Jugendfeuerwehr-Übungen für draußen: 15 Ideen für den Sommer
Der Sommer ist die beste Zeit im JF-Jahr. Endlich raus aus dem Gerätehaus, die Schläuche unter Druck, das Gelände als Übungsplatz. Jugendliche zwischen 12 und 17 wollen im Sommer keine Theorie am Flipchart, sie wollen anpacken und schwitzen. Genau darauf zielen die folgenden 15 Übungen. Sie sind bewusst anspruchsvoll, feuerwehrtechnisch mit echtem Ausbildungswert und deutlich fordernder als die Spiele in einer Kinderfeuerwehr. Es geht um Löschangriff im Gelände, Saugleitung an offenem Wasser, GPS-Rallye und Team-Aktionen, bei denen die ganze Gruppe an die Grenze geht.
Nur draußen, nur Sommer. Wer die komplette Sammlung fürs ganze Jahr sucht, findet sie in unseren 20 Ideen für Jugendfeuerwehr-Übungsabende. Die 15 Ideen hier ergänzen sie um alles, was speziell in die warme Jahreszeit und ins Freie gehört. Nehmt euch, was zu eurer JF passt.
Grundsätze für Outdoor-Übungen im Sommer
Draußen und bei Hitze gelten andere Spielregeln als im Gerätehaus. Bevor ihr loslegt, klärt Aufsicht, Hitzeschutz und Wassersicherheit. Ein hitzegeschlagener oder dehydrierter Jugendlicher ist kein Trainingseffekt, sondern ein vermeidbarer Fehler. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Grundsätze zusammen:
| Grundsatz | Umsetzung |
|---|---|
| Hitzeschutz | Übungen in die kühleren Stunden legen, Schatten anbieten, Mittagshitze meiden |
| Trinkpausen | Alle 20 bis 30 Minuten trinken, ausreichend Wasser bereitstellen |
| Sonnenschutz | Sonnencreme, Kopfbedeckung, keine reine PSA-Belastung in der prallen Sonne |
| Wassersicherheit | An offenem Gewässer: Rettungsmittel, Aufsicht am Ufer, niemand allein am Wasser |
| Aufsicht | Bei Wasser- und Geländeübungen Betreuerschlüssel erhöhen (Richtwert 1:5, im Gelände enger) |
| Erste Hilfe | Verbandkasten und Kühlung griffbereit, Notfallkontakte dabei |
| Gelände prüfen | Fläche vorab auf Löcher, Stromleitungen, Wespennester und Verkehr checken |
Der wichtigste Grundsatz: Fordern ja, überfordern nein. Ehrgeiz entsteht durch machbare Ziele, nicht durch Erschöpfung.
Kategorie 1: Feuerwehrtechnik im Gelände (6 Ideen)
Im Sommer lässt sich draußen ausbilden, was drinnen kaum geht: Saugbetrieb an offenem Wasser, lange Schlauchstrecken, Löschangriffe über unebenes Gelände. Diese sechs Übungen bringen echten technischen Fortschritt und sehen dabei nach Einsatz aus.
Übung 1: Saugleitung aufbauen und Wasser aus offenem Gewässer entnehmen
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Saugbetrieb verstehen: Kupplungen, Saugkorb, Entlüftung, Ansaugen aus offenem Wasser |
| Material | Tragkraftspritze oder Pumpe, A-Saugschläuche, Saugkorb, Kupplungsschlüssel, Halte- und Ventilleine |
| Gruppengröße | 6 bis 9 (ein bis zwei Trupps) |
| Bezug | Wasserentnahmestelle, Grundlage für jede unabhängige Wasserversorgung |
Ablauf: Zuerst die Theorie am Gerät: Warum saugt eine Pumpe überhaupt, was macht der Saugkorb, warum muss dicht gekuppelt sein? Dann bauen die Jugendlichen die Saugleitung selbst zusammen, kuppeln die A-Saugschläuche, sichern den Saugkorb mit Halteleine und Ventilleine und bringen die Leitung ins Wasser. Anschließend Pumpe ansaugen lassen und beobachten, bis Wasser kommt. Wenn beim ersten Versuch Luft gezogen wird, ist das der beste Lernmoment: gemeinsam die Kupplungen prüfen. Diese Übung braucht ein offenes Gewässer und Aufsicht direkt am Ufer.
