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Jugendfeuerwehr20. Mai 2026Aktualisiert: 29. Mai 2026FWVS Redaktion12 Min. Lesezeit

Führungsstile Jugendfeuerwehr: Was zwischen 10 und 18 wirklich wirkt

Führungsstile in der Jugendfeuerwehr fundiert: Situatives Führen, transformationale Führung, Erikson, Marcia, Hart-Partizipation – und was nachweislich nicht funktioniert.

Führungsstile in der Jugendfeuerwehr: Was zwischen 10 und 18 wirklich wirkt

Eine Jugendfeuerwehr zu führen ist ein Balanceakt: Die Mitglieder sind keine Kinder mehr, aber auch keine Erwachsenen. Sie testen Grenzen, suchen ihre Identität, treffen aus heutiger Hirnforschung gut belegten Gründen impulsivere Entscheidungen als Erwachsene – und sind zugleich offen wie nie wieder im Leben für Vorbilder, Sinn und echte Verantwortung. Wer als Jugendfeuerwehrwart oder Betreuer hier nur mit „Befehl und Gehorsam" arbeitet, verliert die Gruppe innerhalb weniger Monate. Wer dagegen alles laufen lässt, ebenfalls.

Dieser Artikel zeigt, welche Führungsmodelle für die Altersgruppe 10–18 wissenschaftlich tragfähig sind, was die Entwicklungspsychologie und Hirnforschung dazu sagen, was rechtlich gefordert ist – und welche typischen Führungsfehler in der JF empirisch belegt sind.

Kernaussage

Führung in der Jugendfeuerwehr ist Führung in einer Entwicklungsphase, nicht in einem Endzustand. Der Führungsstil muss sich mit dem Reifegrad der Jugendlichen mitentwickeln – vom klar leitenden „Selling" mit den Jüngsten bis zum echten „Participating" mit den 16-Jährigen kurz vor dem Übertritt.

Die Jugendfeuerwehr in Zahlen

Bevor wir Modelle besprechen, ein nüchterner Blick auf die Lage. Die Deutsche Jugendfeuerwehr (DJF) hat in ihrer Jahresstatistik 2024 erhoben (Stichtag 31.12.2024):

KennzahlWert
Jugendfeuerwehren in Deutschland18.446
Mitglieder JF (10–18 Jahre)272.745
davon Mädchen84.307 (≈ 30,9 %)
Neueintritte JF 202448.290
Übertritte Kinderfeuerwehr → JF 202412.044
Übertritte JF → Einsatzabteilung 202420.996 (davon 5.663 weiblich; +12,4 % ggü. 2023)
Ehrenamtliche Betreuende KF + JFmehr als 123.000
Mitgliederwachstum gesamt 2024 ggü. 2023+4,3 %

Die Zahlen widersprechen einer verbreiteten Wahrnehmung: Die JF schrumpft nicht – sie wächst sogar. Aber: Eine belastbare bundesweite Abbruchquote in der Pubertät wird in der DJF-Statistik nicht ausgewiesen. Der DJF-Bildungsbereich räumt selbst ein, dass „Statistiken im Einzelfall nicht zeigen, wann und warum der Übertritt scheiterte" (DJF Bildung: Übergänge und Übertritte). Wer in der JF führt, hat die Verantwortung, Bindung zu erhalten – ohne dass es eine harte Vergleichszahl gibt, woran sich Erfolg misst.

Was die Entwicklungspsychologie zur Altersgruppe sagt

Bevor wir Führungsmodelle betrachten, drei Befunde aus der Entwicklungspsychologie, die jede gute JF-Führung verstehen muss.

1. Erikson: Identität vs. Rollenkonfusion

Erik H. Erikson beschreibt die fünfte Stufe seines Stufenmodells der psychosozialen Entwicklung (Adoleszenz, 12–18 Jahre) als zentralen Identitätskonflikt: Wer bin ich? Welche Rolle nehme ich ein? Konsolidierung gelingt erst in der späten Adoleszenz – und auch da nicht immer.

