Inklusive Spiele in der Kinderfeuerwehr: Stationen anpassen
Ein Spiel ist inklusiv, wenn jedes Kind auf seinem eigenen Weg zum gemeinsamen Ergebnis beitragen kann. Dafür fragt ihr die Kinder und Eltern, was hilft, prüft Raum und Material und lasst Wahlmöglichkeiten zu. Der Satz „Bei uns darf jeder kommen“ allein räumt keine Barriere weg. Unten findet ihr einen Prüfplan, drei Stationen mit Anpassungen und einen Ablauf für 70 Minuten.
Mit dem Kind planen
Der Inklusions-Check der DJF geht auf räumliche Barrieren, Anpassungen, die Beteiligung der Kinder, die Eltern und Kooperationen ein. Geht ihn vor der Spielauswahl durch. Eine Diagnose sagt wenig darüber, was ein Kind bei euch braucht. Fragt das Kind selbst: Was klappt gut? Was ist unangenehm? Wie möchtest du Hilfe bekommen?
Das Gespräch bleibt vertraulich. Kein Kind muss vor der Gruppe erklären, wobei es Unterstützung braucht. Gesundheitsangaben geben die Eltern freiwillig, und ihr fragt nur, was ihr für den Abend wirklich wissen müsst, etwa „Braucht Lena einen Platz nahe der Toilette?“. Was ihr aufschreibt und wer es sehen darf, regelt der Datenschutzleitfaden.
Vier Bereiche vor dem Treffen prüfen
| Bereich | Konkrete Frage |
|---|---|
| Zugang | Sind Weg, Eingang, Tisch und Toilette erreichbar? |
| Wahrnehmung | Sind Bilder, Ansagen und Signale verständlich? |
| Bewegung | Muss jemand schnell laufen, greifen oder lange stehen? |
| Gruppe | Kann das Kind eine Pause oder Hilfe wählen? |
Probiert die Aufgabe mit dem echten Material aus. Ein Tischspiel ist nicht barrierefrei, wenn Tischhöhe, Griffgröße oder Sprache nicht passen. Prüft auch, ob die zugesagte Unterstützung an dem Abend personell wirklich da ist.
Station 1: Ausrüstungs-Memory
Aufgabe: Auf großen Karten sind Helm, Stiefel, Handschuhe, Schlauch, Leiter und Fahrzeug abgebildet, jeweils zweimal. Die Karten liegen verdeckt auf dem Boden. Die Kinder decken abwechselnd zwei auf und sagen oder zeigen, ob sie ein Paar gefunden haben. Gefundene Paare bleiben als gemeinsamer Stapel in der Mitte.
Anpassungen: Nehmt große Karten mit klaren Konturen und kräftigen Farben. Klebt auf die Rückseite oder auf die Paare unterschiedliche Stoffstücke, dann kann man auch fühlen, was zusammengehört. Wer nicht gut greift oder sich nicht bücken kann, zeigt auf die Karte, und ein anderes Kind oder eine Betreuungsperson dreht sie um. Stellt das Spiel auf einen Tisch, wenn der Boden nicht für alle geeignet ist.
Typischer Fehler: Das Memory zum Wettbewerb machen. Es gibt keine Punkte pro Kind. Die Gruppe zählt am Ende gemeinsam, wie viele Paare liegen.
Station 2: Rhythmus-Kreis
Aufgabe: Die Gruppe sitzt oder steht im Kreis. Eine Betreuungsperson macht ein Geräusch vor, etwa zweimal klatschen. Die Kinder geben es reihum weiter. Dann denkt sich jedes Kind ein eigenes Zeichen aus, das die anderen nachmachen.
Anpassungen: Klatschen, Stampfen, Trommeln auf dem Oberschenkel, auf eine Dose oder ein Handzeichen sind gleichwertig. Wer lieber nichts macht, darf einen Moment zuschauen und später einsteigen. Haltet die Lautstärke niedrig. Plötzliche laute Geräusche sind für manche Kinder sehr unangenehm, deshalb gibt es weder Trillerpfeife noch Alarmton.
Typischer Fehler: Von Kindern verlangen, dass sie ein Zeichen genau nachmachen. Ähnlich genügt.
Station 3: Zielwurf oder Zielablage
Aufgabe: Ein weicher Beutel soll auf einer breiten Zielmatte landen. Das nächste Kind beginnt erst, wenn die Matte frei ist.
Anpassungen: Ziel näher stellen, größere Fläche wählen, im Sitzen werfen oder den Beutel über den Tisch schieben. Auch vorsichtiges Ablegen auf der Matte zählt als Treffer. Sagt vorher, dass alle Wege gleichwertig sind.
Typische Fehler: Eine einheitliche Wurfentfernung für alle, oder die Bemerkung „Das ist ein Extra für Schwache“.
Gemeinsames Ergebnis: Die Gruppe zählt alle gelungenen Versuche zusammen. Niemand ist für einen niedrigen Einzelwert verantwortlich.
Ein 70-Minuten-Abend
| Zeit | Inhalt |
|---|---|
| 0–10 | Ankommen, Stationen zeigen |
| 10–25 | Station 1 |
| 25–40 | Station 2 |
| 40–50 | Pause mit Trinken |
| 50–70 | Station 3, Rückblick, Übergabe |
Laufen drei Stationen gleichzeitig, braucht ihr entsprechend mehr geklärte Aufsicht. Kleine Teams spielen besser alles gemeinsam nacheinander. Mehr Ideen für den Ablauf findet ihr in der Gruppenstundenplanung.
Pause als gleichwertige Möglichkeit
Legt einen sichtbaren ruhigen Platz fest und erklärt, wie ein Kind ihn nutzt. Die Aufsicht gilt dort genauso. Wer eine Pause braucht, ist deshalb nicht unmotiviert. Besprecht, wie das Kind danach wieder einsteigen kann.
Verzichtet auf überraschende Alarmgeräusche, grelle Effekte und erzwungenen Körperkontakt. Hilfe beginnt mit der Frage, ob und wie ein Kind sie möchte. Bei Sicherheitsfragen entscheiden trotzdem die Erwachsenen.
Nachbereitung
Fragt am Ende: „Was hat dir heute geholfen?“ Kinder können antworten, zeigen oder zeichnen. Schreibt einen Punkt für die nächste Vorbereitung auf. Inklusion ist keine Zusatzstation, sie gehört zu jeder Planung.
Bei Abzeichen und Wettbewerben ändert ihr die Regeln nicht auf eigene Faust. Klärt nötige Anpassungen vorab mit den Zuständigen. Wie das bei der Kinderflamme läuft, steht im Abzeichenleitfaden. Wie ihr gemeinsam Regeln entwickelt, zeigt die Regelwerkstatt.