Übung 2: Löschangriff über unwegsames Gelände
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Löschangriff nach FwDV 3 unter erschwerten Bedingungen: Steigung, Hindernisse, weite Wege |
| Material | C-Schläuche, Verteiler, Strahlrohre, Standrohr oder Pumpe, Pylonen, Stoppuhr |
| Gruppengröße | 6 bis 9 |
| Bezug | Angriffstrupp, Wassertrupp, Schlauchmanagement im Realgelände |
Ablauf: Anders als der glatte Löschangriff auf dem Hof läuft dieser über eine Wiese mit Steigung, um Bäume herum oder über einen Graben. Baut eine Strecke mit echten Hindernissen. Die Trupps müssen Schläuche sauber verlegen, Reserve schlau ablegen und trotzdem zügig arbeiten. Erst in Ruhe üben, dann auf Zeit als Wettbewerb. Wertet danach gemeinsam aus: Wo hat sich der Schlauch verhakt, wo war zu wenig Reserve? Dieses Format schult genau das, was auf dem Hof nie auffällt.
Übung 3: Wasserentnahme am Hydranten und Standrohrbetrieb
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Über- und Unterflurhydrant erkennen, Standrohr setzen, spülen, Wasser abgeben |
| Material | Standrohr, Unterflurschlüssel, Hydrantenschlüssel, B-Schläuche, Übersichtskarte der Hydranten |
| Gruppengröße | 4 bis 8 |
| Bezug | Wasserversorgung aus dem Netz, Ortskunde, Löschwasserkarte |
Ablauf: Startet mit einem kleinen Rundgang durchs Übungsgebiet und lasst die Jugendlichen Hydranten auf der Karte suchen und in echt finden. An einem freigegebenen Hydranten setzen sie dann das Standrohr, spülen kurz und geben Wasser ab. Verbindet die Übung mit Ortskunde: Wo im Ausrückebereich liegen die nächsten Hydranten? Diese Kombination aus Handwerk und Ortskenntnis ist im Sommer draußen ideal und macht die Löschwasserkarte plötzlich greifbar.
Übung 4: Tragkraftspritze im Team klar machen
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | TS bedienen: aufstellen, ansaugen, Ausgänge belegen, Druck halten |
| Material | Tragkraftspritze, Saug- und Druckschläuche, Strahlrohre, Handschuhe |
| Gruppengröße | 6 bis 8 |
| Bezug | Selbstständige Wasserversorgung, Zusammenspiel Maschinist und Trupp |
Ablauf: Die TS ist das Herzstück der unabhängigen Wasserversorgung, und viele Jugendliche haben sie noch nie selbst bedient. Lasst die Gruppe die Spritze tragen, sicher aufstellen, die Saugleitung anschließen und die Druckausgänge belegen. Ein Betreuer übernimmt die Aufsicht am Motor, die Jugendlichen machen den Rest. Wenn am Ende sauber Wasser aus mehreren Rohren kommt und der Druck stimmt, hat das Team etwas Echtes geschafft. Kombiniert die Übung mit Übung 1, wenn ihr an offenem Wasser seid.
Übung 5: Leiterübung im Freien, Steckleiter und Rettungsweg
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Steckleiter sicher in Stellung bringen, Anstellwinkel, Sicherung, Auf- und Absteigen |
| Material | Steckleiterteile, Übungsgebäude oder Gerüst, Handschuhe, Helm |
| Gruppengröße | 4 bis 6 |
| Bezug | Rettung über tragbare Leitern, Absturzsicherung, sauberes Fußen |
Ablauf: Draußen habt ihr Platz für die volle Steckleiter. Die Jugendlichen setzen die Teile zusammen, bringen die Leiter im richtigen Winkel in Stellung und sichern sie am Fuß. Danach steigen sie kontrolliert auf und ab, immer mit einem Sicherer unten. Ältere üben zusätzlich, ein Gerät nach oben mitzunehmen. Sicherheit steht hier klar über Tempo: Helm auf, Handschuhe an, kein Springen, keine Hektik. Aufsicht direkt an der Leiter ist Pflicht.
Übung 6: Wärmebild und Personensuche im Sommer-Gelände
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Systematische Absuche eines Bereichs, Trupparbeit, optional Wärmebildkamera |
| Material | Absperrband, Fundstücke oder Übungspuppe, Wärmebildkamera (Demo durch Aktive), Funkgeräte |
| Gruppengröße | 6 bis 9 (Trupps zu zweit oder zu dritt) |
| Bezug | Menschenrettung, systematisches Vorgehen, Trupp bleibt zusammen |
Ablauf: Steckt einen Suchbereich mit Absperrband ab und versteckt eine Übungspuppe oder Fundstücke. Die Trupps suchen den Bereich systematisch ab, Bahn für Bahn, und melden Funde per Funk. Wenn eine Wärmebildkamera verfügbar ist, führen die aktiven Kameraden sie im Schatten vor: Warum hebt sich ein Mensch von der Umgebung ab, was zeigt das Bild bei praller Sonne? So verbindet ihr taktisches Suchen mit dem Gerät, und die Jugendlichen begreifen, warum das Prinzip Trupp bleibt zusammen so wichtig ist.