Bedeutung für die JF: Die Jugendfeuerwehr bietet eine klare Rolle („ich gehöre zur JF Musterhausen, bin Maschinist-Anwärter, Truppmann in Ausbildung") – das hilft bei der Identitätsbildung. Aber sie kann diese Identität auch erdrücken, wenn die Rolle zu eng definiert ist und keinen Raum für Exploration lässt.

2. Marcia: Vier Identitätsstatus

James Marcia hat Eriksons Modell empirisch operationalisiert (Hogrefe Dorsch Lexikon der Psychologie). Entlang der Dimensionen Exploration (probiert die Person aus?) und Commitment (bindet sich die Person?) ergeben sich vier Identitätsstatus:

IdentitätsstatusExplorationCommitmentIn der JF erkennbar an …
DiffusionNeinNein„Mir ist alles egal" – Mitläufer ohne klare Position
ForeclosureNeinJa (übernommen)„Mein Vater war Wehrführer, deshalb bin ich hier" – ohne eigene Reflexion
MoratoriumJaNoch nicht„Ich weiß noch nicht, ob ich später in die FF will" – aktive Suche
AchievementJaJa (eigene)„Ich habe mich entschieden, die FF ist meins" – reife Identität

Bedeutung für die JF: Jugendliche in den vier Status reagieren auf Führung sehr unterschiedlich. Ein „Moratorium"-Jugendlicher braucht Raum für Exploration, sonst geht er. Ein „Foreclosure"-Jugendlicher wirkt äußerlich angepasst, kann aber in der Spät-Adoleszenz abrupt aussteigen, wenn die übernommene Identität bricht.

3. Hirnentwicklung: Warum Jugendliche impulsiver entscheiden

Der wichtigste neurobiologische Befund der letzten 20 Jahre für die Jugendarbeit ist im Deutschen Ärzteblatt (Konrad, Firk, Uhlhaas 2013) zusammengefasst:

„Während des Übergangs vom Kindes- ins Erwachsenenalter findet eine grundlegende Reorganisation des Gehirns statt. Subkortikale, limbische Areale reifen früh, der präfrontale Kortex erst spät – etwa bis Mitte 20."

Folge: In emotional aufgeladenen Situationen ist der „Bremspedal"-Anteil im Gehirn (präfrontaler Kortex, zuständig für Folgen abwägen und Impulse hemmen) noch nicht voll ausgereift, während der „Gaspedal"-Anteil (Belohnungssystem) bereits hochaktiv ist. Das ist keine Unart, sondern Biologie.

Bedeutung für die JF: Wenn ein 14-Jähriger im Übungsabend eine impulsive Aktion startet, ist das kein Charakterfehler – es ist altersgerechte Hirnphysiologie. Gute JF-Führung baut deshalb Strukturen, die Impulsivität abfangen (klare Sicherheitsregeln, Buddy-System bei Gefahren, Pausen vor Entscheidungen) – statt sich an „die hören einfach nicht zu" zu reiben.

Die zentralen Führungsmodelle für die JF

Situatives Führen nach Hersey & Blanchard

Das Reifegradmodell von Paul Hersey und Ken Blanchard verbindet vier Führungsstile mit dem Reifegrad der Geführten (Können × Wollen):

StilReifegradJF-Anwendung
Tellingkann nicht, will nichtSicherheitsregeln am ersten Tag – nicht verhandelbar
Sellingkann nicht, will„Warum machen wir das so? – Hier ist die Erklärung." Die meisten 10- bis 13-Jährigen
Participatingkann, will nichtEtablierte Mitglieder, die in Routine fallen – einbeziehen, Mitverantwortung übergeben
Delegatingkann, will16-/17-Jährige, die Truppführer-Aufgaben übernehmen – machen lassen, da sein wenn nötig

Stärke des Modells: Es macht einen zentralen Gedanken sichtbar – dass Führung mit dem Reifegrad mitwächst. Genau das ist in der JF entscheidend.

Ehrliche Einordnung: Hersey/Blanchard ist wissenschaftlich umstritten – die methodische Fundierung ist schwach, Validierungsstudien neuerer Forschung fehlen. Als didaktisches Raster ist es trotzdem brauchbar; als „bewiesenes" Modell sollte man es nicht verkaufen.

