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Freiwillige Feuerwehr01. Oktober 2026Aktualisiert: 02. Oktober 2026FWVS Redaktion5 Min. Lesezeit

Einweiserübung Feuerwehr: Sicheres Zusammenspiel trainieren

Fahrer und Einweiser gemeinsam üben: Position im Blickfeld, Handzeichen wie Halt und Abstand, Abbruchregeln, Ablauf in drei Stufen und Beobachtungsbogen.

Einweiserübung Feuerwehr: Sicheres Zusammenspiel trainieren

Rückwärtsfahren gehört zu den gefährlichen Fahrvorgängen im Feuerwehrdienst. Die Unfallkassen nennen als Gefahren den Aufenthalt im Gefahrenbereich, schlechte Sicht an unübersichtlichen Einsatzstellen und Einweiser, die keine eindeutigen Handsignale geben. Eine Einweiserübung trainiert deshalb die Verständigung zwischen Fahrer und Einweiser: erst im Stand, danach mit berechtigtem Fahrer auf einer gesicherten Fläche. Dieser Artikel liefert Regeln, Zeichen, einen Ablauf in drei Stufen und einen Beobachtungsbogen.

Der Abschnitt C5 der DGUV Information 205-010 ist auf dem Portal Sichere Feuerwehr abgedruckt. Danach muss sich der Fahrer einweisen lassen, wenn er beim Rückwärtsfahren eingeschränkte Sicht hat und Personen gefährdet werden könnten (§ 9 Abs. 5 StVO).

Regeln für den Einweiser

Diese Punkte nennen die DGUV-Information und die Unfallkassen:

  • Der Einweiser steht im Sichtbereich des Fahrers, gut erkennbar, und hält Blickkontakt.
  • Er kann den toten Winkel hinter dem Fahrzeug einsehen.
  • Er steht nie zwischen dem fahrenden Fahrzeug und einem Hindernis, etwa einer Wand, einem anderen Fahrzeug, einer Grube oder einem Materialstapel.
  • Er macht währenddessen nichts anderes. Kein Funk, kein Telefon, kein Gespräch.
  • Er gibt eindeutige Handsignale.
  • Verliert der Fahrer den Einweiser aus dem Blick, hält er sofort an.

Weitere Quellen ergänzen, etwa das Merkblatt der DLRG und die DRK-Bereitschaft Stade: Pro Fahrzeug gibt es nur einen Einweiser, der niemals rückwärts geht und sich nicht bewegt, solange das Fahrzeug rollt. Er bewegt sich erst nach „Halt“. Bei Nacht wird er blendfrei angeleuchtet. Warnkleidung trägt er ohnehin.

Handzeichen

Die Unfallkasse NRW hat die Zeichen auf einem Aufkleber zum Einweisen zusammengestellt: Halt, Herkommen, Entfernen, Dorthin fahren und Abstandsanzeige. Dazu gelten Blickkontakt, Schrittgeschwindigkeit und der Grundsatz, dass keine Personen zwischen Einweiser und Fahrzeug stehen. Beschreibungen der Gesten sind je nach Quelle etwas verschieden. Entscheidet euch für eine Vorlage, hängt sie aus und übt nur diese.

Als Beispiel eine Beschreibung der DRK-Bereitschaft Stade:

ZeichenGeste
AchtungEin Arm senkrecht über dem Kopf, bevor das Fahrzeug anfährt
Fahrzeug fährt zum Einweiser hinHände auf Brusthöhe, Handflächen zum Körper
Fahrzeug fährt wegHände auf Brusthöhe, Handflächen zum Fahrzeug
Lenken nach links oder rechtsDer Arm der jeweiligen Seite waagerecht zur Seite gestreckt
Abstand zum HindernisBeide Handflächen nähern sich, berühren sie sich, ist kein Platz mehr
HaltHände vor der Brust, am Körper entlang nach unten bis zu gestreckten Armen. Das Fahrzeug steht sofort

Voraussetzungen vor der ersten Fahrt

  • Abgesperrte Fläche ohne fremden Verkehr, gute Sicht, bei Dunkelheit ausreichend Licht
  • Fahrer mit passender Fahrerlaubnis und Einweisung auf das Fahrzeug (siehe Fahrberechtigung)
  • Eine Übungsleitung, die alles überblickt und abbrechen darf
  • Ein einfacher Fahrweg ohne enge Tore, Kanten oder Quetschstellen
  • Zuschauer warten außerhalb des Bewegungsbereichs; Kinder sind weder Einweiser noch Hindernis
  • Absprache, wie die Übung bei einem echten Alarm endet

Prüft Fahrzeug, Maße und Fahrbahn vorher. Pylonen und Wegmarken zeigen eine Grenze, schützen aber nicht vor echten Gefahren.

