Kinderfeuerwehr im Winter: ein Gruppenabend mit vier Spielen
Im Winter ist es abends dunkel und glatt, und zu Hause brennen Kerzen oder der Ofen. Dieser 75-Minuten-Abend für den Gruppenraum greift das auf: Wie bleibe ich im Dunkeln sichtbar? Wo ist es gefährlich heiß? Wie gehe ich auf Glätte? Dazu kommt eine Abholung, die in der Dunkelheit klappt.
Raum und Gruppe
Ihr braucht einen Gruppen- oder Schulungsraum, keine Fahrzeughalle. Klärt die Nutzung mit den Verantwortlichen und trennt sie vom Einsatzbetrieb. Prüft, wie viele Betreuende wirklich da sind, ob die Ausgänge frei sind und welches Kind besondere Unterstützung braucht. Als Maßstab empfiehlt die DJF für Kinder von 6 bis 9 Jahren mindestens zwei Betreuende auf zehn Kinder, siehe Vertretungsstunde. Weitere Sicherheitsfragen beantwortet der Sicherheitsleitfaden.
Die DJF-Arbeitshilfe „Kinder in der Feuerwehr“ gibt den pädagogischen Rahmen. Passt die Spiele an Alter und Raum eurer Gruppe an.
Packliste
- Bildkarten: Mütze, Handschuhe, Schal, Reflektor, Taschenlampe, Trinkflasche, Mantel, Stiefel sowie Sonnenbrille und Badehose als Gegenbeispiele
- Zeitungspapierbögen (pro Kind einer, dazu einige Reserve)
- Bildkarten oder echte Gegenstände zum Sortieren: Heizkörper, Ofen, Teetasse, Schneemann, Eiswürfel, Kerze, Kamin
- LED-Teelichter statt echter Kerzen
- Reflektor-Anhänger, Warnwesten und eine dunkle Jacke zum Vergleichen
- ein bis zwei Taschenlampen
- gelbes Klebeband für eine Abstandslinie
- Handtücher oder Zeitungen für nasse Schuhe, Wasser zum Trinken
Haltet Jackenhaken oder eine Ablage für nasse Jacken bereit. Wege und Ausgänge bleiben frei, lose Kabel liegen nicht herum, und die privaten Taschen stehen an der Wand.
Der Abend im Überblick
| Zeit | Inhalt | Zuständigkeit |
|---|---|---|
| 0–10 | Ankommen, nasse Sachen aufhängen, Stoppsignal | Übergabe und Leitung |
| 10–22 | Spiel 1: Wintertasche packen | Tischrunde |
| 22–32 | Spiel 2: Eisschollen-Gehen | Leitung, Aufsicht im Raum |
| 32–42 | Pause: Trinken, Toilette | Toilettengänge in kleinen Gruppen mit Begleitung, die übrigen Kinder bleiben unter Aufsicht |
| 42–57 | Spiel 3: Heiß oder nicht heiß? | Tischrunde und Bodenlinie |
| 57–67 | Spiel 4: Reflektor-Suche | Leitung, gedämpftes Licht |
| 67–75 | Aufräumen, Anziehen, Abholung | Übergabe und Anwesenheit |
Wenn ein Spiel länger dauert, streicht ihr Spiel 4 oder verkürzt es. Bei der Abholung spart ihr nie.
Spiel 1: Wintertasche packen
Legt die Bildkarten in die Mitte. Fragt: „Wir gehen heute Abend nach Hause, es ist dunkel und kalt. Was kommt in die Tasche, was zieht ihr an?“ Jedes Kind wählt eine Karte, sagt oder zeigt, wofür sie gut ist, und legt sie in die Kiste. Sonnenbrille und Badehose bleiben liegen. Die Kinder merken selbst, warum.
Besprecht dabei den Heimweg. Dunkel gekleidete Kinder sieht ein Autofahrer laut Kinderärzte im Netz im Dunkeln erst aus etwa 25 Metern, mit Reflektoren aus etwa 150 Metern. Hilfreich sind Reflektoren an Jacke, Mütze und Schulranzen. Fragt: „Wo kann man so einen Streifen anbringen?“
Anpassung: Wer nicht sprechen möchte, zeigt die Karte, und eine Betreuungsperson benennt sie. Ältere Kinder erklären, an welcher Stelle der Reflektor am besten sichtbar ist.
Spiel 2: Eisschollen-Gehen
Legt Zeitungsbögen als Eisschollen auf den Boden, einen weniger als Kinder. Zu Musik gehen alle langsam durch den Raum. Wenn die Musik stoppt, stellt sich jedes Kind auf eine Scholle, auf einer Scholle dürfen mehrere stehen. Niemand scheidet aus. Nach jeder Runde nehmt ihr eine weitere Scholle weg und lasst die Gruppe zusammenrücken. Zusammenhalt ist das Ziel.