Transformationale Führung nach Burns/Bass

Die transformationale Führung nach James MacGregor Burns (1978) und Bernard M. Bass (1985) ist heute das wissenschaftlich am besten belegte Führungsmodell. Ihre vier Kerndimensionen („Four I's") passen besonders auf die JF:

  • Idealized Influence – die JF-Wartin als glaubwürdiges Vorbild. Was sie tut, zählt mehr als was sie sagt.
  • Inspirational Motivation – Sinn stiften: „Wir retten Menschen. Ihr werdet das auch können."
  • Intellectual Stimulation – Routine hinterfragen lassen: „Wie würdest du den Aufbau planen?"
  • Individualized Consideration – jeden einzeln sehen: Wer hat welche Stärke, wer braucht welche Förderung?

Die Wirkforschung in Non-Profit-Kontexten (Springer, Zeitschrift GIO) zeigt: Transformationale Führung moderiert die Beziehung zwischen sozialer Identifikation und Organisations-Commitment positiv. Übersetzt heißt das: Wer transformational geführt wird, bleibt. Genau das ist die zentrale JF-Aufgabe – nicht „die Jugendlichen halten", sondern den Boden bereiten, dass sie selbst bleiben wollen.

Hart's Stufenleiter der Partizipation

Roger A. Hart entwickelte 1992 die Stufenleiter der Partizipation (publiziert im Compasito-Manual des Europarats). Sie unterscheidet acht Stufen, von „Fremdbestimmung" bis „Selbstverwaltung". Erst ab Stufe 4 spricht Hart von echter Partizipation:

StufeBeschreibungIn der JF
1FremdbestimmungReine Befehlsausführung
2DekorationJugendliche stehen beim Maibaumfest in Uniform, ohne Mitsprache
3Alibi-TeilhabeScheinabstimmung, deren Ergebnis schon feststeht
4Zugewiesen, aber informiertAufgabe wird übertragen, Sinn wird erklärt
5Mitwirkung (konsultativ)Jugendliche werden vor Entscheidungen gefragt
6MitbestimmungJugendliche entscheiden mit (z. B. Zeltlager-Programm)
7SelbstbestimmungJugendliche planen und entscheiden eigenständig, Betreuer unterstützen
8SelbstverwaltungJugendliche organisieren komplette Bereiche allein, Erwachsene sind Ressource

Wichtig: Hart selbst hat sich später teilweise vom strengen Leitermodell distanziert – es war als Diskussionsanstoß gedacht, nicht als Wertehierarchie (Bertelsmann Stiftung Berichtsband 2008, PDF). „Höher ist besser" stimmt nicht immer. Aber: Wer dauerhaft auf Stufe 1–3 führt, betreibt keine Jugendarbeit, sondern reine Befehlsausbildung.

Selbsttest Partizipation

Geht in Gedanken die letzten fünf Entscheidungen durch, die ihr in der JF getroffen habt: Welche Stufe der Hart-Leiter waren sie? Wenn alle auf Stufe 1–3 lagen, lohnt sich eine ernsthafte Überprüfung.

Goleman: Die sechs Stile in der JF

Daniel Golemans sechs Führungsstile (HBR 2000) sind auch in der JF anwendbar. Eine kurze Zuordnung:

StilJF-Anwendung
Befehlend (Coercive)Akute Sicherheitsgefährdung – „Sofort runter vom Tank!"
Visionär (Authoritative)Neujahrsansprache: „In diesem Jahr stellen wir uns dem Bundeswettkampf"
AffiliativeNach einem Konflikt in der Gruppe – Beziehung heilen
DemokratischZeltlager-Programm gemeinsam planen
PacesettingWettkampftraining mit motivierter Spitzengruppe – sparsam einsetzen
Coachend1:1-Förderung eines Mitglieds, das Truppführer werden will

Golemans Kernbefund: Die besten Führungskräfte beherrschen mehrere Stile und wechseln situativ. Genau das gilt in der JF besonders – weil sich die Situation alle paar Minuten ändert.

Was rechtlich gefordert ist

Führung in der Jugendfeuerwehr findet nicht im rechtsfreien Raum statt. Eine Übersicht der wesentlichen Vorgaben.

