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Jugendfeuerwehr09. Februar 2026FWVS Redaktion19 Min. Lesezeit

20 Ideen für Jugendfeuerwehr-Übungsabende – Praxis & Spaß

Übungsabend Jugendfeuerwehr Ideen: 20 erprobte Programme mit Ablaufplänen – Feuerwehrtechnik, Erste Hilfe, Teambuilding für das ganze Jahr.

Übungsabend Jugendfeuerwehr: 20 Ideen für Praxis und Abwechslung

„Och nö, schon wieder Löschangriff!" Wer diesen Satz schon mal gehört hat, weiß: Es ist Zeit für frischen Wind. Jugendliche konkurrieren mit YouTube, TikTok, Gaming und dutzenden anderen Hobbys um ihre Freizeit. Nur wenn der Übungsabend spannend und abwechslungsreich ist, kommen sie gerne wieder. Gerade in der Jugendfeuerwehr ist Abwechslung der Schlüssel zur Mitgliederbindung.

Hier kommen 20 erprobte Ideen mit Ablaufplänen, Materiallisten und Lernzielen, sortiert nach vier Kategorien. Nehmt euch, was zu eurer JF passt, wandelt es ab und macht es zu eurem eigenen Ding.

Die 4 Kategorien: Für jeden Abend das Richtige

Ein gut durchmischter JF-Jahresplan lebt von der Abwechslung. Wer nur Feuerwehrtechnik macht, verliert die Sportbegeisterten. Wer nur spielt, bildet nicht aus. Die folgende Verteilung hat sich in der Praxis bewährt und deckt gleichzeitig die Inhalte ab, die für die Jugendflamme Stufen 1 bis 3 und die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr relevant sind:

KategorieAnteil im JahresplanBeispieleBeste Jahreszeit
Feuerwehrtechnik40 %Löschangriff, TH, Atemschutz-Theorie, GerätekundeGanzjährig
Allgemeinwissen20 %Erste Hilfe, Kartenkunde, Gefahrgut-TheorieHerbst/Winter
Sport & Spiel20 %Staffelläufe, Wasserspiele, ParcoursFrühling/Sommer
Teambuilding20 %Escape-Room, Kochen, Planspiel, NachtübungGanzjährig

Kategorie 1: Feuerwehrtechnik (8 Ideen)

Idee 1: Löschangriff als Teamwettbewerb

Löschangriff, aber diesmal als Wettbewerb. Wenn aus der Pflichtübung plötzlich ein Wettkampf wird, packt selbst die Genervtesten der Ehrgeiz. Der Löschangriff nach FwDV 3 gehört zu den Kernübungen der JF-Ausbildung und ist eine der fünf Disziplinen der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr.

DetailBeschreibung
Altersgruppe12–17 Jahre
Dauer90 Minuten
MaterialC-Schläuche, Strahlrohre, Verteiler, Standrohr, Stoppuhr
LernzielLöschangriff nach FwDV 3, Geschwindigkeit, Teamarbeit
JahreszeitFrühling/Sommer

Ablauf:

  1. Aufwärmen: Schläuche ausrollen und aufrollen auf Zeit (10 Min)
  2. Theorie: Rollen im Löschangriff besprechen (10 Min)
  3. Praxis: Löschangriff in 3er-Trupps üben (30 Min)
  4. Wettbewerb: Gruppen treten gegeneinander an, Zeitmessung (30 Min)
  5. Auswertung: Fehleranalyse und Bestzeiten notieren (10 Min)

Tipp: Dokumentiert die Zeiten von Woche zu Woche, so sehen eure Jugendlichen den eigenen Fortschritt. Das motiviert und ist gleichzeitig die beste Vorbereitung auf Wettbewerbe.


Idee 2: Technische Hilfeleistung – Verkehrsunfall simulieren

Wenige Dinge sind für Jugendliche so beeindruckend wie hydraulisches Rettungsgerät in Aktion. Wenn die aktiven Kameraden Spreizer und Schere am Schrottauto vorführen, wird es mucksmäuschenstill.

