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Kinderfeuerwehr17. März 2026Aktualisiert: 02. Oktober 2026FWVS Redaktion4 Min. Lesezeit

Brandschutzerziehung für Kinder: Notruf und sichere Wege

Eine Gruppenstunde ohne Feuer- oder Rauchversuche: Notruf, Fluchtweg, Rauchmelder und Familiengespräch kindgerecht vorbereiten.

Brandschutzerziehung für Kinder: Notruf und sichere Wege

Kinder sollen wissen, wie sie Hilfe holen und sich in Sicherheit bringen. Dafür braucht eine Brandschutzstunde weder echtes Feuer noch künstlichen Rauch. Ihr übt mit Bildkarten, einem Papptelefon und einem ruhigen Rundgang durch ein helles, normal genutztes Gebäude.

Ein erreichbares Ziel wählen

Für die erste Stunde genügt ein Satz als Ziel: „Ich weiß, wo ich Hilfe bekomme, und kann sagen, wo etwas passiert ist.“ Auswendig gelernte Merksprüche braucht es nicht. Die BBK-Kindermaterialien richten sich vor allem an Sieben- bis Zwölfjährige. Mit Sechsjährigen kürzt ihr Texte und Aufgaben und prüft, ob die Bilder verstanden werden.

Zeigt keine Schreckensbilder und überrascht niemanden mit echten Einsatzberichten. Sagt zu Beginn, dass es ein Lernspiel ist. Wer eine Szene nicht spielen mag, darf zuhören, zeigen oder gemeinsam mit einem Betreuer antworten.

Aufsicht und Organisation

Plant mindestens zwei Betreuerinnen oder Betreuer ein. Beim Rundgang geht eine Person vorne, eine hinten, so verliert ihr kein Kind. Zählt die Gruppe am Anfang, vor dem Rundgang und am Ende. Stellt Trinkwasser bereit, besonders im Sommer. Erste-Hilfe-Material und die Notfallnummern der Eltern liegen griffbereit. Findet die Stunde draußen oder am Abend statt, tragen die Kinder Warnwesten.

Material

  • Papptelefon (kein echtes Handy, auch keines ohne SIM-Karte)
  • Karten mit erfundenen Orten („Spielplatz am Bach“, „Turnhalle“)
  • Bilder von Rauchmeldern und Rettungszeichen
  • Papier, Stifte, Klebepunkte

Sprecht Sammelplatz und Fluchtweg vorher mit dem Verantwortlichen des Gebäudes ab. An echten Rauchmeldern ändert ihr nichts, auch keine Batterien. Für die Stunde nehmt ihr ein Anschauungsmodell oder Bilder.

Ablauf für 60 Minuten

ZeitInhaltAufgabe der Betreuer
0–10Alltagssituationen sammeln„Wer hilft, wenn sich jemand verletzt?“
10–25Notruf-RollenspielGespräch führen, kein Abfragen
25–30Trinken und Bewegungruhiger Wechsel, kein Alarmton
30–45Weg und Sammelplatzgeordnet gehen, Gruppe zählen
45–55Rauchmelderbild und Plakat„Was tun wir, wenn der Melder piept?“
55–60Abschlussjedes Kind nennt oder zeigt einen Schritt

Gibt es viele Fragen, kürzt ihr das Rauchmelder-Plakat. Hetzen solltet ihr die Kinder nicht.

Den Notruf als Gespräch üben

Die 112 erreicht Feuerwehr und Rettungsdienst, das steht im Ratgeber des BBK im Abschnitt „Wichtige Rufnummern“. Geübt wird ausschließlich am Papptelefon, ohne echte Verbindung.

Der Betreuer fragt zuerst nach dem Ort, dann nach dem Geschehen. Das Kind darf sagen: „Das weiß ich nicht.“ Es bleibt am Telefon und wartet auf die nächste Frage. Lobt, wenn ein Kind Hilfe holt und verständlich spricht, nicht, wenn es fünf Fragen in der richtigen Reihenfolge aufsagt. Einen ausführlichen Ablauf findet ihr im Notruf-Rollenspiel.

Sichere Wege statt Rauchkriechen

Geht im hellen Gebäude den tatsächlich vorgesehenen Fluchtweg ab. Die Kinder gehen zusammen, drängeln nicht und melden sich am Sammelplatz. Niemand kehrt um, um ein Spielzeug zu holen. Zeigt an einer Zeichnung, dass man einen verrauchten Weg nicht betritt; der BBK-Ratgeber warnt auf Seite 24 davor, durch verrauchte Räume zu flüchten.

Was gilt, wenn der Fluchtweg blockiert ist, hängt vom Gebäude ab. Klärt das mit den Verantwortlichen, bevor ihr den Kindern einfache Merksätze mitgebt. „Immer raus“ ist als Regel für alle Lagen zu kurz. Nebelmaschine, heiße Türen oder Tücher als nachgespielter Rauch sind für diese Altersgruppe tabu.

Was Familien mitnehmen

Gebt einen kurzen Gesprächsauftrag mit nach Hause: gemeinsam den Rauchmelder in der Wohnung anschauen, die eigene Adresse sagen können, einen Treffpunkt vor dem Haus vereinbaren. Kinder testen oder montieren keine Rauchmelder allein und erkunden keine gefährlichen Bereiche. Erwachsene begleiten das Gespräch.

Wie man Verbrennungen versorgt, gehört in einen Erste-Hilfe-Kurs, nicht in diese Stunde. Hier übt ihr Hilfe holen. Zum Löschen werden die Kinder nicht aufgefordert.

Nachbereitung

Schreibt auf, welche Fragen offen blieben, und greift sie beim nächsten Treffen mit einem neuen Bild wieder auf. Sagt den Familien, was ihr geübt habt, und versprecht nicht, dass jedes Kind nun unter Stress sicher handelt. Mehr zum Kontakt mit den Familien steht im Beitrag zur Elternarbeit.

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