Kategorie 2: Orientierung, Erste Hilfe und Ausdauer draußen (5 Ideen)
Der Sommer ist ideal für alles, was Weg, Wetter und Fläche braucht. Diese fünf Übungen fordern Kopf und Kondition: GPS-Rallye, Orientierungslauf und Erste-Hilfe-Szenario im Gelände.
Übung 7: GPS-Rallye mit Feuerwehr-Aufgaben
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Koordinaten finden, mit GPS-Gerät oder App navigieren, Aufgaben unterwegs lösen |
| Material | GPS-Geräte oder Smartphones, Koordinatenliste, Aufgabenkarten, kleine Preise |
| Gruppengröße | Kleingruppen zu 3 bis 5 |
| Bezug | Orientierung, moderne Navigation, Feuerwehrwissen unter Zeitdruck |
Ablauf: Legt vorab Wegpunkte im Gelände fest und gebt jeder Gruppe eine Koordinatenliste. Mit GPS-Gerät oder App navigieren die Teams von Punkt zu Punkt. An jeder Station wartet eine Feuerwehr-Aufgabe: einen Knoten binden, ein Gerät benennen, eine Notrufmeldung formulieren. Nur wer die Aufgabe löst, bekommt die nächste Koordinate. Das verbindet moderne Technik, die Jugendliche ohnehin täglich nutzen, mit echtem Ausbildungsinhalt. Wichtig: Grenzen des Geländes klar absprechen und Notfallnummer verteilen.
Übung 8: Erste-Hilfe-Szenario im Freien mit realistischer Lage
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Notfall im Gelände erkennen, versorgen, absetzen: von der stabilen Seitenlage bis zur Wärmeerhaltung |
| Material | Verbandmaterial, Rettungsdecke, Übungspuppe, Schminke für Wunden, Szenariokarten |
| Gruppengröße | 4 bis 6 pro Szenario |
| Bezug | Erste Hilfe unter realen Bedingungen, ruhiges Handeln, Notruf 112 |
Ablauf: Draußen wirkt ein Notfall völlig anders als im Schulungsraum. Baut ein Szenario auf: ein gestürzter Radfahrer am Wegrand, ein Kreislaufkollaps bei Hitze, eine Schnittverletzung beim Aufräumen. Die Gruppe muss die Lage erkunden, die Person versorgen, den Notruf absetzen und bis zum simulierten Eintreffen des Rettungsdienstes betreuen. Hitze und Sonne gehören bewusst dazu: Schatten schaffen, kühlen, Rettungsdecke gegen Auskühlen im Schock. Besprecht danach jeden Schritt. Das ist perfekte Vorbereitung auf den Erste-Hilfe-Lehrgang.
Übung 9: Orientierungslauf mit Feuerwehr-Stationen
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Sich im unbekannten Gelände orientieren, Ausdauer, Aufgaben unter Belastung lösen |
| Material | Geländekarte, Postenbeschreibungen, Stempel oder Codewörter, Aufgabenmaterial |
| Gruppengröße | Teams zu 3 bis 4 |
| Bezug | Kondition, Teamabsprache, Wissen abrufen wenn man außer Atem ist |
Ablauf: Verteilt Posten im Gelände, die die Teams selbstständig anlaufen. An jedem Posten gibt es eine kurze Aufgabe: Schlauch kuppeln, Fragen beantworten, einen Verband anlegen. Die Reihenfolge und der Weg sind Teil der Aufgabe. Das trainiert Ausdauer und die Fähigkeit, auch mit hohem Puls klar zu denken. Setzt die Wege der Jugend und der Hitze angemessen: lieber mehrere kurze Abschnitte mit Trinkpausen als eine lange Hetze durch die Mittagssonne.