DetailBeschreibung
Altersgruppe14–17 Jahre
Dauer120 Minuten
MaterialÜbungsfahrzeug (Schrottauto), Spreizer, Schere (Demo durch Aktive), Unterbaumaterial
LernzielTH-Grundlagen, Patientenbetreuung, Absicherung
JahreszeitGanzjährig

Ablauf:

  1. Theorie: Einsatzablauf VU (Absichern, Erkunden, Retten) (20 Min)
  2. Demo: Aktive Kameraden zeigen hydraulisches Rettungsgerät (20 Min)
  3. Praxis: Jugendliche üben Absicherung, Unterbau, Patientenbetreuung (40 Min)
  4. Planspiel: Einsatzlage nachbesprechen (20 Min)
  5. Aufräumen und Geräte zurücklegen (20 Min)

Idee 3: Fahrzeugkunde als Quiz-Show

Geräte benennen und Fahrzeugtypen auswendig lernen klingt staubtrocken, nicht aber als Quiz-Show. Stellt einen Buzzer auf den Tisch, holt kleine Preise aus der Tasche, und schon habt ihr eine heiß umkämpfte Runde Fahrzeugkunde.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer60 Minuten
MaterialBuzzer oder Klingel, Fragenkarten, kleine Preise
LernzielFahrzeugtypen, Beladung, Geräte erkennen und benennen
JahreszeitHerbst/Winter (drinnen)

Ablauf:

  1. Teams bilden (3–4 Personen pro Team) (5 Min)
  2. Runde 1 – Bilderrunde: Fahrzeugbilder zeigen, Teams benennen Typ (15 Min)
  3. Runde 2 – Praxis: „Holt das Strahlrohr/den Verteiler aus dem LF" – Staffel (15 Min)
  4. Runde 3 – Schätzfragen: „Wie viel Wasser hat das TLF?", „Wie lang ist ein C-Schlauch?" (15 Min)
  5. Siegerehrung mit Preisen (10 Min)

Idee 4: Knotenkunde mit Wettbewerb

Knoten sind das Einmaleins der Feuerwehr, fummelig genug, um als Wettbewerb zu funktionieren. Besonders lustig wird es, wenn am Ende die Handschuhe rauskommen. Für die Jugendflamme Stufe 1 müssen Jugendliche einfache Knoten und Stiche einwandfrei vorführen können. Dieser Übungsabend schafft genau diese Grundlage.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer60 Minuten
MaterialLeinen, Karabiner, Holzpflöcke, Stoppuhr
LernzielMastwurf, Zimmermannsschlag, Kreuzknoten, Halbschlag
JahreszeitGanzjährig

Ablauf:

  1. Wiederholung: Knoten am Übungsgestell vormachen und üben (20 Min)
  2. Stationentraining: Jede Station ein Knoten, 3 Minuten pro Station (20 Min)
  3. Knoten-Staffel: Teams binden alle Knoten auf Zeit (15 Min)
  4. Bonus: Knoten mit Handschuhen oder verbundenen Augen (5 Min)

Idee 5: Funkübung mit Schnitzeljagd

Funken lernen am Tisch ist trocken. Funken lernen auf einer Schnitzeljagd durchs Gelände sieht ganz anders aus. Wenn Hinweise nur per Funk übermittelt werden und die Buchstabiertafel plötzlich über Sieg oder Niederlage entscheidet, bleibt das Gelernte hängen.