Aufsichtspflicht (§ 832 BGB, § 1626 BGB)

Die DJF-Bildungsplattform listet die rechtliche Grundlage und die fünf Pflichten der Aufsichtsperson:

  1. Informieren – über Gefahren und Regeln
  2. Gefahren ausschalten – soweit möglich
  3. Regeln setzen – klar und altersgerecht
  4. Einhaltung kontrollieren – nicht nur einmal sagen
  5. Eingreifen – wenn Regeln verletzt werden

Verboten als pädagogische Maßnahmen sind ausdrücklich: körperliche Strafen, Essens- oder Schlafentzug, Geldstrafen, Isolation, Demütigung. Wer das nicht weiß, sollte keine JF leiten.

Betreuendenschlüssel

Die DJF-Bildungsplattform empfiehlt als Richtwert: 1 Betreuer/in pro 8 Jugendliche, abhängig von Alter, Reife und Aktivität. Mindestens zwei Personen sollten immer anwesend sein – damit im Notfall eine handeln und die andere beaufsichtigen kann.

Erweitertes Führungszeugnis

Die Vorgaben aus § 72a SGB VIII und § 30a BZRG (Merkblatt LFV NRW) verpflichten freie Träger der Jugendhilfe, das Risiko sexualisierter Gewalt durch ein erweitertes Führungszeugnis (eFZ) zu prüfen – verbindlich für hauptamtlich Tätige, für Ehrenamtliche abhängig von Art, Intensität und Dauer des Kontakts.

Die DJF empfiehlt die Vorlage des eFZ für ALLE in der Jugendfeuerwehr Tätigen mit Wiedervorlage alle 5 Jahre. Die Beantragung ist mit Trägerbescheinigung gebührenfrei.

Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Am 3. April 2020 hat die DJF gemeinsam mit sechs weiteren Jugendverbänden (ASJ, DLRG-Jugend, JRK, Johanniter-, Malteser-, THW-Jugend) eine Selbstverpflichtung gegen sexualisierte Gewalt verabschiedet – mit acht Kernaussagen als verbindlichem Verhaltenskodex. Jede JF, die das ernst nimmt, hat ein eigenes Schutzkonzept (eine Vorlage findet ihr u. a. in den DJF-Materialien).

Mindestanforderung

Erweitertes Führungszeugnis für alle Betreuer + lokales Schutzkonzept + dokumentierte Belehrung der Mitarbeitenden. Ohne diese drei Elemente führt eine JF heute rechtlich auf dünnem Eis.

Was nachweislich nicht funktioniert

Auch hier eine ehrliche Trennung zwischen belegt und plausibel.

Empirisch belegt:

  • Autoritäre Führung bei Jugendlichen (klassische Lewin/Lippitt/White-Iowa-Studien 1939, aktuell 2024 reanalysiert in Springer GIO) erzeugt: hohe Aggression, Sündenbock-Verhalten, Leistungsabfall sobald der Leiter weg ist.
  • Laissez-faire ohne Struktur erzeugt: Orientierungsverlust, mangelnde Selbstreflexion, soziale Defizite, niedrige Produktivität (Profiling Institut: Laissez-faire-Erziehung).
  • Dauerhafter Pacesetting-/Coercive-Stil beschädigt das Klima (Goleman HBR 2000).

Plausibel, aber ohne JF-spezifische Studie:

  • Gendersensible vs. gender-blinde Ansprache: Allgemeine Jugendarbeitsforschung empfiehlt gendersensible Sprache und Settings; eine JF-spezifische empirische Untersuchung dazu liegt nach unseren Recherchen nicht vor. Mit einem Mädchenanteil von 30,9 % in der JF ist die Frage aber kein Randthema.
  • Peer-Education-Ansatz (ältere Jugendliche unterrichten jüngere): In der allgemeinen Jugendarbeit gut belegt, in der JF praxisetabliert (z. B. „Truppführer hilft Truppmann-Anwärter"), aber keine peer-reviewte Evaluation speziell für JF gefunden.
  • „Schweigespirale" bei Gruppendruck: Sozialpsychologisch beschrieben (Noelle-Neumann), aber keine JF-spezifische Forschung.

