Kinderfeuerwehr Jahresprogramm strukturieren: der fertige 12-Monats-Jahresthemenplan
Der 20. Dienstnachmittag ist die eigentliche Bewährungsprobe. Die Anfangseuphorie ist weg, und ihr grübelt zum dritten Mal, was nächste Woche dran sein soll. Wer an diesem Punkt keinen Jahresplan hat, improvisiert sich früher oder später in eine Krise.
Ein durchdachtes Jahresprogramm gibt euch Planungssicherheit, sorgt für Abwechslung und zeigt den Eltern, dass ihre Kinder ein strukturiertes Programm erleben. In der Praxis hat sich die Faustregel „8×2" eingebürgert: mindestens acht Kinderfeuerwehr-Aktionen pro Jahr mit je rund zwei Stunden Dauer. Wer tiefer einsteigen will, findet die fachlichen Grundlagen in der Arbeitshilfe „Kinder in der Feuerwehr" der Deutschen Jugendfeuerwehr. Dieser Artikel liefert euch einen fertig ausgearbeiteten 12-Monats-Jahresthemenplan, den ihr direkt als Vorlage übernehmen und anpassen könnt. Wer darüber hinaus konkrete Spiele und Aktivitäten für einzelne Dienste sucht, findet die gesammelt im separaten Artikel 25 Übungen für die Kinderfeuerwehr. Hier geht es um den übergeordneten Rahmen: den Aufbau eines ganzen Jahres.
Warum ein Jahresprogramm den Unterschied macht
| Vorteil | Beschreibung |
|---|---|
| Planungssicherheit | Ihr wisst schon im Januar, was im Oktober dran ist |
| Abwechslung garantiert | Kein Thema wird doppelt behandelt oder vergessen |
| Elternkommunikation | Eltern sehen auf einen Blick, was kommt (Elternarbeit) |
| Material-Vorbereitung | Ihr könnt Material rechtzeitig besorgen, statt am Vorabend zu suchen |
| Betreuer-Entlastung | Aufgaben lassen sich verteilen, nicht alles hängt am KF-Wart |
| Kooperationen planen | Externe Partner frühzeitig ansprechen |
| Saisonale Anpassung | Sommeraktionen draußen, Winterthemen drinnen |
| Qualitätssicherung | Alle wichtigen Themenfelder werden abgedeckt |
Ein Jahresplan nimmt euch außerdem die wöchentliche "Was machen wir nächste Woche?"-Panik. Wer ein strukturiertes Programm hat, schläft besser.
Die 5 Themenfelder der Kinderfeuerwehr
Als grobe Faustregel hat sich bewährt, den Großteil der Zeit aktivierend zu gestalten (Spiele, Bewegung, Kreatives) und nur einen kleineren Teil auf reine Feuerwehrtechnik zu verwenden. Die Kinderfeuerwehr ist eben keine vorgezogene Jugendfeuerwehr. Ein ausgewogenes Jahresprogramm deckt alle Themenfelder ab und wechselt regelmäßig zwischen ihnen:
| Themenfeld | Anteil | Beispiele |
|---|---|---|
| Brandschutzerziehung | 20–25 % | Notruf 112, Verhalten bei Feuer, Rauchmelder |
| Feuerwehrwissen | 15–20 % | Fahrzeuge, Ausrüstung, Aufgaben der Feuerwehr |
| Erste Hilfe | 10–15 % | Pflaster kleben, stabile Seitenlage, Notruf üben |
| Teamwork & Soziales | 20–25 % | Gruppenspiele, Regeln, Zusammenarbeit |
| Spiel, Spaß & Kreativ | 20–25 % | Basteln, Bewegungsspiele, Ausflüge, Feste |
Wer nur Feuerwehrtechnik macht, überfordert die Kleinen schnell. Wer nur spielt, verliert den inhaltlichen Rahmen. Die Kinderfeuerwehr ist keine Mini-Jugendfeuerwehr, und ein gutes Jahresprogramm bildet das ab.
