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Kinderfeuerwehr01. Oktober 2026Aktualisiert: 02. Oktober 2026FWVS Redaktion5 Min. Lesezeit

Kinderfeuerwehr-Vertretungsstunde: entscheiden, vereinfachen, absagen

Betreuende fallen kurzfristig aus: Prüfliste mit DJF-Betreuungsschlüssel, zwei Ersatzprogramme für 60 Minuten, Vertretungsmappe und Nachricht an Eltern.

Kinderfeuerwehr-Vertretungsstunde: entscheiden, vereinfachen, absagen

Fällt kurz vor dem Termin jemand aus, klärt zuerst, ob genug Betreuende da sind. Ein einfacheres Spiel spart Vorbereitung, ersetzt aber keine fehlende Aufsicht. Steht die Betreuung, wählt ihr eines der beiden Ersatzprogramme unten, die ohne Vorbereitung funktionieren. Wenn nicht, sagt ihr rechtzeitig ab. Auch Mappe und Elternnachricht für diesen Fall findet ihr hier.

Erst die Betreuung prüfen

Die Leitung beantwortet vier Fragen:

  • Wie viele Kinder kommen tatsächlich?
  • Welche eingewiesenen Betreuenden sind da, und ist eine Ersthelferin oder ein Ersthelfer dabei?
  • Braucht ein Kind besondere Unterstützung?
  • Wer betreut die übrigen Kinder, wenn eines zur Toilette begleitet werden muss oder Hilfe braucht?

Als Maßstab empfiehlt die DJF im Betreuendenschlüssel für Kinder von 6 bis 9 Jahren mindestens 2 Betreuende auf 10 Kinder. Grundsätzlich sollten immer mindestens zwei Personen die Aufsicht führen, damit eine im Notfall handeln kann, während die andere die übrigen Kinder im Blick behält. Das ist eine Empfehlung, kein Gesetz. Manche Träger und Satzungen verlangen mehr. Zwölf Kinder und eine Betreuerin bedeuten deshalb: Der Termin findet so nicht statt. Ein Helfer, den die Kinder nicht kennen und den ihr nicht eingewiesen habt, zählt nicht als zweite Betreuungsperson.

Wenn die Leitung die Fragen nicht sicher beantworten kann, startet die Vertretungsstunde nicht. Kinder, die schon da sind, betreut ihr, bis sie ordnungsgemäß übergeben werden.

Drei mögliche Ergebnisse

ErgebnisHandlung
Betreuung und Raum passen, Material fehltEin einfaches Programm für alle wählen
Betreuung passt, die geplante Aktion nichtAktion streichen, Alternative erklären
Betreuung oder Raum reichen nichtAbsagen, bereits angekommene Kinder sicher übergeben

Haltet kurz fest, wer die Entscheidung getroffen hat und warum. Eine unbequeme Absage ist besser als die Hoffnung, es werde schon irgendwie gehen. Den Ersatztermin nennt ihr den Familien verbindlich.

Die Vertretungsmappe

Legt vorab eine Mappe an mit Raumregeln, Stoppsignal, Ablauf für Übergabe und Abholung, den nötigen Angaben zu den Kindern (nur so viel wie nötig), Notfallrollen und zwei fertigen Programmblättern. Bestimmt, wer die Mappe bekommt und wer sie aktuell hält.

Ein Programmblatt lesen zu können genügt nicht. Wer vertritt, muss vorher Raum, Aufsicht und das Vorgehen bei Kinderschutzfragen erklärt bekommen und die Anforderungen eurer Wehr an Betreuende erfüllen. Dazu gehört je nach Träger zum Beispiel ein Führungszeugnis. Mehr zum Aufbau des Teams steht im Leitfaden für Betreuende.

Ersatzprogramm A: Bildergeschichte, 60 Minuten

Material: Papier im Format A4, dicke Stifte, Klebeband, eine lange Papierbahn oder Tapetenrolle.