Was bedeutet das für die Praxis?

Drei konkrete Empfehlungen aus der Verbindung der Modelle:

1. Den Führungsstil mit dem Alter wachsen lassen

Die einfachste Anwendung von Hersey/Blanchard in der JF: Mit 10-/11-Jährigen klar leitend („Selling"), mit 14-/15-Jährigen kooperativ („Participating"), mit 17-Jährigen weitgehend delegierend („Delegating"). Wer das umdreht – 17-Jährige werden weiter wie 11-Jährige behandelt –, verliert sie an die Einsatzabteilung-Schwelle. Genau dort, wo sie eigentlich übertreten sollen.

2. Echte Partizipation in den Jahresplan einbauen

Eine handfeste Übung: Schreibt für das nächste JF-Jahr drei Entscheidungsfelder fest, in denen die Jugendlichen selbst entscheiden. Nicht „beraten werden", sondern entscheiden. Beispiele: Übungsabend-Themen für ein Quartal, Programm beim Zeltlager, Auswahl der Wettbewerbe. Das ist Hart-Stufe 6 in der Praxis – und es kostet keinen Cent, nur Vertrauen.

3. Identitätsfreundliche Sprache verwenden

Statt „du gehörst zu uns, wenn du dich anpasst" (das ist Foreclosure-Förderung): „Probier es aus, hör in dich rein, du sollst hier sein wollen – nicht müssen." Marcia würde sagen: Moratorium aushalten, Achievement abwarten. Das ist anstrengender als reine Anpassungsforderung, aber es produziert die Mitglieder, die zwanzig Jahre bleiben.

Abgrenzung: Führung in JF vs. KF vs. FF

Die JF steht entwicklungspsychologisch zwischen zwei Welten – das schlägt sich in der Führung nieder. Eine Schnellübersicht; die Vertiefung findet ihr in den Schwesterartikeln.

DimensionKF (4-10 Jahre)JF (10-18 Jahre)FF (ab 18)
EntwicklungsphaseBindung, SpielIdentität (Erikson 5), AdoleszenzErwachsene Verantwortung
Führungsstil-SchwerpunktFeinfühlig-demokratisch, erlebnispädagogischSelling → Participating → Delegating (Hersey)Situativ + PDCA-Zyklus
Wissenschaftliches LeitmodellLewin, Bindungstheorie, ErlebnispädagogikErikson, Marcia, Hart, Bass, HirnforschungGoleman, Bass, Greenleaf, Heifetz, PDCA + FwDV 100
RechtsrahmenDGUV V49 § 17, kein EinsatzdienstDGUV V49 + JuSchG + § 72a SGB VIIIDGUV V49 vollumfänglich
Gruppengröße empfohlenmax. 10bis ca. 30 (variabel)nach FwDV 3
Betreuendenschlüssel2:10 (6-9 J., DJF)1:8 (DJF-Richtwert)n/a

Zur Vertiefung:

Fazit

Führung in der Jugendfeuerwehr ist nicht „milde FF-Führung mit pädagogischem Beigeschmack". Sie ist eine eigenständige Disziplin, die auf einer eigenen wissenschaftlichen Basis steht: Entwicklungspsychologie (Erikson, Marcia), Hirnforschung (Konrad et al.), Partizipationsforschung (Hart), Führungstheorie (Bass, Hersey/Blanchard, Goleman) – jedes Modell mit seinen Stärken und Grenzen.

Das Schöne: Wer es ernst nimmt, baut nicht nur eine bessere Jugendfeuerwehr. Er baut die Wehrführer, Maschinisten und Gruppenführer der Einsatzabteilung von übermorgen.

Und genau das ist die einzige Statistik, die am Ende zählt: 20.996 Übertritte 2024 in die Einsatzabteilung. Das sind Jugendliche, die bleiben wollten. Diese Entscheidung beginnt nicht am Tag des Übertritts – sie beginnt am ersten Übungsabend mit zehn Jahren. Mit dem Führungsstil ihres ersten Jugendfeuerwehrwarts.

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Aus der Theorie in die Praxis

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