DetailBeschreibung
Altersgruppe12–17 Jahre
Dauer90 Minuten
MaterialFunkgeräte (2–4 Stück), Fragekarten, Karte des Übungsgeländes
LernzielFunkdisziplin, Buchstabiertafel, Lagemeldung, Orientierung
JahreszeitFrühling/Sommer

Ablauf:

  1. Theorie: Funkregeln, Buchstabiertafel, Funkrufnamen (15 Min)
  2. Praxis: Übungsfunksprüche am Tisch (10 Min)
  3. Schnitzeljagd: Gruppen bekommen per Funk Hinweise, finden Stationen, melden per Funk zurück (50 Min)
  4. Auswertung: Welche Gruppe war am schnellsten und hatte die besten Funksprüche? (15 Min)

Idee 6: Atemschutz-Theorie und Finnentest-Vorbereitung

Für die Älteren in eurer JF gibt es kaum etwas Spannenderes als die Frage: Wie ist das eigentlich mit dem Atemschutz? Dieser Übungsabend kombiniert die Theorie hinter dem Pressluftatmer mit einem Mini-Finnentest, ein konkreter Vorgeschmack auf das, was nach der Übernahme kommt. Wichtig: Das Anlegen des PA durch Jugendliche ist hier nur als Demo-Element vorgesehen. Einsatzmäßiger Atemschutzeinsatz durch JF-Mitglieder ist nicht zulässig.

DetailBeschreibung
Altersgruppe15–17 Jahre
Dauer90 Minuten
MaterialPressluftatmer (Demo), Flipchart, Stoppuhr, Sportmatte
LernzielAtemschutz-Grundlagen, Fitness, Belastbarkeit
JahreszeitGanzjährig

Ablauf:

  1. Theorie: Wie funktioniert ein Pressluftatmer? Voraussetzungen (G26.3) (20 Min)
  2. Demo: PA anlegen und erklären (kein Einsatz durch Jugendliche) (15 Min)
  3. Fitness: Mini-Finnentest als Vorbereitung (Treppen steigen, Schlauch tragen, Leiter steigen) (40 Min)
  4. Besprechung: Was kommt beim Atemschutzlehrgang auf euch zu? (15 Min)

Idee 7: Wasserförderung über lange Wegstrecke

Sommer, Sonne, Wasser, und dabei noch was lernen. Die Wasserförderung über lange Strecke zeigt eindrucksvoll, wie die Physik hinter dem Druckverlust in der Praxis wirkt. Wenn am Ende tatsächlich Wasser aus dem Strahlrohr kommt, sind alle stolz.

DetailBeschreibung
Altersgruppe12–17 Jahre
Dauer120 Minuten
MaterialTragkraftspritze (TS), B- und C-Schläuche, offenes Gewässer oder Hydrant
LernzielWasserversorgung aufbauen, Druckverlust verstehen
JahreszeitSommer

Ablauf:

  1. Theorie: Druckverlust, Förderstrecke, Pumpenleistung (15 Min)
  2. Aufbau: Lange Schlauchleitung vom Gewässer zum Übungsziel (30 Min)
  3. Praxis: Wasser fördern, Drücke kontrollieren, Probleme lösen (45 Min)
  4. Zusammen aufräumen und Schläuche waschen (30 Min)

Idee 8: Einsatznachbesprechung mit echten Einsätzen

Echte Einsätze faszinieren Jugendliche mehr als jede Theoriestunde. Nehmt einen realen Einsatzbericht, selbstverständlich anonymisiert, lasst eure Jugendlichen die Lage einschätzen und diskutiert gemeinsam, was gut lief und was hätte besser laufen können.

DetailBeschreibung
Altersgruppe14–17 Jahre
Dauer60 Minuten
MaterialBeamer, Einsatzberichte (anonymisiert), Lagekarten
LernzielTaktisches Denken, Einsatzablauf, Fehleranalyse
JahreszeitHerbst/Winter (drinnen)

Ablauf:

  1. Einsatzbericht vorstellen: Was ist passiert? (10 Min)
  2. Lagekarte zeichnen lassen (15 Min)
  3. Diskussion: Was lief gut? Was hätte besser laufen können? (20 Min)
  4. Fazit: Was können wir daraus für unsere Ausbildung lernen? (15 Min)

Kategorie 2: Allgemeinwissen (4 Ideen)