Der 12-Monats-Jahresthemenplan
Übersicht
| Monat | Thema | Schwerpunkt | Drinnen/Draußen | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Januar | Notruf 112 | Brandschutzerziehung | Drinnen | Vorbereitung auf den 11.2. (Europ. Tag des Notrufs) |
| Februar | Karneval & Feuerwehr | Spiel & Spaß | Drinnen | Kostümparty |
| März | Erste Hilfe für Kids | Erste Hilfe | Drinnen | Kooperation DRK möglich |
| April | Frühlings-Rallye | Teamwork | Draußen | Rallye rund ums Gerätehaus |
| Mai | Fahrzeuge & Geräte | Feuerwehrwissen | Draußen | Praxis am Fahrzeug |
| Juni | Wasserspiele-Tag | Brandschutz + Spaß | Draußen | Highlight des Sommers |
| Juli | Sommerfest / Ausflug | Gemeinschaft | Draußen | Familienfest oder Besuch |
| August | Sommerpause / Ferienaktionen | – | – | Optional: Ferienspiele |
| September | Teambuilding-Nachmittag | Teamwork | Draußen | Neue Kinder integrieren |
| Oktober | Feuer & Flamme | Brandschutzerziehung | Draußen + Drinnen | Experimente mit Feuer (Betreuer!) |
| November | Basteln & Kreativ | Kreativ | Drinnen | Laternen oder Weihnachtsbasteln |
| Dezember | Jahresabschluss & Feier | Gemeinschaft | Drinnen | Weihnachtsfeier mit Eltern |
Jetzt geht es ins Detail, Monat für Monat, mit konkreten Abläufen und Materiallisten. Alle Einheiten sind auf rund 90 Minuten ausgelegt, also etwas unter der gängigen Zwei-Stunden-Faustregel, damit noch Puffer für An- und Abreise bleibt.
Monatsdetails
Januar: Notruf 112 – „Wir sind die 112-Profis!"
Lernziel: Die Kinder können den Notruf 112 absetzen und wissen, wann sie ihn wählen dürfen.
Der 11. Februar ist der Europäische Tag des Notrufs 112. Den Januar-Dienst nutzt ihr, um das Thema vorzubereiten und zum Stichtag im Februar eine kleine Aktion zu planen, zum Beispiel ein Poster im Gerätehaus oder einen Elternbrief mit dem Motto „Unsere Kinder wissen, wie es geht!"
Ablauf (90 Minuten):
| Zeit | Aktivität | Material |
|---|---|---|
| 0–10 Min | Begrüßung, Aufwärmspiel: „Feueralarm" (alle rennen zum Sammelpunkt) | Trillerpfeife |
| 10–25 Min | Theorie: Wann rufe ich 112? Die 5 W-Fragen kindgerecht | Poster „5 W-Fragen" |
| 25–45 Min | Übung: Notruf am Telefon (Rollenspiel) | 2 alte Telefone oder Attrappen |
| 45–55 Min | Bewegungspause: Staffellauf mit „Rettungsauftrag" | Pylonen, Bälle |
| 55–75 Min | Bastelstation: 112-Ausweis basteln (jedes Kind bekommt einen „Notruf-Führerschein") | Papier, Stifte, Schere, Laminierfolie |
| 75–90 Min | Abschlussrunde: Was haben wir gelernt? + Ausblick auf nächstes Mal | – |
Februar: Karneval & Feuerwehr – „Helau und Alaaf!"
Lernziel: Gemeinschaft erleben, Spaß haben, Kreativität fördern. Nicht jeder Dienst braucht ein Feuerwehr-Lernziel, manchmal geht es um den Zusammenhalt.
