Zeitmessung (30 Min)
- Auswertung: Fehleranalyse und Bestzeiten notieren (10 Min)
Tipp: Dokumentiert die Zeiten von Woche zu Woche, so sehen eure Jugendlichen den eigenen Fortschritt. Das motiviert und ist gleichzeitig die beste Vorbereitung auf Wettbewerbe.
Idee 2: Technische Hilfeleistung – Verkehrsunfall simulieren
Wenige Dinge sind für Jugendliche so beeindruckend wie hydraulisches Rettungsgerät in Aktion. Wenn die aktiven Kameraden Spreizer und Schere am Schrottauto vorführen, wird es mucksmäuschenstill.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 14–17 Jahre |
| Dauer | 120 Minuten |
| Material | Übungsfahrzeug (Schrottauto), Spreizer, Schere (Demo durch Aktive), Unterbaumaterial |
| Lernziel | TH-Grundlagen, Patientenbetreuung, Absicherung |
| Jahreszeit | Ganzjährig |
Ablauf:
- Theorie: Einsatzablauf VU (Absichern, Erkunden, Retten) (20 Min)
- Demo: Aktive Kameraden zeigen hydraulisches Rettungsgerät (20 Min)
- Praxis: Jugendliche üben Absicherung, Unterbau, Patientenbetreuung (40 Min)
- Planspiel: Einsatzlage nachbesprechen (20 Min)
- Aufräumen und Geräte zurücklegen (20 Min)
Idee 3: Fahrzeugkunde als Quiz-Show
Geräte benennen und Fahrzeugtypen auswendig lernen klingt staubtrocken, nicht aber als Quiz-Show. Stellt einen Buzzer auf den Tisch, holt kleine Preise aus der Tasche, und schon habt ihr eine heiß umkämpfte Runde Fahrzeugkunde.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 60 Minuten |
| Material | Buzzer oder Klingel, Fragenkarten, kleine Preise |
| Lernziel | Fahrzeugtypen, Beladung, Geräte erkennen und benennen |
| Jahreszeit | Herbst/Winter (drinnen) |
Ablauf:
- Teams bilden (3–4 Personen pro Team) (5 Min)
- Runde 1 – Bilderrunde: Fahrzeugbilder zeigen, Teams benennen Typ (15 Min)
- Runde 2 – Praxis: „Holt das Strahlrohr/den Verteiler aus dem LF" – Staffel (15 Min)
- Runde 3 – Schätzfragen: „Wie viel Wasser hat das TLF?", „Wie lang ist ein C-Schlauch?" (15 Min)
- Siegerehrung mit Preisen (10 Min)
Idee 4: Knotenkunde mit Wettbewerb
Knoten sind das Einmaleins der Feuerwehr, fummelig genug, um als Wettbewerb zu funktionieren. Besonders lustig wird es, wenn am Ende die Handschuhe rauskommen. Für die Jugendflamme Stufe 1 müssen Jugendliche einfache Knoten und Stiche einwandfrei vorführen können. Dieser Übungsabend schafft genau diese Grundlage.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 60 Minuten |
| Material | Leinen, Karabiner, Holzpflöcke, Stoppuhr |
| Lernziel | Mastwurf, Zimmermannsschlag, Kreuzknoten, Halbschlag |
| Jahreszeit | Ganzjährig |
Ablauf:
- Wiederholung: Knoten am Übungsgestell vormachen und üben (20 Min)
- Stationentraining: Jede Station ein Knoten, 3 Minuten pro Station (20 Min)
- Knoten-Staffel: Teams binden alle Knoten auf Zeit (15 Min)
- Bonus: Knoten mit Handschuhen oder verbundenen Augen (5 Min)
Idee 5: Funkübung mit Schnitzeljagd
Funken lernen am Tisch ist trocken. Funken lernen auf einer Schnitzeljagd durchs Gelände sieht ganz anders aus. Wenn Hinweise nur per Funk übermittelt werden und die Buchstabiertafel plötzlich über Sieg oder Niederlage entscheidet, bleibt das Gelernte hängen.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 12–17 Jahre |
| Dauer | 90 Minuten |