Idee 9: Erste-Hilfe-Rallye mit realistischen Szenarien

Stabile Seitenlage und Druckverband kennt jeder. Aber wie reagieren eure Jugendlichen, wenn plötzlich ein „Verletzter" mit realistisch geschminkter Wunde vor ihnen liegt und um Hilfe ruft? Die Erste-Hilfe-Rallye macht aus trockener Theorie ein echtes Erlebnis. Für die Jugendflamme Stufe 3 ist ein abgeschlossener Erste-Hilfe-Lehrgang Pflichtvoraussetzung, dieser Übungsabend ist eine gute Vorbereitung darauf.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer90 Minuten
MaterialVerbandmaterial, Übungspuppe, Schminke für Wunden, Stationskarten
LernzielStabile Seitenlage, HLW, Druckverband, Schocklage
JahreszeitGanzjährig

Ablauf:

  1. Auffrischung: Wichtigste Handgriffe wiederholen (15 Min)
  2. 5 Stationen mit realistischen Szenarien: Fahrradunfall, Verbrennung, Bewusstlosigkeit, Kreislaufstillstand, allergische Reaktion (60 Min, je 12 Min)
  3. Auswertung: Punkte, Feedback, häufige Fehler (15 Min)

Kooperation: Ladet den Rettungsdienst oder das DRK ein. Externe Referenten bringen frische Perspektiven mit und machen den Abend glaubwürdig.


Idee 10: Kartenkunde und Orientierung

Wann habt ihr das letzte Mal eine Papierkarte in der Hand gehalten? Eure Jugendlichen wahrscheinlich noch nie. Wenn am Ende ein Orientierungslauf durch den Wald auf dem Programm steht, vergessen alle, dass sie gerade Ausbildungsthemen durcharbeiten.

DetailBeschreibung
Altersgruppe12–17 Jahre
Dauer90 Minuten
MaterialTopografische Karten, Kompass, GPS-Gerät, Aufgabenzettel
LernzielKarten lesen, Koordinaten bestimmen, Orientierung im Gelände
JahreszeitFrühling/Herbst

Ablauf:

  1. Theorie: Kartenzeichen, Maßstab, Koordinatensystem (20 Min)
  2. Übung am Tisch: Punkte auf der Karte finden (15 Min)
  3. Praxis draußen: Orientierungslauf mit Karte und Kompass (40 Min)
  4. Auswertung: Wer hat alle Punkte gefunden? (15 Min)

Idee 11: Gefahrgut-Grundlagen – Erkennen und Handeln

Orangefarbene Warntafeln, Gefahrzettel, Kemler-Zahlen, das klingt erst mal kompliziert. Richtig spannend wird es, wenn ihr ein Planspiel daraus macht: „Ein LKW mit Gefahrgut steht auf der Bundesstraße. Was tun?" Plötzlich wollen alle die GAMS-Regel wissen.

DetailBeschreibung
Altersgruppe14–17 Jahre
Dauer60 Minuten
MaterialGefahrguttafeln (Übungsschilder), GAMS-Poster, Nachschlagewerk
LernzielGefahrgut erkennen, Kennzeichnung verstehen, GAMS-Regel
JahreszeitHerbst/Winter (drinnen)

Ablauf:

  1. Theorie: Gefahrzettel, Warntafeln, Gefahrenklassen (20 Min)
  2. Übung: Gefahrtafeln zuordnen und interpretieren (15 Min)
  3. Planspiel: Einsatzlage „Gefahrgut-LKW" – GAMS anwenden (20 Min)
  4. Quiz: 10 Fragen zum Thema (5 Min)

Idee 12: UVV und Sicherheit – die Regeln, die uns schützen

UVV-Unterweisung steht nicht gerade oben auf der Beliebtheitsskala. Wenn ihr aber Fotos mit typischen Fehlern zeigt und eure Jugendlichen „Was ist hier falsch?" spielen dürfen, wird auch dieses Pflichtthema lebendig.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer45 Minuten
MaterialUVV-Poster, PSA (Helm, Jacke, Handschuhe, Stiefel), Bilder von Fehlern
LernzielUnfallverhütung, PSA-Pflicht, Verhalten im Gerätehaus
JahreszeitGanzjährig