Ablauf (90 Minuten):
| Zeit | Aktivität | Material |
|---|---|---|
| 0–10 Min | Verkleidungsparade: Jedes Kind stellt sein Kostüm vor | – |
| 10–30 Min | Spiel: „Feuerwehr-Limbo" und „Schlauch-Tanz" | Musik, D-Schlauch |
| 30–50 Min | Bastelstation: Feuerwehr-Masken basteln | Tonpapier, Gummibänder, Stifte |
| 50–65 Min | Spiel: „Wasser marsch!" – Becher-Staffellauf | Becher, Eimer, Wasser |
| 65–80 Min | Krapfen oder Berliner essen (gesponsert von Eltern?) | Gebäck, Servietten |
| 80–90 Min | Prämierung: Bestes Kostüm + Abschluss | Kleine Preise |
Ladet die Eltern ruhig zum Zugucken ein. Karneval ist ein lockerer Anlass, bei dem sich auch zurückhaltende Eltern wohlfühlen.
März: Erste Hilfe für Kids – „Kleine Retter, großes Herz"
Lernziel: Die Kinder wissen, wie sie Pflaster kleben, die stabile Seitenlage machen und einen Notruf absetzen.
Erste Hilfe für Kinder klingt anspruchsvoll, macht den Kleinen aber großen Spaß, besonders wenn sie sich gegenseitig verbinden dürfen. Fragt beim örtlichen DRK oder den Maltesern an: oft gibt es ehrenamtliche Ausbilder, die gerne eine Kinder-Erste-Hilfe-Stunde übernehmen.
Ablauf (90 Minuten):
| Zeit | Aktivität | Material |
|---|---|---|
| 0–10 Min | Aufwärmspiel: „Verletztentransport" (Teddy auf Decke tragen) | Decke, Kuscheltier |
| 10–30 Min | Station 1: Pflaster kleben und Verbände anlegen (gegenseitig) | Pflaster, Mullbinden |
| 30–50 Min | Station 2: Stabile Seitenlage üben (an Puppe oder gegenseitig) | Übungspuppe, Decken |
| 50–65 Min | Station 3: Notruf 112 – Wiederholung von Januar | Telefon-Attrappe |
| 65–80 Min | Spiel: „Rettungsparcours" (Hindernis-Staffel mit Erste-Hilfe-Aufgaben) | Pylonen, Matten, Verbandmaterial |
| 80–90 Min | Urkunde: „Kleine/r Ersthelfer/in" + Abschluss | Urkunden (vorgedruckt) |
April: Frühlings-Rallye – „Abenteuer rund ums Gerätehaus"
Lernziel: Teamarbeit, Orientierung, Feuerwehrwissen vertiefen. Endlich raus an die frische Luft!
Ablauf (90–120 Minuten):
| Station | Aufgabe | Punkte |
|---|---|---|
| 1 – Schlauchkunde | D-Schlauch ausrollen und wieder aufrollen (auf Zeit) | 1–5 |
| 2 – Quiz | 10 Feuerwehr-Fragen beantworten | 1–10 |
| 3 – Geschicklichkeit | Wasser in Bechern über Hindernisse tragen | 1–5 |
| 4 – Knotenkunde | Einfachen Knoten binden (altersgerecht) | 1–5 |
| 5 – Puzzle | Feuerwehr-Puzzle zusammensetzen | 1–5 |
| 6 – Sprint | Staffellauf mit „Ausrüstung anziehen" (Helm, Handschuhe) | 1–5 |
Teilt die Kinder in gemischte Teams ein, so lernen sich auch Kinder besser kennen, die sonst nicht zusammen spielen. Alle Teams bekommen eine Urkunde, das beste Team einen kleinen Wanderpokal für den KF-Raum.
Mai: Fahrzeuge & Geräte – „Was ist drin im Feuerwehrauto?"
Lernziel: Die Kinder kennen die wichtigsten Fahrzeuge und Geräte und wissen, wofür sie gebraucht werden.
Dieser Dienst ist für viele Kinder das absolute Highlight, denn jetzt dürfen sie an die echten Sachen ran (natürlich unter Aufsicht und altersgerecht).