| Material | Funkgeräte (2–4 Stück), Fragekarten, Karte des Übungsgeländes |
| Lernziel | Funkdisziplin, Buchstabiertafel, Lagemeldung, Orientierung |
| Jahreszeit | Frühling/Sommer |
Ablauf:
- Theorie: Funkregeln, Buchstabiertafel, Funkrufnamen (15 Min)
- Praxis: Übungsfunksprüche am Tisch (10 Min)
- Schnitzeljagd: Gruppen bekommen per Funk Hinweise, finden Stationen, melden per Funk zurück (50 Min)
- Auswertung: Welche Gruppe war am schnellsten und hatte die besten Funksprüche? (15 Min)
Idee 6: Atemschutz-Theorie und Finnentest-Vorbereitung
Für die Älteren in eurer JF gibt es kaum etwas Spannenderes als die Frage: Wie ist das eigentlich mit dem Atemschutz? Dieser Übungsabend kombiniert die Theorie hinter dem Pressluftatmer mit einem Mini-Finnentest, ein konkreter Vorgeschmack auf das, was nach der Übernahme kommt. Wichtig: Das Anlegen des PA durch Jugendliche ist hier nur als Demo-Element vorgesehen. Einsatzmäßiger Atemschutzeinsatz durch JF-Mitglieder ist nicht zulässig.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 15–17 Jahre |
| Dauer | 90 Minuten |
| Material | Pressluftatmer (Demo), Flipchart, Stoppuhr, Sportmatte |
| Lernziel | Atemschutz-Grundlagen, Fitness, Belastbarkeit |
| Jahreszeit | Ganzjährig |
Ablauf:
- Theorie: Wie funktioniert ein Pressluftatmer? Voraussetzungen (G26.3) (20 Min)
- Demo: PA anlegen und erklären (kein Einsatz durch Jugendliche) (15 Min)
- Fitness: Mini-Finnentest als Vorbereitung (Treppen steigen, Schlauch tragen, Leiter steigen) (40 Min)
- Besprechung: Was kommt beim Atemschutzlehrgang auf euch zu? (15 Min)
Idee 7: Wasserförderung über lange Wegstrecke
Sommer, Sonne, Wasser, und dabei noch was lernen. Die Wasserförderung über lange Strecke zeigt eindrucksvoll, wie die Physik hinter dem Druckverlust in der Praxis wirkt. Wenn am Ende tatsächlich Wasser aus dem Strahlrohr kommt, sind alle stolz.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 12–17 Jahre |
| Dauer | 120 Minuten |
| Material | Tragkraftspritze (TS), B- und C-Schläuche, offenes Gewässer oder Hydrant |
| Lernziel | Wasserversorgung aufbauen, Druckverlust verstehen |
| Jahreszeit | Sommer |
Ablauf:
- Theorie: Druckverlust, Förderstrecke, Pumpenleistung (15 Min)
- Aufbau: Lange Schlauchleitung vom Gewässer zum Übungsziel (30 Min)
- Praxis: Wasser fördern, Drücke kontrollieren, Probleme lösen (45 Min)
- Zusammen aufräumen und Schläuche waschen (30 Min)
Idee 8: Einsatznachbesprechung mit echten Einsätzen
Echte Einsätze faszinieren Jugendliche mehr als jede Theoriestunde. Nehmt einen realen Einsatzbericht, selbstverständlich anonymisiert, lasst eure Jugendlichen die Lage einschätzen und diskutiert gemeinsam, was gut lief und was hätte besser laufen können.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 14–17 Jahre |
| Dauer | 60 Minuten |
| Material | Beamer, Einsatzberichte (anonymisiert), Lagekarten |
| Lernziel | Taktisches Denken, Einsatzablauf, Fehleranalyse |
| Jahreszeit | Herbst/Winter (drinnen) |
Ablauf:
- Einsatzbericht vorstellen: Was ist passiert? (10 Min)
- Lagekarte zeichnen lassen (15 Min)
- Diskussion: Was lief gut? Was hätte besser laufen können? (20 Min)
- Fazit: Was können wir daraus für unsere Ausbildung lernen? (15 Min)