Ablauf:

  1. Bilderrunde: „Was ist hier falsch?" – Fotos mit typischen Fehlern zeigen (15 Min)
  2. PSA-Check: Schutzausrüstung anlegen, richtige Reihenfolge üben (15 Min)
  3. Diskussion: Warum sind die Regeln wichtig? Eigene Erfahrungen teilen (15 Min)

Kategorie 3: Sport & Spiel (4 Ideen)

Idee 13: Wasserspiele-Olympiade

Der Sommer-Klassiker. Sobald die Schläuche unter Wasser stehen und die Sonne scheint, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Plant mindestens 120 Minuten ein, freiwillig geht da niemand früher.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer120 Minuten
MaterialD- und C-Schläuche, Eimer, Dosen, Schwämme, Wasserpistolen
LernzielUmgang mit wasserführenden Armaturen, Teamarbeit
JahreszeitSommer

Disziplinen, die sich bei vielen Jugendfeuerwehren bewährt haben:

DisziplinBeschreibungPunkte
ZielspritzenDosen mit D-Schlauch umspritzen (3 Versuche)1–10
Eimer-StaffelWasser mit Eimern über Hindernisse transportieren1–10
Schwamm-WurfNassen Schwamm in Eimer werfen (Entfernung steigern)1–10
Schlauch-PuzzleSchlauchleitung aufbauen auf Zeit1–10
Wasserball-FangenIm Kreis Wasserball zuwerfen (wer ihn fallen lässt, scheidet aus)1–10

Idee 14: Feuerwehr-Parcours auf Zeit

Schnell PSA anlegen, durch den Slalom sprinten, über die Bank balancieren und am Ende noch zielsicher einen Sandsack werfen. Der Feuerwehr-Parcours kombiniert Fitness und Feuerwehrwissen in einem Format, das sich von selbst erklärt.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer60 Minuten
MaterialPylonen, Reifen, Bänke, Helm, Jacke, Handschuhe, Stoppuhr
LernzielFitness, Geschicklichkeit, schnelles Ankleiden
JahreszeitGanzjährig

Stationen:

  1. PSA anlegen (Helm, Jacke, Handschuhe)
  2. Slalom durch Pylonen
  3. Durch Reifen klettern
  4. C-Schlauch ausrollen
  5. Über Bank balancieren
  6. Sandsäcke werfen (Zielwurf)
  7. Sprint zum Ziel

Idee 15: Völkerball „Feuerwehr-Edition"

Völkerball kennt jeder, aber in der Feuerwehr-Edition gibt es eine Besonderheit: Wer abgeworfen wird, muss eine Feuerwehr-Frage beantworten, um wieder mitspielen zu dürfen. „Was bedeutet TLF?" oder „Welcher Knoten ist der Mastwurf?", plötzlich wird Völkerball zum Wissensquiz.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer45 Minuten
MaterialWeiche Bälle, Spielfeld
LernzielBewegung, Reaktion, Teamplay
JahreszeitGanzjährig (Turnhalle oder draußen)

Idee 16: Staffellauf „Einsatzalarm"

Kurz, knackig und garantiert laut: Beim Staffellauf „Einsatzalarm" zieht der Erste PSA an, sprintet zur Markierung, kommt zurück, zieht PSA aus, dann ist der nächste dran. Perfekt als Aufwärmer oder Abschluss eines Übungsabends.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer30 Minuten
MaterialHelm, Jacke, Handschuhe (pro Team), Stoppuhr
LernzielSchnelles Reagieren, Ankleiden, Teamgeist
JahreszeitGanzjährig

Ablauf: Teams stehen in Reihe. Auf „Alarm!" zieht der Erste PSA an, rennt zur Markierung, kommt zurück, zieht PSA aus, Nächster ist dran. Schnellstes Team gewinnt.