Ablauf (90 Minuten):
| Zeit | Aktivität | Material |
|---|---|---|
| 0–15 Min | Fahrzeugschau: Alle Fahrzeuge anschauen und benennen | Fahrzeuge im Gerätehaus |
| 15–35 Min | Stationenlernen: Jedes Fahrzeug wird von einem aktiven Kameraden erklärt | 2–3 aktive Feuerwehrleute |
| 35–50 Min | Praxis: D-Schlauch ausrollen, Strahlrohr halten (ohne Wasser) | D-Schläuche, Strahlrohre |
| 50–65 Min | Spiel: „Ausrüstungs-Memory" (Karten mit Geräten zuordnen) | Memory-Karten (selbst erstellt) |
| 65–80 Min | Malen: „Mein Lieblings-Feuerwehrauto" | Papier, Buntstifte |
| 80–90 Min | Abschluss: Bestes Bild prämieren + Gruppenfoto | Kamera |
Bittet 2–3 aktive Kameraden, die Fahrzeuge zu erklären. Kinder lieben es, wenn echte Feuerwehrleute ihnen etwas zeigen, und für eure aktiven Mitglieder ist es eine willkommene Abwechslung.
Juni: Wasserspiele-Tag – „Wasser marsch!"
Lernziel: Löschwasserversorgung erleben, Teamarbeit, Spaß im Freien. Das ist das Highlight des Sommers.
Ablauf (120 Minuten):
| Zeit | Aktivität | Material |
|---|---|---|
| 0–15 Min | Aufwärmen: Fangspiel mit Wasserpistolen | Wasserpistolen |
| 15–35 Min | Station 1: Eimer-Staffel (Wasser vom Hydranten zum Ziel tragen) | Eimer, Messbecher |
| 35–55 Min | Station 2: Zielspritzen mit D-Schlauch (Dosen umspritzen) | D-Schlauch, Dosen, Wasser |
| 55–75 Min | Station 3: Schwammschlacht-Staffel (Wasser mit Schwämmen transportieren) | Schwämme, Eimer |
| 75–95 Min | Freies Spiel: Wasserrutsche, Sprinkler, Planschbecken | Plane, Wasser |
| 95–120 Min | Gemeinsames Grillen mit Eltern + Abschluss | Grillgut (Eltern-Beitrag) |
Ladet die Eltern zum Zugucken und Grillen ein. Der Wasserspiele-Tag eignet sich gut für Öffentlichkeitsarbeit (Fotos für Website und Presse – Fotoerlaubnis beachten!). Denkt an Wechselkleidung und Sonnenschutz.
Juli: Sommerfest oder Ausflug – „Raus aus dem Gerätehaus!"
Lernziel: Gemeinschaft stärken, Horizont erweitern, Familien einbinden.
Ob Ausflug oder Sommerfest, Hauptsache, es bleibt in Erinnerung.
Ausflugsziele-Ideen:
| Ziel | Lerneffekt | Alter | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Berufsfeuerwehr besuchen | Echten Feuerwehr-Alltag erleben | 6–10 | Mittel |
| Leitstelle besichtigen | Notruf-Bearbeitung sehen | 8–10 | Mittel |
| Waldwanderung mit Waldbrandthema | Natur + Brandschutz | 6–10 | Gering |
| Schwimmbad-Tag | Spaß + Wassergewöhnung | 6–10 | Gering |
| Feuerwehrmuseum | Geschichte der Feuerwehr | 8–10 | Hoch |
| Nachbar-KF besuchen | Andere Kinder kennenlernen | 6–10 | Mittel |
Alternativ bietet sich ein Familienfest mit Spielstationen, Grillbuffet und einer kleinen Vorführung der Kinder an. Die Eltern staunen regelmäßig, was die Kleinen schon alles können.