Übung 10: Vegetationsbrand-Grundlagen praktisch erklärt
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Verstehen, wie sich Flächenbrände ausbreiten, wie man sie eingrenzt, welche Rolle Wind spielt |
| Material | Löschrucksack oder D-Schläuche, Feuerpatschen, Schaufeln, Flatterband für Übungsflächen |
| Gruppengröße | 6 bis 10 |
| Bezug | Vegetationsbrandbekämpfung, ein Thema, das in heißen Sommern immer wichtiger wird |
Ablauf: Vegetationsbrände nehmen zu, und gerade im Sommer ist das Thema greifbar. Ohne echtes Feuer erklärt ihr am Gelände, wie sich eine Flammenfront ausbreitet, warum man von der schwarzen Seite arbeitet und wie Wind alles verändert. Dann üben die Jugendlichen den Umgang mit Löschrucksack, D-Rohr und Feuerpatsche an einer markierten Übungsfläche. Verbindet das mit dem Sicherheitsthema Eigenschutz: Wo ist der Rückzugsweg, wo sammelt man sich? So bekommt ein hochaktuelles Einsatzbild einen sicheren, jugendgerechten Rahmen.
Übung 11: Ausdauer- und Kraftparcours mit Feuerwehrgeräten
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Kraft und Kondition mit echten Gerätearbeiten verbinden, fair und altersgerecht |
| Material | Schlauchtragekörbe, Wasserkanister, C-Rollschläuche, Pylonen, Stoppuhr |
| Gruppengröße | Einzeln oder Teams, gestaffelt |
| Bezug | Belastbarkeit für spätere Einsatzarbeit, gesundes Fitnessbewusstsein |
Ablauf: Baut einen Parcours aus feuerwehrnahen Aufgaben: gefüllten Kanister tragen, Schlauchtragekorb schleppen, C-Schlauch ausrollen und wieder aufnehmen, Sprint dazwischen. Anders als beim Kinderspiel geht es hier um echte, dosierte Belastung. Staffelt nach Alter und Fitness, damit niemand vorgeführt wird. Trinkpause vor und nach dem Lauf ist Pflicht. Wer will, kann die Zeiten über die Wochen notieren, so sehen die Jugendlichen ihren eigenen Fortschritt, ganz ohne Leistungsdruck.
Kategorie 3: Team, Abenteuer und Abkühlung (4 Ideen)
Sommer heißt auch Gemeinschaft. Diese vier Aktionen stärken den Zusammenhalt, fordern die Gruppe als Ganzes und dürfen am Ende ruhig nass werden.
Übung 12: Wasserförderung als Team-Staffel über die Distanz
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Als komplette Gruppe eine lange Wasserstrecke aufbauen und betreiben |
| Material | B- und C-Schläuche, Verteiler, Pumpe, Strahlrohr, Sammelstück |
| Gruppengröße | Ganze Gruppe, 8 bis 14 |
| Bezug | Zusammenspiel aller, Kommunikation über Distanz, Erfolg als Team |
Ablauf: Diese Übung funktioniert nur, wenn alle mitziehen. Die Gruppe baut eine lange Schlauchstrecke über mehrere Abschnitte auf, jeder Abschnitt hat sein eigenes kleines Team. Die Kunst liegt im Übergeben und in der Absprache: Wann kommt Wasser, wer meldet an den nächsten Abschnitt? Wenn am fernen Ende endlich Wasser aus dem Strahlrohr schießt, jubelt die ganze Gruppe, weil sie es gemeinsam geschafft hat.
Übung 13: Floß- oder Transportaufgabe am Wasser
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Teamproblem gemeinsam lösen, Material sicher über eine Distanz bringen, planen und umsetzen |
| Material | Kanister, Seile, Bretter oder Paletten, Absperrmaterial, Rettungsmittel |
| Gruppengröße | Teams zu 4 bis 6 |
| Bezug | Improvisation, Absprache, Umgang mit einfachen Mitteln |
Ablauf: Die Aufgabe lautet: Bringt eine Last trocken über eine markierte Strecke, nur mit den bereitgestellten Mitteln. Je nach Gelände wird gebaut, gehoben oder mit Seilen gesichert. Es gibt keine vorgegebene Lösung, die Teams müssen planen, diskutieren und ausprobieren. Am Wasser gilt strenge Aufsicht mit Rettungsmittel am Ufer. Diese Übung zeigt, wer im Team plant, wer anpackt und wie gut die Absprache klappt. Danach kurz reflektieren: Was hat funktioniert, was nicht?