Kategorie 4: Teambuilding (4 Ideen)

Idee 17: Escape-Room „Feuerwehr-Edition"

Ein Escape-Room im Gerätehaus klingt nach Aufwand, lohnt sich aber. Mit ein paar Zahlenschlössern, Rätselkarten und Feuerwehr-Bezug schafft ihr einen Abend, von dem eure Jugendlichen noch Wochen später erzählen. Das Bildungsprogramm der Deutschen Jugendfeuerwehr empfiehlt ausdrücklich Methoden, die feuerwehrtechnische Inhalte mit allgemeiner Jugendarbeit verknüpfen.

DetailBeschreibung
Altersgruppe12–17 Jahre
Dauer90 Minuten
MaterialSchlösser, Rätselkarten, Hinweise, Funkgeräte, Zahlencodeschlösser
LernzielProblemlösung, Teamarbeit, Feuerwehr-Wissen unter Druck
JahreszeitHerbst/Winter (drinnen)

Beispiel-Rätsel:

  • Funkrufnamen entschlüsseln, die einen Zahlencode ergeben
  • Geräte anhand von Beschreibungen identifizieren
  • Einsatzcode aus Alarmstichwörtern zusammensetzen
  • Knoten binden, um einen Schlüssel zu erreichen
  • Quiz-Fragen beantworten, deren Buchstaben das Lösungswort ergeben

Idee 18: Nachtübung mit Orientierungslauf

Eine Nachtübung hat etwas Besonderes. Alles sieht anders aus, die Taschenlampen flackern, das Funkgerät knistert. So entstehen Erinnerungen, die bleiben.

DetailBeschreibung
Altersgruppe12–17 Jahre
Dauer120 Minuten
MaterialTaschenlampen, Funkgeräte, Stationskarten, Leuchtmarkierungen
LernzielOrientierung im Dunkeln, Funkdisziplin, Zusammenhalt
JahreszeitHerbst/Winter (ab 17 Uhr dunkel)

Ablauf:

  1. Einweisung: Sicherheitsregeln, Gruppen bilden, Funkgeräte verteilen (15 Min)
  2. Marsch: Gruppen folgen Leuchtmarkierungen, finden Stationen, lösen Aufgaben (60 Min)
  3. Sammelplatz: Alle Gruppen treffen sich am Ziel (15 Min)
  4. Warmes Getränk und Nachbesprechung am Lagerfeuer (30 Min)

Wichtig: Eltern vorab informieren, Einverständniserklärung einholen, Betreuerschlüssel erhöhen (1:4), Mobiltelefon für Notfälle mitführen.


Idee 19: Gemeinsam Kochen im Gerätehaus

Kochen im Gerätehaus hat alles, was einen guten Übungsabend ausmacht: Teamwork, praktische Aufgaben und am Ende steht ein konkretes Ergebnis auf dem Tisch. Verbindet ihr das Ganze mit dem Thema „Verpflegung bei Großeinsätzen", ist sogar der fachliche Aspekt abgedeckt.

DetailBeschreibung
Altersgruppe10–17 Jahre
Dauer90 Minuten
MaterialKochzutaten, Gulaschkanone oder Grill, Geschirr
LernzielGemeinschaft, Zusammenarbeit, Verpflegung bei Einsätzen
JahreszeitGanzjährig

Ideen: Gulaschkanone nutzen (falls vorhanden), Feuerwehr-Burger grillen, Pizza-Abend (jeder belegt selbst), Stockbrot am Lagerfeuer.

Tipp: Denkt an vegetarische und vegane Optionen, in jeder Gruppe gibt es unterschiedliche Ernährungsweisen.


Idee 20: Planspiel „Einsatzleitung"

Einmal selbst Einsatzleiter sein: Beim Planspiel übernehmen eure JF-Mitglieder die taktische Führung, Kräfte einteilen, Maßnahmen festlegen, Nachalarmierung entscheiden. Das schult taktisches Denken und macht gleichzeitig richtig Spaß, wenn verschiedene Teams ihre Lösungen vergleichen.