August: Sommerpause oder Ferienaktionen
In vielen Kinderfeuerwehren ruht der reguläre Dienst während der Sommerferien, und das ist vollkommen in Ordnung. Die Zeit lässt sich trotzdem sinnvoll nutzen.
Option A: Komplette Pause (6 Wochen)
- Letzter Dienst vor den Ferien mit „Ferien-Check" (Sonnenschutz, Baderegeln)
- Erster Dienst nach den Ferien: Willkommens-Runde für neue Kinder
Option B: Ferienaktionen (1–2 besondere Angebote)
- Ganztags-Ausflug (z. B. Erlebnispark oder Tierpark)
- Ferienspaß-Tag am Gerätehaus (Wasserspiele, Grillen, Lagerfeuer)
- Kooperation mit dem Ferienprogramm der Gemeinde
September: Teambuilding-Nachmittag – „Zusammen sind wir stark!"
Lernziel: Neues KF-„Schuljahr" starten, neue und bestehende Kinder zusammenführen.
Nach der Sommerpause ist September ein Neuanfang. Oft kommen neue Kinder dazu, und die bestehende Gruppe muss sich erst wieder finden. Nehmt euch die Zeit dafür.
Ablauf (90 Minuten):
| Zeit | Aktivität | Material |
|---|---|---|
| 0–15 Min | Begrüßung, neue Kinder vorstellen, Kennenlern-Spiel | Namensschilder |
| 15–35 Min | Teamspiel: „Turmbau" (Gruppen bauen Turm aus Zeitungspapier) | Zeitungen, Klebeband |
| 35–55 Min | Kooperationsspiel: „Spinnennetz" (Seil-Parcours im Team) | Seile, Bäume/Pfosten |
| 55–70 Min | Vertrauensübung: „Blindenführung" (Partner führen mit verbundenen Augen) | Tücher |
| 70–85 Min | Gemeinsame Regeln aufstellen: „Unsere KF-Regeln" (Kinder bestimmen mit!) | Plakat, Marker |
| 85–90 Min | Gruppenfoto + Ausblick aufs neue Jahr | Kamera |
Oktober: Feuer & Flamme – „Gutes Feuer, böses Feuer"
Lernziel: Die Kinder verstehen den Unterschied zwischen kontrolliertem und unkontrolliertem Feuer und kennen Verhaltensregeln.
Oktober, die Tage werden kürzer, Kerzen werden angezündet – der richtige Zeitpunkt für das Thema Brandschutz. Experimente mit Feuer sind für Kinder sehr spannend, und mit der richtigen Vorbereitung sind sie sicher durchführbar.
Ablauf (90 Minuten):
| Zeit | Aktivität | Material |
|---|---|---|
| 0–15 Min | Gespräch: Wo begegnet uns Feuer? (Kerze, Herd, Lagerfeuer, Brand) | Bilder |
| 15–35 Min | Experiment: Was brennt, was brennt nicht? (Betreuer demonstriert!) | Feuerschale, Materialproben, Löschdecke |
| 35–50 Min | Regel-Poster erstellen: „5 Regeln bei Feuer" | Plakat, Stifte |
| 50–65 Min | Übung: Raum verlassen bei Rauch (gebückt gehen, Tür fühlen) | Nebelmaschine (optional) |
| 65–80 Min | Spiel: „Feuerwehr-Einsatz" (Rollenspiel mit Verkleidung) | Helme, Jacken (Kinder-Größe) |
| 80–90 Min | Abschluss: Quiz mit Süßigkeiten | Fragen, kleine Preise |
Sicherheitshinweis: Experimente mit Feuer werden ausschließlich von erwachsenen Betreuern durchgeführt. Feuerlöscher und Löschdecke bereithalten, Kinder halten Sicherheitsabstand.
November: Basteln & Kreativ – „Feuerwehr zum Anfassen"
Lernziel: Kreativität fördern, Feinmotorik schulen, Feuerwehrbezug herstellen. Ein gemütlicher Dienstnachmittag für die dunkle Jahreszeit.