Kategorie 2: Allgemeinwissen (4 Ideen)
Idee 9: Erste-Hilfe-Rallye mit realistischen Szenarien
Stabile Seitenlage und Druckverband kennt jeder. Aber wie reagieren eure Jugendlichen, wenn plötzlich ein „Verletzter" mit realistisch geschminkter Wunde vor ihnen liegt und um Hilfe ruft? Die Erste-Hilfe-Rallye macht aus trockener Theorie ein echtes Erlebnis. Für die Jugendflamme Stufe 3 ist ein abgeschlossener Erste-Hilfe-Lehrgang Pflichtvoraussetzung, dieser Übungsabend ist eine gute Vorbereitung darauf.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 90 Minuten |
| Material | Verbandmaterial, Übungspuppe, Schminke für Wunden, Stationskarten |
| Lernziel | Stabile Seitenlage, HLW, Druckverband, Schocklage |
| Jahreszeit | Ganzjährig |
Ablauf:
- Auffrischung: Wichtigste Handgriffe wiederholen (15 Min)
- 5 Stationen mit realistischen Szenarien: Fahrradunfall, Verbrennung, Bewusstlosigkeit, Kreislaufstillstand, allergische Reaktion (60 Min, je 12 Min)
- Auswertung: Punkte, Feedback, häufige Fehler (15 Min)
Kooperation: Ladet den Rettungsdienst oder das DRK ein. Externe Referenten bringen frische Perspektiven mit und machen den Abend glaubwürdig.
Idee 10: Kartenkunde und Orientierung
Wann habt ihr das letzte Mal eine Papierkarte in der Hand gehalten? Eure Jugendlichen wahrscheinlich noch nie. Wenn am Ende ein Orientierungslauf durch den Wald auf dem Programm steht, vergessen alle, dass sie gerade Ausbildungsthemen durcharbeiten.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 12–17 Jahre |
| Dauer | 90 Minuten |
| Material | Topografische Karten, Kompass, GPS-Gerät, Aufgabenzettel |
| Lernziel | Karten lesen, Koordinaten bestimmen, Orientierung im Gelände |
| Jahreszeit | Frühling/Herbst |
Ablauf:
- Theorie: Kartenzeichen, Maßstab, Koordinatensystem (20 Min)
- Übung am Tisch: Punkte auf der Karte finden (15 Min)
- Praxis draußen: Orientierungslauf mit Karte und Kompass (40 Min)
- Auswertung: Wer hat alle Punkte gefunden? (15 Min)
Idee 11: Gefahrgut-Grundlagen – Erkennen und Handeln
Orangefarbene Warntafeln, Gefahrzettel, Kemler-Zahlen, das klingt erst mal kompliziert. Richtig spannend wird es, wenn ihr ein Planspiel daraus macht: „Ein LKW mit Gefahrgut steht auf der Bundesstraße. Was tun?" Plötzlich wollen alle die GAMS-Regel wissen.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 14–17 Jahre |
| Dauer | 60 Minuten |
| Material | Gefahrguttafeln (Übungsschilder), GAMS-Poster, Nachschlagewerk |
| Lernziel | Gefahrgut erkennen, Kennzeichnung verstehen, GAMS-Regel |
| Jahreszeit | Herbst/Winter (drinnen) |
Ablauf:
- Theorie: Gefahrzettel, Warntafeln, Gefahrenklassen (20 Min)
- Übung: Gefahrtafeln zuordnen und interpretieren (15 Min)
- Planspiel: Einsatzlage „Gefahrgut-LKW" – GAMS anwenden (20 Min)
- Quiz: 10 Fragen zum Thema (5 Min)
Idee 12: UVV und Sicherheit – die Regeln, die uns schützen
UVV-Unterweisung steht nicht gerade oben auf der Beliebtheitsskala. Wenn ihr aber Fotos mit typischen Fehlern zeigt und eure Jugendlichen „Was ist hier falsch?" spielen dürfen, wird auch dieses Pflichtthema lebendig.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 45 Minuten |
| Material | UVV-Poster, PSA (Helm, Jacke, Handschuhe, Stiefel), Bilder von Fehlern |