DetailBeschreibung
Altersgruppe14–17 Jahre
Dauer60 Minuten
MaterialLagekarte, Spielfiguren, Einsatzszenarien (ausgedruckt), Timer
LernzielTaktisches Denken, Entscheidungsfindung, Führung
JahreszeitHerbst/Winter (drinnen)

Ablauf:

  1. Szenario vorstellen: Gebäudebrand, VU auf Autobahn, Hochwasserlage (10 Min)
  2. Teams als Einsatzleitung: Kräfte einteilen, Maßnahmen festlegen, Nachalarmierung entscheiden (25 Min)
  3. Präsentation: Jedes Team stellt seine Lösung vor (15 Min)
  4. Auflösung: Was wurde real gemacht? Vergleich und Diskussion (10 Min)

Übersicht: Alle 20 Ideen auf einen Blick

#IdeeKategorieAlterDauerJahreszeit
1Löschangriff als WettbewerbTechnik12–1790 MinFr/So
2TH – VerkehrsunfallTechnik14–17120 MinGanzjährig
3Fahrzeugkunde-QuizTechnik10–1760 MinHe/Wi
4Knotenkunde-WettbewerbTechnik10–1760 MinGanzjährig
5Funkübung mit SchnitzeljagdTechnik12–1790 MinFr/So
6Atemschutz-Theorie + FinnentestTechnik15–1790 MinGanzjährig
7Wasserförderung lange StreckeTechnik12–17120 MinSommer
8Einsatz-NachbesprechungTechnik14–1760 MinHe/Wi
9Erste-Hilfe-RallyeWissen10–1790 MinGanzjährig
10Kartenkunde + OrientierungWissen12–1790 MinFr/He
11Gefahrgut-GrundlagenWissen14–1760 MinHe/Wi
12UVV und SicherheitWissen10–1745 MinGanzjährig
13Wasserspiele-OlympiadeSport10–17120 MinSommer
14Feuerwehr-ParcoursSport10–1760 MinGanzjährig
15Völkerball Feuerwehr-EditionSport10–1745 MinGanzjährig
16Staffellauf „Einsatzalarm"Sport10–1730 MinGanzjährig
17Escape-Room FeuerwehrTeam12–1790 MinHe/Wi
18NachtübungTeam12–17120 MinHe/Wi
19Gemeinsam KochenTeam10–1790 MinGanzjährig
20Planspiel EinsatzleitungTeam14–1760 MinHe/Wi

Muster-Jahresplan: 24 Übungsabende (14-tägig)

Wie könnte ein komplettes Jahr aussehen? Hier ein Vorschlag, den ihr an eure Gegebenheiten anpassen solltet. Kein Monat sollte nur aus Technik oder nur aus Spaß bestehen.

MonatÜbung 1Übung 2
JanuarFahrzeugkunde-Quiz (#3)Planspiel Einsatzleitung (#20)
FebruarErste-Hilfe-Rallye (#9)Knotenkunde-Wettbewerb (#4)
MärzUVV und Sicherheit (#12)Atemschutz-Theorie (#6)
AprilFeuerwehr-Parcours (#14)Funkübung mit Schnitzeljagd (#5)
MaiLöschangriff-Wettbewerb (#1)Kartenkunde + Orientierung (#10)
JuniWasserspiele-Olympiade (#13)TH Verkehrsunfall (#2)
JuliWasserförderung (#7)Gemeinsam Kochen (#19)
AugustSommerpause / Zeltlager
SeptemberStaffellauf Einsatzalarm (#16)Gefahrgut-Grundlagen (#11)
OktoberNachtübung (#18)Einsatz-Nachbesprechung (#8)
NovemberEscape-Room (#17)Völkerball Feuerwehr (#15)
DezemberGemeinsam Kochen (#19)Jahresabschlussfeier

Tipps für die Umsetzung

Jugendliche einbinden

Die beste Motivation entsteht, wenn eure Jugendlichen mitbestimmen dürfen. Fragt regelmäßig nach Wünschen, lasst die Älteren Teile der Übung selbst planen und durchführen, und holt nach jedem Abend kurzes Feedback ein. Wer Verantwortung übernehmen darf, kommt motivierter zum nächsten Mal. Mehr dazu, wie ihr das pädagogisch sinnvoll aufbaut, findet ihr im Artikel zur Jugendarbeit und Pädagogik.