Bastelideen zur Auswahl:
| Projekt | Alter | Dauer | Material |
|---|---|---|---|
| Feuerwehrauto aus Karton | 6–10 | 45 Min | Schuhkarton, Farbe, Räder |
| Laterne „Flamme" (St. Martin) | 4–8 | 30 Min | Laternenstab, Transparentpapier |
| Feuerlöscher-Attrappe | 6–10 | 30 Min | PET-Flasche, Farbe, Schlauch |
| Feuerwehr-Adventskalender | 6–10 | 60 Min | Tonpapier, kleine Überraschungen |
| Bilderrahmen „Mein KF-Jahr" | 6–10 | 30 Min | Rahmen, Fotos des Jahres |
Kombiniert das Basteln mit einer kleinen Theorie-Einheit. Während die Kinder werkeln, könnt ihr eine Geschichte über die Feuerwehr vorlesen oder ein kurzes Quiz machen.
Dezember: Jahresabschluss & Feier – „Wir feiern unser KF-Jahr!"
Lernziel: Gemeinschaft erleben, Rückblick auf das Jahr, Vorfreude auf das neue Jahr.
Programm-Vorschlag:
| Zeit | Aktivität | Hinweis |
|---|---|---|
| 0–15 Min | Begrüßung, Weihnachtslied oder -geschichte | Stimmung schaffen |
| 15–35 Min | Jahresrückblick: Fotos und Highlights des Jahres (Beamer) | Fotos übers Jahr sammeln! |
| 35–50 Min | Ehrungen: Urkunden für alle Kinder (Teilnahme, Bestleistung) | Urkunden vorbereiten |
| 50–70 Min | Weihnachtsbasteln oder Plätzchen verzieren | Material / Plätzchen |
| 70–90 Min | Gemeinsames Essen mit Eltern (Punsch, Plätzchen, Bratwurst) | Eltern-Beitrag |
| Abschluss | Ausblick auf das neue Jahr + Weihnachtsgrüße | – |
Ladet die Eltern zur Weihnachtsfeier ein. Es ist außerdem ein guter Anlass, den Jahresplan für das nächste Jahr vorzustellen. Wenn die Kinder stolz ihre Urkunden zeigen und von ihren Highlights erzählen, wissen die Eltern, dass sich das Jahr gelohnt hat.
Flexibilität einplanen
Ein Jahresplan ist eine Richtschnur, kein starres Korsett. Feste Rituale und klare Strukturen machen erfahrungsgemäß den Unterschied zwischen einer Kindergruppe, die wächst, und einer, die nach einem Jahr wieder einschläft. Gleichzeitig muss ein gutes Jahresprogramm Spielraum lassen.
Wenn im Juni Dauerregen herrscht, tauscht den Wasserspiele-Tag gegen eine Indoor-Alternative. Wenn ein Thema die Kinder besonders begeistert, vertieft es ruhig über die geplante Zeit hinaus. Wenn es im Ort einen Großeinsatz gab, besprecht ihn kindgerecht. Wenn mitten im Jahr neue Kinder dazukommen, plant ein Extra-Kennenlernen ein. Und habt für jeden Dienst einen Plan B, also ein einfacheres Programm, das mit weniger Betreuern funktioniert.
Digitale Planung und Terminverwaltung
Ein Jahresprogramm ist nur so gut wie seine Umsetzung. Auf Papier geschrieben und im Ordner verschwunden nutzt es niemandem. Eine Feuerwehrverwaltung hilft, den Plan lebendig zu halten:
- Alle Dienste mit Thema, Ort und benötigtem Material anlegen und über den Gruppenstunden-Kalender verwalten
- Automatische Erinnerungen 48 Stunden vorher an Eltern und Betreuer
- Digitale Zu- und Absagen von Eltern
- Anwesenheit nach dem Dienst per Klick dokumentieren
- Material-Notizen: Was brauchen wir? Wer bringt was mit?