| Lernziel | Unfallverhütung, PSA-Pflicht, Verhalten im Gerätehaus |
| Jahreszeit | Ganzjährig |
Ablauf:
- Bilderrunde: „Was ist hier falsch?" – Fotos mit typischen Fehlern zeigen (15 Min)
- PSA-Check: Schutzausrüstung anlegen, richtige Reihenfolge üben (15 Min)
- Diskussion: Warum sind die Regeln wichtig? Eigene Erfahrungen teilen (15 Min)
Kategorie 3: Sport & Spiel (4 Ideen)
Idee 13: Wasserspiele-Olympiade
Der Sommer-Klassiker. Sobald die Schläuche unter Wasser stehen und die Sonne scheint, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Plant mindestens 120 Minuten ein, freiwillig geht da niemand früher.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 120 Minuten |
| Material | D- und C-Schläuche, Eimer, Dosen, Schwämme, Wasserpistolen |
| Lernziel | Umgang mit wasserführenden Armaturen, Teamarbeit |
| Jahreszeit | Sommer |
Disziplinen, die sich bei vielen Jugendfeuerwehren bewährt haben:
| Disziplin | Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
| Zielspritzen | Dosen mit D-Schlauch umspritzen (3 Versuche) | 1–10 |
| Eimer-Staffel | Wasser mit Eimern über Hindernisse transportieren | 1–10 |
| Schwamm-Wurf | Nassen Schwamm in Eimer werfen (Entfernung steigern) | 1–10 |
| Schlauch-Puzzle | Schlauchleitung aufbauen auf Zeit | 1–10 |
| Wasserball-Fangen | Im Kreis Wasserball zuwerfen (wer ihn fallen lässt, scheidet aus) | 1–10 |
Idee 14: Feuerwehr-Parcours auf Zeit
Schnell PSA anlegen, durch den Slalom sprinten, über die Bank balancieren und am Ende noch zielsicher einen Sandsack werfen. Der Feuerwehr-Parcours kombiniert Fitness und Feuerwehrwissen in einem Format, das sich von selbst erklärt.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 60 Minuten |
| Material | Pylonen, Reifen, Bänke, Helm, Jacke, Handschuhe, Stoppuhr |
| Lernziel | Fitness, Geschicklichkeit, schnelles Ankleiden |
| Jahreszeit | Ganzjährig |
Stationen:
- PSA anlegen (Helm, Jacke, Handschuhe)
- Slalom durch Pylonen
- Durch Reifen klettern
- C-Schlauch ausrollen
- Über Bank balancieren
- Sandsäcke werfen (Zielwurf)
- Sprint zum Ziel
Idee 15: Völkerball „Feuerwehr-Edition"
Völkerball kennt jeder, aber in der Feuerwehr-Edition gibt es eine Besonderheit: Wer abgeworfen wird, muss eine Feuerwehr-Frage beantworten, um wieder mitspielen zu dürfen. „Was bedeutet TLF?" oder „Welcher Knoten ist der Mastwurf?", plötzlich wird Völkerball zum Wissensquiz.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 45 Minuten |
| Material | Weiche Bälle, Spielfeld |
| Lernziel | Bewegung, Reaktion, Teamplay |
| Jahreszeit | Ganzjährig (Turnhalle oder draußen) |
Idee 16: Staffellauf „Einsatzalarm"
Kurz, knackig und garantiert laut: Beim Staffellauf „Einsatzalarm" zieht der Erste PSA an, sprintet zur Markierung, kommt zurück, zieht PSA aus, dann ist der nächste dran. Perfekt als Aufwärmer oder Abschluss eines Übungsabends.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 30 Minuten |
| Material | Helm, Jacke, Handschuhe (pro Team), Stoppuhr |
| Lernziel | Schnelles Reagieren, Ankleiden, Teamgeist |
| Jahreszeit | Ganzjährig |
Ablauf: Teams stehen in Reihe. Auf „Alarm!" zieht der Erste PSA an, rennt zur Markierung, kommt zurück, zieht PSA aus, Nächster ist dran. Schnellstes Team gewinnt.