Vorbereitung ist alles

Ein chaotischer Abend, bei dem erst mal 20 Minuten Material gesucht wird, killt jede Motivation. Erstellt einen Zeitplan inklusive Auf- und Abbau, legt das Material am Vortag bereit, und haltet immer einen Plan B für schlechtes Wetter parat. Brieft euer Betreuerteam vorher: Wer macht was?

Dokumentation nicht vergessen

Haltet jede Übung kurz fest: Thema, Teilnehmer, Dauer, was gut lief, was ihr ändern würdet. Am Jahresende habt ihr eine vollständige Ausbildungsstatistik und wisst genau, welche Formate bei eurer JF ankommen. Praktisch: Ein gutes Feuerwehrverwaltungsprogramm erledigt das in wenigen Klicks und spart euch vor der nächsten Jahresplanung viel Sucherei.

Bezug zur Jugendflamme und Leistungsspange

Plant ihr die Übungsabende so, dass sie Inhalte der Jugendflamme Stufe 1 (Knoten, Armaturen, Notruf), Stufe 2 (Fahrzeugkunde, Standrohre, Schläuche) und Stufe 3 (Erste Hilfe, Wasserübungen) abdecken, schafft ihr nebenbei eine solide Vorbereitung auf diese Auszeichnungen. Wer die Jugendfeuerwehr neu gründet oder nach langer Pause wieder aufbaut, kann sich an diesem Jahresplan gut orientieren.

Praxistipp: Fotos und Social Media

Macht Fotos von euren Übungsabenden (mit Einwilligung!) und teilt Highlights auf den Social-Media-Kanälen eurer Feuerwehr. Das zeigt der Öffentlichkeit, wie attraktiv die JF ist, und ist die beste Werbung für neue Mitglieder.

Häufige Fragen

Wie oft sollten Jugendfeuerwehr-Übungsabende stattfinden?

Üblich sind Übungsabende im Zwei-Wochen-Rhythmus, viele Wehren treffen sich auch wöchentlich. Wichtiger als die Frequenz ist die Verlässlichkeit: ein fester Wochentag und ein im Voraus veröffentlichter Jahresplan sorgen für planbare Teilnahme.

Wie stellt man ein abwechslungsreiches Jahresprogramm zusammen?

Bewährt hat sich eine Mischung aus Feuerwehrtechnik, Allgemeinwissen (Erste Hilfe, Kartenkunde), Sport und Spiel sowie Teambuilding. Wer die Themen über das Jahr verteilt und saisonal plant (z. B. Wasserdienst im Sommer, Theorie im Winter), hält die Spannung hoch und deckt zugleich die Anforderungen für Jugendflamme und Leistungsspange ab.

Worauf muss man bei der technischen Ausbildung in der JF achten?

Die feuerwehrtechnische Ausbildung orientiert sich an der FwDV 3, muss aber altersgerecht und sicher gestaltet sein. Im Vordergrund stehen Üben, Verstehen und Spaß, nicht Leistungsdruck. Schutzausrüstung und Aufsicht sind bei allen praktischen Übungen Pflicht.

Fazit

20 Ideen, 4 Kategorien, ein ganzes Jahr Abwechslung. Technische Ausbildung nach FwDV 3, Erste-Hilfe-Vorbereitung für die Jugendflamme Stufe 3, Staffelläufe wie bei der Leistungsspange, all das passt in einen Jahresplan, auf den sich eure Jugendlichen freuen. Probiert aus, was funktioniert, und passt die Ideen an eure Gegebenheiten an.


Weiterlesen: JF-Wettbewerbe – Vorbereitung und Regeln · Veranstaltungen und Zeltlager planen · Digitale Mitgliederverwaltung · Dienstplanung in der Feuerwehr

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Aus der Theorie in die Praxis

Jugendfeuerwehr digitalisieren

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