ZeitInhalt
0–10Begrüßen, Programmänderung erklären
10–20Geschichte anfangen: Betreuende erzählen die ersten Sätze
20–40Jedes Kind malt eine Szene dazu
40–45Pause und Trinken
45–55Bilder in die richtige Reihenfolge kleben, Geschichte gemeinsam erzählen
55–60Aufräumen, Rückblick, Übergabe

Ablauf: Die Betreuung beginnt eine kurze Geschichte, zum Beispiel: „Die Kinderfeuerwehr findet eines Morgens ein verirrtes Kätzchen vor dem Gerätehaus.“ Jedes Kind malt, was als Nächstes passieren könnte. Die Bilder werden der Reihe nach auf die Papierbahn geklebt, und jedes Kind erzählt seine Szene. Wer nicht erzählen möchte, zeigt sein Bild.

Hinweis: Das Ergebnis darf in der nächsten Stunde aufgehängt bleiben. Es braucht keine Einsatzszenen mit Rauch oder Verletzten.

Ersatzprogramm B: Pantomime und Packspiel

Material: Bildkarten mit Tätigkeiten (Schlauch ausrollen, Leiter tragen, Helm aufsetzen, Fahrzeug waschen) und Bildkarten mit Ausrüstung.

Pantomime, etwa 20 Minuten: Ein Kind zieht eine Karte und macht die Tätigkeit ohne Worte vor, die anderen raten. Schwere Tätigkeiten spielt ihr mit leichten Bewegungen nach, niemand hebt echte Gegenstände. Wer nicht vorspielen mag, zieht eine Karte und zeigt sie einer Betreuungsperson, die es für das Kind vormacht.

„Ich packe meine Feuerwehrtasche“, etwa 15 Minuten: Alle sitzen im Kreis. Das erste Kind sagt: „Ich packe in meine Tasche einen Helm.“ Das nächste wiederholt den Helm und fügt etwas Neues hinzu. Vergessene Dinge dürfen die Nachbarn zuflüstern, niemand scheidet aus. Bei jüngeren Kindern legt ihr die Bildkarten dazu.

Dazwischen gehört eine Pause nach etwa zwanzig Minuten und zum Schluss eine Aufräumrunde. Wenn die Gruppe unruhig ist, wechselt ihr zu einer Malrunde (Programm A).

Übergänge klar machen

Nach jeder Aktivität sammeln alle das Material in einer Kiste ein, erst dann beginnt die nächste. Eine Betreuungsperson prüft, wer wirklich da ist. Wer auf die Toilette muss, geht nach dem vereinbarten Verfahren. Die anderen Kinder werden dann nicht „kurz allein gelassen“.

Ein gemeinsames Spiel ist leichter zu beaufsichtigen als vier Stationen. Das gilt aber nur, wenn die Betreuung vorher geprüft wurde. Weitere Hinweise gibt die Sicherheitsplanung.

Die Nachricht an die Eltern

Bei einer Programmänderung: „Heute bleibt die Gruppe im Gruppenraum und malt. Die geplante Aktion draußen findet nicht statt. Treffpunkt und Abholung bleiben wie besprochen.“

Bei einer Absage: „Der Kinderfeuerwehr-Termin am [Datum] fällt aus, weil heute nicht genug Betreuende da sind. Bitte bringt die Kinder nicht zum Treffpunkt. Wer schon da ist, wird direkt angesprochen. Einen Ersatztermin teilen wir mit.“

Die Texte sind Vorlagen mit Platzhaltern. Prüft, ob die Nachricht alle Eltern erreicht hat, zum Beispiel durch eine Lesebestätigung oder einen Anruf bei Familien ohne Rückmeldung. Die Elternkommunikation zeigt passende Kanäle.

Danach die Ursache angehen

Schreibt auf, ob der Ausfall einmalig war oder sich wiederholt, ob die Mappe aktuell war und wen ihr noch einweisen müsst. Verteilt Vorbereitung und Einspringen neu, wenn immer dieselbe Person kurzfristig übernimmt.

Ein Ersatzprogramm ist Notlösung, kein Dauerzustand. Fehlen dauerhaft Betreuende, helfen neue Gesichter mehr als bessere Programme. Wenn ihr einen Abend mit mehr Material und Plan braucht, schaut in den Winter-Gruppenabend.

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