Stufe 1: Positionen im Stand klären

Der Motor ist aus, das Fahrzeug nach eurem Verfahren gesichert, der Fahrer sitzt auf seinem Platz. Der Einweiser probiert Standorte aus und fragt: Sieht mich der Fahrer im Spiegel? Wo verschwinde ich aus seinem Blick? Welche Bereiche sieht er nicht? Rückfahrkamera und Sensoren ersetzen den Einweiser nicht.

Fragen für den Beobachter: Ist der Einweiser gut zu erkennen? Hat er freie Sicht auf den toten Winkel? Gibt es einen Rückzugsweg? Ist etwas unklar, wird noch nicht gefahren.

Stufe 2: Zeichen im Stand üben

Der Einweiser zeigt ein Zeichen, der Fahrer nennt die Bedeutung. Zeigt er etwas anderes, klärt ihr das Zeichen und wiederholt es. Besonders wichtig sind „Halt“ und das Verhalten bei Blickverlust. Spielt den Fall durch: „Ich sehe den Einweiser nicht mehr.“ Die richtige Antwort ist Anhalten und Klären, nicht Weiterfahren nach Gefühl.

Erfindet keine eigenen Zeichen und lasst kein „passt schon“ gelten.

Stufe 3: Eine einfache Fahrt

Die Leitung bestätigt, dass die Fläche frei ist. Fahrer und Einweiser legen den Endpunkt fest. Gefahren wird im Schritttempo. Die Leitung bricht ab, wenn eine fremde Person in den Bereich tritt, ein Zeichen unklar ist, der Sichtkontakt abreißt oder die Fläche nicht mehr sicher ist. Weiter geht es erst nach Stillstand und neuer Freigabe.

Niemand läuft absichtlich hinter das Fahrzeug, um einen Fehler zu provozieren. Den Blickverlust übt ihr als angekündigten Halt im Stand. Danach wird kurz ausgewertet, und die Rollen wechseln. Wer fährt, braucht dafür die Berechtigung.

Zeitplan für 60 Minuten

AbschnittZeit
Einführung, Fläche, Voraussetzungen10 Minuten
Sichtbereiche am stehenden Fahrzeug15 Minuten
Zeichen im Stand10 Minuten
Einzelne Fahrten15 Minuten
Auswertung und Aufräumen10 Minuten

Mehr Teilnehmer brauchen mehr Zeit oder einen zweiten Termin. Keine Fahrt wird aus Zeitdruck beschleunigt.

Beobachtungsbogen

Pro Durchgang ein Kreuz oder ein Vermerk bei: Auftrag verstanden, Fläche frei, Position im Blickfeld, Blickkontakt gehalten, Zeichen eindeutig, bei Unklarheit gestoppt, Endpunkt gesichert. Ein Fehler wird vor der nächsten Fahrt geklärt. Die Nachbesprechung hilft, Beobachtung und Bewertung zu trennen.

Typische Fehler

  • Der Einweiser telefoniert oder funkt nebenbei.
  • Zwei Personen geben gleichzeitig Zeichen.
  • Der Einweiser läuft rückwärts oder bewegt sich, während das Fahrzeug rollt.
  • Die Rückfahrkamera ersetzt den Einweiser.
  • Der Abstand wird geschätzt, ohne die Fahrzeugmaße zu kennen.

In jedem dieser Fälle gilt: anhalten, klären, neu starten.

Grenzen

Die Einheit ist keine Fahrausbildung und übt keine Sonderrechte. Enges Rangieren, Straßenverkehr und schwieriges Gelände brauchen ein eigenes Konzept. Bei schlechter Sicht oder ungesicherter Fläche wird die Fahrt verschoben.

Wie ihr Fahrzeuge und Prüffristen im Blick behaltet, steht im Ratgeber zur Geräte- und Fahrzeugverwaltung. Tragt die Übung mit allen Teilnehmern im Dienstplan ein, etwa als „Zusammenarbeit Fahrer und Einweiser“.

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