Jugendfeuerwehr-Wettbewerbe vorbereiten: Regeln und Trainingsplan
Bevor ihr trainiert, klärt ihr, an welchem Wettbewerb ihr teilnehmt. Bundeswettbewerb, Leistungsspange und örtliche Wettbewerbe haben verschiedene Regeln, und selbst bei gleichem Namen ändern sich Ausschreibung und Auslegungen. Holt euch deshalb zuerst die aktuellen Unterlagen. Danach baut ihr einen Trainingsplan, der zur Gruppe passt: Platzierung und Schnelligkeit sind nicht das einzige Ziel.
Drei Formate unterscheiden
| Format | Grundidee | Zuerst beschaffen |
|---|---|---|
| Bundeswettbewerb der DJF | Feuerwehrtechnischer und sportlicher Wettbewerb für Gruppen | Wettbewerbsordnung, aktuelle Ergänzungen und Ausschreibung |
| Leistungsspange | Gemeinsamer Leistungsnachweis | Richtlinien und Informationen der Abnahmestelle |
| Kreis- oder Stadtwettbewerb | Vom Veranstalter festgelegt | Eigene Ausschreibung und Sicherheitsvorgaben |
Bundeswettbewerb: Was die Ordnung festlegt
Die DJF stellt für den Bundeswettbewerb die Wettbewerbsordnung und aktuelle Ergänzungen bereit. Nach der Ordnung ist der Wettbewerb weder Vorbereitung auf die Einsatzabteilung noch einsatztaktisches Training. Es ist ein reiner Wettbewerb innerhalb der feuerwehrtechnischen Ausbildung der Jugendfeuerwehr. Das Training braucht deshalb keine „realistischeren“ Gefährdungen.
Der Wettbewerb besteht aus zwei Teilen:
- A-Teil, Löschangriff: Die Gruppe nimmt drei Rohre vor und überwindet dabei Hindernisse. Der Löschangriff wird als Trockenübung mit der Wasserentnahmestelle „Unterflurhydrant“ oder „Offenes Gewässer“ gezeigt. Welche Variante gilt, wird alle zwei Jahre gewechselt und im Lauffeuer veröffentlicht. „Offenes Gewässer“ bleibt dabei eine Übung ohne Wasser; ihr müsst für das Training kein Ufer aufsuchen.
- B-Teil, 400-m-Hindernislauf: Alle neun Mitglieder laufen nacheinander festgelegte Teilstrecken und geben einen Staffelstab weiter. Auf der Strecke liegen unter anderem Laufbrett, Krankentrage, ausgelegter Schlauch und Feuerwehrleine.
Weitere Eckdaten aus der Ordnung (Stand 07.09.2013):
- Eine Gruppe besteht aus neun Personen plus einer Ersatzperson. Die Ersatzperson darf nur mit Zustimmung der Wettbewerbsleitung eingesetzt werden.
- Teilnehmen dürfen Jugendliche von 10 bis 18 Jahren. Stichtag für das Alter ist der 31. Dezember des laufenden Jahres.
- Die Teilnahme setzt einen gültigen Mitgliedsausweis voraus.
- Die Wettbewerbsgeräte stellt der Ausrichter. Eigene Wettbewerbsgeräte sind nicht zugelassen. Ihr bringt Übungsanzug, Schutzhelm, Schutzhandschuhe und Sportschuhe mit; Spikes und Stollenschuhe sind verboten.
Für Geräteanordnung, Fehlerpunkte und Wertung zählt die gültige Ordnung samt Ergänzungen. Die Ergänzungen zu Auslegungen und Aufstellung der Gruppen stehen im Papier Aktuelles zum Bundeswettbewerb (Stand 01.07.2026). Die Ordnung selbst findet ihr als PDF der DJF.
Legt vor dem ersten Training die Bewertungsbögen aus der Ordnung bereit. Dann üben die Jugendlichen genau das, was am Wettkampftag gewertet wird.
Führt außerdem eine Unterlagenliste mit Versionsstand. Eine Person klärt offene Fragen beim Ausrichter, eine zweite überträgt die Antworten in den Trainingsplan. Änderungen gehen an alle Betreuenden.
Leistungsspange: Gruppe und mögliche Staffel
Die DJF nennt Kugelstoßen, Staffellauf, Fragenbeantwortung, Löschangriff und Schnelligkeitsübung als Disziplinen der Leistungsspange. Der Staffellauf der Leistungsspange ist also eine andere Disziplin als der Hindernislauf des Bundeswettbewerbs.
Seit 2024 ist bei der Leistungsspange die Staffel als taktische Einheit regulär möglich (nicht zu verwechseln mit dem Staffellauf). Ob sie angeboten wird, entscheidet die Landesjugendfeuerwehr. Für die Staffel gelten eigene Durchführungswerte, ihr könnt also keine Gruppentabelle übernehmen. Das steht in den Änderungen zur Leistungsspange 2024. Prüft vor der Anmeldung, wer teilnehmen darf und in welcher Einheit ihr antretet.
Wer noch nicht teilnehmen kann, braucht ein eigenes Programm. Dafür eignen sich Knotenstationen oder Gerätekunde-Stationen.