Kategorie 4: Teambuilding (4 Ideen)
Idee 17: Escape-Room „Feuerwehr-Edition"
Ein Escape-Room im Gerätehaus klingt nach Aufwand, lohnt sich aber. Mit ein paar Zahlenschlössern, Rätselkarten und Feuerwehr-Bezug schafft ihr einen Abend, von dem eure Jugendlichen noch Wochen später erzählen. Das Bildungsprogramm der Deutschen Jugendfeuerwehr empfiehlt ausdrücklich Methoden, die feuerwehrtechnische Inhalte mit allgemeiner Jugendarbeit verknüpfen.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 12–17 Jahre |
| Dauer | 90 Minuten |
| Material | Schlösser, Rätselkarten, Hinweise, Funkgeräte, Zahlencodeschlösser |
| Lernziel | Problemlösung, Teamarbeit, Feuerwehr-Wissen unter Druck |
| Jahreszeit | Herbst/Winter (drinnen) |
Beispiel-Rätsel:
- Funkrufnamen entschlüsseln, die einen Zahlencode ergeben
- Geräte anhand von Beschreibungen identifizieren
- Einsatzcode aus Alarmstichwörtern zusammensetzen
- Knoten binden, um einen Schlüssel zu erreichen
- Quiz-Fragen beantworten, deren Buchstaben das Lösungswort ergeben
Idee 18: Nachtübung mit Orientierungslauf
Eine Nachtübung hat etwas Besonderes. Alles sieht anders aus, die Taschenlampen flackern, das Funkgerät knistert. So entstehen Erinnerungen, die bleiben.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 12–17 Jahre |
| Dauer | 120 Minuten |
| Material | Taschenlampen, Funkgeräte, Stationskarten, Leuchtmarkierungen |
| Lernziel | Orientierung im Dunkeln, Funkdisziplin, Zusammenhalt |
| Jahreszeit | Herbst/Winter (ab 17 Uhr dunkel) |
Ablauf:
- Einweisung: Sicherheitsregeln, Gruppen bilden, Funkgeräte verteilen (15 Min)
- Marsch: Gruppen folgen Leuchtmarkierungen, finden Stationen, lösen Aufgaben (60 Min)
- Sammelplatz: Alle Gruppen treffen sich am Ziel (15 Min)
- Warmes Getränk und Nachbesprechung am Lagerfeuer (30 Min)
Wichtig: Eltern vorab informieren, Einverständniserklärung einholen, Betreuerschlüssel erhöhen (1:4), Mobiltelefon für Notfälle mitführen.
Idee 19: Gemeinsam Kochen im Gerätehaus
Kochen im Gerätehaus hat alles, was einen guten Übungsabend ausmacht: Teamwork, praktische Aufgaben und am Ende steht ein konkretes Ergebnis auf dem Tisch. Verbindet ihr das Ganze mit dem Thema „Verpflegung bei Großeinsätzen", ist sogar der fachliche Aspekt abgedeckt.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 10–17 Jahre |
| Dauer | 90 Minuten |
| Material | Kochzutaten, Gulaschkanone oder Grill, Geschirr |
| Lernziel | Gemeinschaft, Zusammenarbeit, Verpflegung bei Einsätzen |
| Jahreszeit | Ganzjährig |
Ideen: Gulaschkanone nutzen (falls vorhanden), Feuerwehr-Burger grillen, Pizza-Abend (jeder belegt selbst), Stockbrot am Lagerfeuer.
Tipp: Denkt an vegetarische und vegane Optionen, in jeder Gruppe gibt es unterschiedliche Ernährungsweisen.
Idee 20: Planspiel „Einsatzleitung"
Einmal selbst Einsatzleiter sein: Beim Planspiel übernehmen eure JF-Mitglieder die taktische Führung, Kräfte einteilen, Maßnahmen festlegen, Nachalarmierung entscheiden. Das schult taktisches Denken und macht gleichzeitig richtig Spaß, wenn verschiedene Teams ihre Lösungen vergleichen.