Übung 14: Abkühl-Challenge mit Strahlrohr und Zielen
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Umgang mit dem Strahlrohr präzise üben, Sprühbild und Wasserstrahl kontrollieren, Spaß |
| Material | C-Schläuche, Strahlrohre mit Mundstück, Zieltafeln, Dosen, Wasserversorgung |
| Gruppengröße | Teams zu 3 bis 5 |
| Bezug | Strahlrohrführung, Vollstrahl gegen Sprühstrahl, feine Steuerung |
Ablauf: Das ist der Sommer-Höhepunkt und trotzdem echte Ausbildung. Die Teams müssen mit dem Strahlrohr Ziele treffen, ein Dosengerüst umspritzen, einen schwebenden Ball über eine Linie treiben oder mit Sprühstrahl möglichst fein arbeiten. So lernen die Jugendlichen ganz nebenbei den Unterschied zwischen Vollstrahl und Sprühstrahl und wie man das Rohr dosiert führt. Wenn zwischendurch jemand nass wird, gehört das im Hochsommer einfach dazu. Kündigt vorher an, dass Wechselkleidung sinnvoll ist.
Übung 15: Sommer-Biwak mit Nachtorientierung
| Detail | Beschreibung |
|---|---|
| Ziel | Gemeinschaftserlebnis über einen Abend, Orientierung in der Dämmerung, Zusammenhalt |
| Material | Taschenlampen, Funkgeräte, Leuchtstationen, Verpflegung, Erste-Hilfe-Material |
| Gruppengröße | Ganze Gruppe, in Kleingruppen unterwegs |
| Bezug | Selbstständigkeit, Vertrauen, ein Highlight, das im Gedächtnis bleibt |
Ablauf: Ein lauer Sommerabend eignet sich perfekt für ein kleines Biwak am Gerätehaus mit anschließender Orientierung in der Dämmerung. Die Kleingruppen folgen Leuchtstationen, lösen unterwegs kurze Aufgaben und melden sich per Funk. Danach sitzt die Gruppe zusammen, es gibt etwas vom Grill, und der Abend klingt gemeinsam aus. Solche Aktionen schweißen zusammen wie kaum etwas anderes. Wichtig: Einverständnis der Eltern einholen, Betreuerschlüssel erhöhen und die Wege in der Dunkelheit vorher selbst ablaufen. Wer daraus eine größere Aktion machen will, findet Planungshilfen in unserem Beitrag zum Zeltlager und zu JF-Veranstaltungen.
Übersicht: Alle 15 Sommer-Übungen auf einen Blick
Zum Ausdrucken und an die Pinnwand hängen, damit ihr auf einen Blick seht, was ins nächste Sommerprogramm passt:
| # | Übung | Kategorie | Gruppengröße | Wasser nötig |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Saugleitung aus offenem Gewässer | Technik | 6–9 | Ja (Gewässer) |
| 2 | Löschangriff über Gelände | Technik | 6–9 | Ja |
| 3 | Hydrant und Standrohr | Technik | 4–8 | Ja (Hydrant) |
| 4 | Tragkraftspritze klar machen | Technik | 6–8 | Ja |
| 5 | Steckleiter im Freien | Technik | 4–6 | Nein |
| 6 | Personensuche und Wärmebild | Technik | 6–9 | Nein |
| 7 | GPS-Rallye | Orientierung | 3–5 | Nein |
| 8 | Erste-Hilfe-Szenario draußen | Erste Hilfe | 4–6 | Nein |
| 9 | Orientierungslauf mit Stationen | Orientierung | 3–4 | Teilweise |
| 10 | Vegetationsbrand-Grundlagen | Technik | 6–10 | Ja |
| 11 | Ausdauer- und Kraftparcours | Ausdauer | Einzeln/Teams | Nein |
| 12 | Wasserförderung als Team-Staffel | Team | 8–14 | Ja |
| 13 | Transportaufgabe am Wasser | Team | 4–6 | Ja (Ufer) |
| 14 | Abkühl-Challenge Strahlrohr | Team | 3–5 | Ja |
| 15 | Sommer-Biwak mit Nachtorientierung | Team | Ganze Gruppe | Nein |
Muster-Sommerabend: 120 Minuten draußen
Wie baut ihr einen Outdoor-Abend auf, der rund läuft und die Hitze berücksichtigt? Legt die anstrengenden Teile in die kühleren Stunden, plant Trinkpausen fest ein und beendet den Abend mit etwas Wasser zur Abkühlung:
| Zeit | Aktivität | Beispiel |
|---|---|---|
| 0–10 Min | Begrüßung, Ablauf, Sicherheitshinweise | Hitze, Wasser, Aufsicht klären |
| 10–20 Min | Lockeres Aufwärmen | Teil des Ausdauerparcours (#11) |
| 20–70 Min | Technischer Hauptteil | Saugleitung (#1) oder Löschangriff im Gelände (#2) |
| 70–80 Min | Trinkpause im Schatten | Wasser, kurze Erholung |
| 80–105 Min | Team- oder Abkühlteil | Abkühl-Challenge Strahlrohr (#14) |
| 105–120 Min | Abschluss und Ausblick | Rückmeldung, Material verräumen, nächstes Mal |
Warum der Sommer die beste Ausbildungszeit ist
Der Sommer bietet Möglichkeiten, die euch das restliche Jahr fehlen. Offenes Wasser für den Saugbetrieb, langes Tageslicht für Geländeübungen, Platz für lange Schlauchstrecken. Das nutzt ihr nur, wenn ihr die Sommerabende gezielt anders plant als die Wintertermine im Gerätehaus. Genau darum lohnt es sich, das Übungsjahr sauber zu strukturieren und die wasserintensiven, geländeabhängigen Themen bewusst in die warme Jahreszeit zu legen.