Trainingsplan über zwölf Wochen
Der Plan ist ein Beispiel. Er setzt keine Trainingsdauer und keine zwei Termine pro Woche voraus. Passt ihn an Schule, Ferien, Erfahrung der Gruppe und Zahl der Betreuenden an.
| Phase | Schwerpunkt | Ergebnis vor dem nächsten Schritt |
|---|---|---|
| Woche 1–2 | Regeln, Material, Lernstand | Die Gruppe kennt Ziel und sicheren Ablauf |
| Woche 3–4 | Einzelaufgaben langsam | Handgriffe sitzen ohne Hektik |
| Woche 5–6 | Teilabläufe verbinden | Übergaben und Rückmeldungen klappen |
| Woche 7–8 | Gesamtablauf | Jeder kennt seine Aufgabe und das Stoppzeichen |
| Woche 9–10 | Durchlauf mit Bewertungsbogen | Konkrete Fehler sind erkannt und werden gezielt geübt |
| Woche 11 | Generalprobe | Anreise, Wartezeit und Material sind erprobt |
| Woche 12 | Wiederholung und Erholung | Keine neue Belastung kurz vor dem Termin |
Plant Pausen ein und brecht eine Einheit ab, wenn Konzentration oder sichere Ausführung nachlassen. Mehr Training ist nicht automatisch besser. Zehn schlechte Durchläufe nützen wenig, wenn ein einzelner Handgriff noch unklar ist.
Beim Hindernislauf kommt Hitze dazu: Trainiert im Sommer in den kühleren Stunden, haltet Wasser bereit und lasst nach jedem Durchlauf trinken.
Rollen verteilen
Lasst die Jugendlichen zu Beginn mehrere Aufgaben ausprobieren. Danach stimmt ihr die Besetzung mit ihnen ab. Bezieht die Ersatzperson von Anfang an ein; sie gehört zur Gruppe und sieht nicht dauerhaft nur zu.
Wer eine Aufgabe langsamer lernt, ist nicht ungeeignet. Prüft dann Erklärung, Material und Übungsmöglichkeiten. Wenn jemand Anpassungen braucht, sprecht frühzeitig mit dem Ausrichter. Hilfreiche Hinweise dafür gibt der Artikel zur Inklusion in der Jugendfeuerwehr.
Eine Rolle im Wettkampf berechtigt nicht zum Bedienen von Einsatzgerät. Wer im Wettbewerb den Maschinisten darstellt, darf deshalb noch keine Pumpe im echten Betrieb fahren. Dafür ist eine eigene Ausbildung nötig.
Material und Packliste
Erstellt eine Packliste mit Anzahl, Bezeichnung, Zustand und zuständiger Person. Tragt ein, auf welche Fassung der Wettbewerbsunterlagen sie sich bezieht. Klärt mit dem Ausrichter, was er stellt und was ihr mitbringen müsst.
Nehmt nur geprüftes Material. Beschädigte oder ausgemusterte Geräte werden nicht dadurch sicher, dass Jugendliche damit üben. Die persönliche Ausstattung muss zu den Aufgaben und zur Bekleidungsrichtlinie der DJF passen. Sprecht mit der Wehrführung ab, dass das Training die Einsatzbereitschaft nicht beeinträchtigt, etwa wenn ihr Schläuche oder Leinen aus dem Einsatzdienst nutzt.
Für einfache Wiederholungsabende bietet die Ideensammlung für Übungsabende passende Formen. Die Wettkampfaufgabe selbst unterrichtet ihr aber nach der Ordnung.
Rückmeldung nach jedem Durchlauf
Eine Gesamtnote hilft nicht. Haltet drei Dinge fest: Was habt ihr beobachtet? Welche Regel oder welches Lernziel betrifft es? Was ändert sich im nächsten Versuch? Zum Beispiel: „Die Rückmeldung kam, bevor die Aufgabe abgeschlossen war. Wir üben jetzt nur diesen Übergang.“
Messt die Zeit erst, wenn der Ablauf sicher sitzt, und nur in dem Rahmen, den die Ordnung vorgibt. Niemand wird wegen einer langsamen Zeit vorgeführt. Wie ihr mit unterschiedlichen Zielen in der Gruppe umgeht, steht im Artikel zur Motivation in der Jugendfeuerwehr.
Der Wettkampftag
Plant Abfahrt, Treffpunkt, Parkplatz, Anmeldung, Umkleiden, Verpflegung und Rückfahrt. Die Leitung hat eine vollständige Liste der Gruppe samt Telefonnummern der Eltern dabei. Prüft die Unterlagen vor dem Losfahren, den Mitgliedsausweis eingeschlossen, und das Material vor der Anmeldung.
Vereinbart in der Wartezeit einen festen Aufenthaltsbereich mit Schatten und Trinkwasser. Neue Übungen oder hektische Änderungen kurz vor dem Start helfen selten. Nervosität darf ausgesprochen werden. Gebt der Gruppe klare Abläufe und eine feste Ansprechperson.
Bei Verletzung oder Überforderung entscheidet die verantwortliche Betreuungsperson über Unterbrechung und Hilfe. Ein Startplatz ist kein Grund, Warnzeichen zu ignorieren.
Auswertung
Fragt zuerst, wie die Gruppe den Tag erlebt hat. Danach geht ihr die Rückmeldungen der Wertenden durch. Unklare Bewertungen klärt ihr sachlich über den vorgesehenen Weg, nicht im Streit vor den Jugendlichen.
Haltet fest, welche Aufgabe im nächsten Dienst vertieft wird. Würdigt den gemeinsamen Einsatz unabhängig von der Platzierung. Auch ohne Pokal kann die Teilnahme ein gelungenes Projekt sein.
Checkliste
- Format, Ausschreibung und aktuelle Ergänzungen geprüft
- Teilnahmeberechtigung, Altersstichtag und Mitgliedsausweise bestätigt
- Trainingsumfang mit der Gruppe abgestimmt
- Teilabläufe sicher geübt, bevor an Tempo gearbeitet wird
- Ersatzperson eingebunden, Anpassungen für einzelne Mitglieder geklärt
- Trinkwasser, Schatten und Erste-Hilfe-Material eingeplant
- Packliste, Transport und Information der Eltern vorbereitet
- Auswertung unabhängig von der Platzierung geplant