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Altersgruppe | 14–17 Jahre |
| Dauer | 60 Minuten |
| Material | Lagekarte, Spielfiguren, Einsatzszenarien (ausgedruckt), Timer |
| Lernziel | Taktisches Denken, Entscheidungsfindung, Führung |
| Jahreszeit | Herbst/Winter (drinnen) |
Ablauf:
- Szenario vorstellen: Gebäudebrand, VU auf Autobahn, Hochwasserlage (10 Min)
- Teams als Einsatzleitung: Kräfte einteilen, Maßnahmen festlegen, Nachalarmierung entscheiden (25 Min)
- Präsentation: Jedes Team stellt seine Lösung vor (15 Min)
- Auflösung: Was wurde real gemacht? Vergleich und Diskussion (10 Min)
Übersicht: Alle 20 Ideen auf einen Blick
| # | Idee | Kategorie | Alter | Dauer | Jahreszeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Löschangriff als Wettbewerb | Technik | 12–17 | 90 Min | Fr/So |
| 2 | TH – Verkehrsunfall | Technik | 14–17 | 120 Min | Ganzjährig |
| 3 | Fahrzeugkunde-Quiz | Technik | 10–17 | 60 Min | He/Wi |
| 4 | Knotenkunde-Wettbewerb | Technik | 10–17 | 60 Min | Ganzjährig |
| 5 | Funkübung mit Schnitzeljagd | Technik | 12–17 | 90 Min | Fr/So |
| 6 | Atemschutz-Theorie + Finnentest | Technik | 15–17 | 90 Min | Ganzjährig |
| 7 | Wasserförderung lange Strecke | Technik | 12–17 | 120 Min | Sommer |
| 8 | Einsatz-Nachbesprechung | Technik | 14–17 | 60 Min | He/Wi |
| 9 | Erste-Hilfe-Rallye | Wissen | 10–17 | 90 Min | Ganzjährig |
| 10 | Kartenkunde + Orientierung | Wissen | 12–17 | 90 Min | Fr/He |
| 11 | Gefahrgut-Grundlagen | Wissen | 14–17 | 60 Min | He/Wi |
| 12 | UVV und Sicherheit | Wissen | 10–17 | 45 Min | Ganzjährig |
| 13 | Wasserspiele-Olympiade | Sport | 10–17 | 120 Min | Sommer |
| 14 | Feuerwehr-Parcours | Sport | 10–17 | 60 Min | Ganzjährig |
| 15 | Völkerball Feuerwehr-Edition | Sport | 10–17 | 45 Min | Ganzjährig |
| 16 | Staffellauf „Einsatzalarm" | Sport | 10–17 | 30 Min | Ganzjährig |
| 17 | Escape-Room Feuerwehr | Team | 12–17 | 90 Min | He/Wi |
| 18 | Nachtübung | Team | 12–17 | 120 Min | He/Wi |
| 19 | Gemeinsam Kochen | Team | 10–17 | 90 Min | Ganzjährig |
| 20 | Planspiel Einsatzleitung | Team | 14–17 | 60 Min | He/Wi |
Muster-Jahresplan: 24 Übungsabende (14-tägig)
Wie könnte ein komplettes Jahr aussehen? Hier ein Vorschlag, den ihr an eure Gegebenheiten anpassen solltet. Kein Monat sollte nur aus Technik oder nur aus Spaß bestehen.
| Monat | Übung 1 | Übung 2 |
|---|---|---|
| Januar | Fahrzeugkunde-Quiz (#3) | Planspiel Einsatzleitung (#20) |
| Februar | Erste-Hilfe-Rallye (#9) | Knotenkunde-Wettbewerb (#4) |
| März | UVV und Sicherheit (#12) | Atemschutz-Theorie (#6) |
| April | Feuerwehr-Parcours (#14) | Funkübung mit Schnitzeljagd (#5) |
| Mai | Löschangriff-Wettbewerb (#1) | Kartenkunde + Orientierung (#10) |
| Juni | Wasserspiele-Olympiade (#13) | TH Verkehrsunfall (#2) |
| Juli | Wasserförderung (#7) | Gemeinsam Kochen (#19) |
| August | Sommerpause / Zeltlager | – |
| September | Staffellauf Einsatzalarm (#16) | Gefahrgut-Grundlagen (#11) |
| Oktober | Nachtübung (#18) | Einsatz-Nachbesprechung (#8) |
| November | Escape-Room (#17) | Völkerball Feuerwehr (#15) |
| Dezember | Gemeinsam Kochen (#19) | Jahresabschlussfeier |
Tipps für die Umsetzung
Jugendliche einbinden
Die beste Motivation entsteht, wenn eure Jugendlichen mitbestimmen dürfen. Fragt regelmäßig nach Wünschen, lasst die Älteren Teile der Übung selbst planen und durchführen, und holt nach jedem Abend kurzes Feedback ein. Wer Verantwortung übernehmen darf, kommt motivierter zum nächsten Mal. Mehr dazu, wie ihr das pädagogisch sinnvoll aufbaut, findet ihr im Artikel zur Jugendarbeit und Pädagogik.