Zeigt vorher, wie man auf Glätte geht: kleine Schritte, Füße flach aufsetzen, Hände aus den Taschen. Kinder gehen nur, sie rennen nicht. Fragt am Ende: „Was machen wir, wenn der Hof vor dem Gerätehaus glatt ist?“ Antwort: langsam gehen, am Rand oder Geländer festhalten, nicht rutschen.
Anpassung: Wer unsicher steht, bleibt auf einer Scholle mit einem Partnerkind oder einer Betreuungsperson. Kinder im Rollstuhl nutzen eine Matte als Scholle.
Spiel 3: Heiß oder nicht heiß?
Klebt eine gelbe Linie auf den Boden und erklärt: „Hinter dieser Linie ist es heiß. Da stellen wir uns nicht hin.“ Legt dann die Bildkarten in die Mitte: Heizkörper, Ofen, Kamin, Kerze, Teetasse, Eiswürfel, Schneemann. Die Kinder ordnen jede Karte in „heiß, hier halte ich Abstand“ oder „nicht heiß“.
Sprecht dazu über Winterdinge zu Hause:
- Ofen, Kamin und Heizkörper werden heiß, auch wenn man es nicht sieht. Die Scheibe am Kaminofen kann Kinder schwer verbrennen. Der Ofen ist kein Spielplatz, und nur Erwachsene machen ihn an. Die Unfallkasse NRW nennt für die Kindertagespflege unter anderem diese Regeln für Kinder: Ofen und Kamin sind heiß, nur Erwachsene bedienen sie, und sie sind kein Spielgerät.
- Kerzen: Streichhölzer und Feuerzeuge sind Erwachsenensache. Eine Kerze bleibt nie allein im Zimmer. Wenn etwas brennt, gehen Kinder raus und holen Hilfe. Was Erwachsene beim Adventskranz beachten, steht im Artikel Brandschutz in der Adventszeit.
- Zündet in der Gruppe keine echte Kerze an. Nehmt LED-Teelichter.
Anpassung: Kinder, die schon schlechte Erfahrungen mit Feuer gemacht haben, müssen nicht mitreden. Bietet ein Gespräch unter vier Augen an.
Spiel 4: Reflektor-Suche
Dämpft das Licht, ohne den Raum ganz dunkel zu machen. Der Flur oder die Notbeleuchtung bleiben an. Wer sich unwohl fühlt, bleibt im Hellen bei einer Betreuungsperson. Gebt einem Kind eine dunkle Jacke, einem anderen eine Jacke mit Reflektor oder eine Warnweste. Die Betreuung leuchtet beide mit der Taschenlampe an. Alle sehen, wie die Weste aufleuchtet und die dunkle Jacke fast verschwindet.
Danach verteilt ihr Reflektor-Anhänger im Raum, die Kinder suchen sie mit einer Taschenlampe im Gehen. Jedes Kind darf einen Anhänger an seine Jacke hängen und mitnehmen.
Hinweis: Taschenlampen leuchten nie jemandem direkt ins Gesicht. Der Raum bleibt gedämpft hell, damit niemand über Taschen oder Kabel stolpert.
Abholung im Dunkeln und bei Glätte
Der Abend endet im Dunkeln. Plant deshalb das Ende genauso sorgfältig wie die Spiele.
- Vor dem Abend: Prüft, ob Hof und Zugang beleuchtet und eisfrei sind. Wer streut, klärt ihr mit dem Träger.
- Übergabe: Kinder gehen nicht allein zum Parkplatz. Eltern oder abholende Personen holen das Kind an der Tür oder im Gruppenraum ab. Eine Betreuungsperson sieht, wer abholt, und hakt das Kind auf der Liste ab. Die DJF erklärt, dass die Aufsicht beginnt, wenn das erste Kind kommt, und dass die Übergabe dabei wesentlich ist (Aufsichtspflicht).
- Wartende Kinder: Wer noch nicht abgeholt wird, bleibt drinnen im Hellen unter Aufsicht, nicht draußen auf dem Hof.
- Anziehen: Mütze, Handschuhe, Reflektor an die Jacke. Das Anziehen gehört zum Programm, plant dafür fünf Minuten ein.
- Eltern vorab informieren: „Wir enden um 19:15 Uhr im Dunkeln. Bitte holt euer Kind am Eingang ab und gebt uns Bescheid, wenn jemand anderes kommt.“
Pause, Abschluss und danach
Die Pause ist keine Zeit ohne Aufsicht. Vereinbart, wer die Kinder zur Toilette begleitet und wer bei den übrigen bleibt. Zum Trinken gibt es Wasser oder lauwarmen Tee, keine heißen Getränke. Zum Schluss nennt oder zeigt jedes Kind, was es heute mitnimmt.
Notiert nach dem Abend, wo es voll oder glatt war und welches Kind mehr Hilfe wollte, und übernehmt das in die nächste Planung. Mehr Ideen für Gruppenabende findet ihr in der Gruppenstundenübersicht.