- Jahresstatistik: Am Jahresende seht ihr, wie viele Dienste stattfanden und wie die Teilnahme war
Lest auch unseren 10-Schritte-Leitfaden zur Kinderfeuerwehr-Gründung für Wehrleitungen, die den Betrieb von Grund auf strukturieren wollen.
Checkliste: Jahresprogramm erstellen
- 5 Themenfelder abgedeckt (Brandschutz, Feuerwehrwissen, Erste Hilfe, Teamwork, Spaß)
- Saisonale Zuordnung beachtet (draußen im Sommer, drinnen im Winter)
- Mindestens 1 Highlight pro Quartal (Ausflug, Fest, besondere Aktion)
- Ferienzeiten berücksichtigt (Pause oder Ferienaktionen)
- Materiallisten für jeden Dienst erstellt
- Betreuer-Zuständigkeiten verteilt
- Kooperationspartner frühzeitig angesprochen
- Elternbrief mit Jahresplan verschickt
- Plan in die Verwaltungssoftware eingepflegt
- Flexibilität eingeplant (Plan B für schlechtes Wetter etc.)
Häufige Fragen
Wie viele Kinderfeuerwehr-Aktionen sollte man pro Jahr einplanen?
In der Praxis hat sich die Faustregel „8×2" eingebürgert: mindestens acht Aktionen pro Jahr mit je rund zwei Stunden Dauer. Viele Gruppen treffen sich häufiger, etwa alle zwei Wochen. Wichtiger als die genaue Zahl ist Regelmäßigkeit, damit die Kinder dabeibleiben.
Wie viel Feuerwehrtechnik gehört ins Kinderfeuerwehr-Programm?
Eher wenig. Die Kinderfeuerwehr ist keine vorgezogene Jugendfeuerwehr. Der Schwerpunkt liegt auf Spiel, Bewegung, Kreativem und sozialem Lernen, ergänzt um altersgerechte Feuerwehrthemen wie Notruf, Brandschutz und Fahrzeugkunde. Ein zu technisches Programm überfordert die Kleinen schnell.
Muss ich mich exakt an den 12-Monats-Plan halten?
Nein. Der Plan ist eine Vorlage, kein Pflichtprogramm. Tauscht Themen nach Wetter, Saison und Interesse der Gruppe. Habt für jeden Dienst zusätzlich einen einfacheren Plan B, der auch mit weniger Betreuern funktioniert.
Ab welchem Alter ist die Kinderfeuerwehr gedacht?
Das hängt vom jeweiligen Landesfeuerwehrgesetz ab. Verbreitet ist die Aufnahme ab sechs Jahren bis zum Übertritt in die Jugendfeuerwehr, oft mit zehn oder zwölf Jahren. Manche Bundesländer und Wehren starten bereits früher.
Fazit
Der 12-Monats-Jahresthemenplan aus diesem Artikel ist eine Vorlage, keine Vorschrift. Nehmt, was zu eurer Gruppe passt, und lasst weg, was nicht passt. Die bewährte Faustregel lautet: mindestens acht Aktionen pro Jahr, überwiegend aktivierend gestaltet und nur zu einem kleineren Teil Feuerwehrtechnik. Mit einem fertigen Jahresprogramm als Grundlage schafft ihr das ohne wöchentliches Improvisieren.
Wer nun für einzelne Dienste konkrete Spiele und Aktivitäten braucht, also die Detailebene unterhalb des Jahresplans, findet diese gesammelt in 25 Übungen für die Kinderfeuerwehr. Für den organisatorischen Rahmen des gesamten KF-Betriebs, von der Gründung bis zur laufenden Struktur, empfiehlt sich der Leitfaden zur Kinderfeuerwehr-Gründung und -Organisation.
Dienste planen, organisieren und dokumentieren – ohne Zettelchaos.
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