Vorbereitung ist alles
Ein chaotischer Abend, bei dem erst mal 20 Minuten Material gesucht wird, killt jede Motivation. Erstellt einen Zeitplan inklusive Auf- und Abbau, legt das Material am Vortag bereit, und haltet immer einen Plan B für schlechtes Wetter parat. Brieft euer Betreuerteam vorher: Wer macht was?
Dokumentation nicht vergessen
Haltet jede Übung kurz fest: Thema, Teilnehmer, Dauer, was gut lief, was ihr ändern würdet. Am Jahresende habt ihr eine vollständige Ausbildungsstatistik und wisst genau, welche Formate bei eurer JF ankommen. Praktisch: Ein gutes Feuerwehrverwaltungsprogramm erledigt das in wenigen Klicks und spart euch vor der nächsten Jahresplanung viel Sucherei.
Bezug zur Jugendflamme und Leistungsspange
Plant ihr die Übungsabende so, dass sie Inhalte der Jugendflamme Stufe 1 (Knoten, Armaturen, Notruf), Stufe 2 (Fahrzeugkunde, Standrohre, Schläuche) und Stufe 3 (Erste Hilfe, Wasserübungen) abdecken, schafft ihr nebenbei eine solide Vorbereitung auf diese Auszeichnungen. Wer die Jugendfeuerwehr neu gründet oder nach langer Pause wieder aufbaut, kann sich an diesem Jahresplan gut orientieren.
Macht Fotos von euren Übungsabenden (mit Einwilligung!) und teilt Highlights auf den Social-Media-Kanälen eurer Feuerwehr. Das zeigt der Öffentlichkeit, wie attraktiv die JF ist, und ist die beste Werbung für neue Mitglieder.
Häufige Fragen
Wie oft sollten Jugendfeuerwehr-Übungsabende stattfinden?
Üblich sind Übungsabende im Zwei-Wochen-Rhythmus, viele Wehren treffen sich auch wöchentlich. Wichtiger als die Frequenz ist die Verlässlichkeit: ein fester Wochentag und ein im Voraus veröffentlichter Jahresplan sorgen für planbare Teilnahme.
Wie stellt man ein abwechslungsreiches Jahresprogramm zusammen?
Bewährt hat sich eine Mischung aus Feuerwehrtechnik, Allgemeinwissen (Erste Hilfe, Kartenkunde), Sport und Spiel sowie Teambuilding. Wer die Themen über das Jahr verteilt und saisonal plant (z. B. Wasserdienst im Sommer, Theorie im Winter), hält die Spannung hoch und deckt zugleich die Anforderungen für Jugendflamme und Leistungsspange ab.
Worauf muss man bei der technischen Ausbildung in der JF achten?
Die feuerwehrtechnische Ausbildung orientiert sich an der FwDV 3, muss aber altersgerecht und sicher gestaltet sein. Im Vordergrund stehen Üben, Verstehen und Spaß, nicht Leistungsdruck. Schutzausrüstung und Aufsicht sind bei allen praktischen Übungen Pflicht.
Fazit
20 Ideen, 4 Kategorien, ein ganzes Jahr Abwechslung. Technische Ausbildung nach FwDV 3, Erste-Hilfe-Vorbereitung für die Jugendflamme Stufe 3, Staffelläufe wie bei der Leistungsspange, all das passt in einen Jahresplan, auf den sich eure Jugendlichen freuen. Probiert aus, was funktioniert, und passt die Ideen an eure Gegebenheiten an.
Weiterlesen: JF-Wettbewerbe – Vorbereitung und Regeln · Veranstaltungen und Zeltlager planen · Digitale Mitgliederverwaltung · Dienstplanung in der Feuerwehr