Denkt auch an die Dokumentation. Haltet nach jedem Sommerabend fest, was gut lief, wie das Wetter war und wie die Übung ankam. So entsteht über die Jahre ein Erfahrungsschatz, und ihr wisst beim nächsten Sommer sofort, welche Formate funktionieren und welche ihr anpassen solltet. Wer größere Sommeraktionen wie ein Zeltlager plant, sollte den organisatorischen Rahmen früh angehen, Details dazu stehen im Beitrag zu JF-Veranstaltungen und Zeltlager.
Häufige Fragen
Welche Jugendfeuerwehr-Übungen eignen sich besonders für draußen im Sommer?
Ideal sind wasserintensive und geländeabhängige Themen: Saugleitung aus offenem Gewässer, Löschangriff über unwegsames Gelände, Wasserförderung als Team-Staffel und GPS-Rallyes. Diese Übungen brauchen Platz, Tageslicht und Wasser und lassen sich im Winter drinnen kaum umsetzen. Ergänzt sie um Erste-Hilfe-Szenarien im Freien und einen Abkühlteil zum Abschluss.
Wie schützt man Jugendliche bei Übungen in der Sommerhitze?
Legt anstrengende Teile in die kühleren Morgen- oder Abendstunden und meidet die pralle Mittagssonne. Plant feste Trinkpausen alle 20 bis 30 Minuten ein, bietet Schatten an und sorgt für Sonnenschutz. Achtet auf Anzeichen von Überhitzung wie Schwindel oder Übelkeit. PSA-Belastung in der prallen Sonne kurz halten und Kühlung sowie Erste-Hilfe-Material griffbereit haben.
Worauf muss man bei Wasserübungen an offenem Gewässer achten?
Aufsicht am Ufer ist Pflicht, und niemand geht allein ans oder ins Wasser. Rettungsmittel wie Wurfleine oder Rettungsring gehören bereitgestellt, der Uferbereich wird vorab auf Untergrund und Strömung geprüft. Der Betreuerschlüssel sollte enger sein als bei Übungen auf dem Hof. Der Saugkorb wird immer mit Halte- und Ventilleine gesichert, damit er nicht verloren geht.
Wie unterscheiden sich JF-Sommerübungen von Kinderfeuerwehr-Spielen?
In der Jugendfeuerwehr steht echte feuerwehrtechnische Ausbildung im Vordergrund, nicht das reine Spiel. Jugendliche von 12 bis 17 bedienen Pumpen, bauen Saugleitungen und arbeiten in Trupps nach FwDV 3. Der Anspruch ist deutlich höher, die Übungen dauern länger und fordern Kondition wie Verantwortung. Wasser und Spaß bleiben Teil des Sommers, sind aber Beiwerk, nicht der Kern.
Fazit
15 Übungen für einen ganzen Sommer Ausbildung im Freien. Diese Ideen nutzen genau das, was der Sommer bietet, und fordern eure Jugendlichen technisch wie körperlich. Achtet auf Hitze, Wasser und Aufsicht, plant die Abende bewusst anders als die Wintertermine. Fangt mit zwei, drei Übungen an, die zu eurer Ausrückeordnung und eurem Gelände passen, und baut das Programm über den Sommer aus.
Weiterlesen: Übungsabend-Ideen fürs ganze Jahr · Veranstaltungen und Zeltlager planen · JF-Wettbewerbe vorbereiten · Motivation in der Jugendfeuerwehr steigern