Rauchmelder prüfen und Alarm richtig einordnen
Drück einmal im Jahr bei jedem Rauchmelder die Prüftaste, so lange es die Anleitung verlangt, und sieh dir Öffnungen und Umgebung an. Mehr braucht die Routine nicht. Teste nie mit Feuer, Zigarettenrauch oder selbst erzeugtem Rauch: Das ist gefährlich und kann den Melder beschädigen. Dieser Artikel zeigt außerdem, was du tust, wenn es wirklich brennt.
Die Initiative Rauchmelder retten Leben beschreibt die Wartung in fünf Schritten: Prüftaste drücken, Batterie nach Herstellerangabe wechseln, Rauchöffnungen auf Staub und Abdeckungen kontrollieren, Umgebung prüfen (mindestens 0,5 Meter Abstand zu Wänden und Möbeln) und kontrollieren, dass in Schlafräumen und Fluren Melder hängen. Das alles alle zwölf Monate, mit drei Monaten Spielraum.
Rauchmelderpflicht und Norm
Die Rauchmelderpflicht steht in den Landesbauordnungen. Sie gilt inzwischen in allen 16 Bundesländern. Welche Räume ausgestattet werden müssen und ab wann, unterscheidet sich zwischen den Ländern. Auch die Frage, wer wartet, ist unterschiedlich geregelt: In manchen Ländern ist es der Vermieter, in anderen der Mieter, sofern der Vermieter es nicht übernimmt. Frag im Zweifel bei Vermieter oder Hausverwaltung nach.
Die DIN 14676 regelt Einbau, Betrieb und Instandhaltung von Rauchwarnmeldern. Sie ist eine Norm und kein Gesetz. Verbindlich ist die Landesbauordnung, die Norm gilt als anerkannte Regel für die Ausführung. Danach sollen Melder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren hängen, die als Fluchtweg dienen, und einmal jährlich geprüft werden.
Vorbereitung
Notiere Hersteller, Modell und Ort jedes Melders. Rauch-, Wärme- und Kohlenmonoxidmelder sind nicht austauschbar. Ein Gerät, das ähnlich aussieht, kann etwas anderes melden.
In Mietwohnungen kläre, wer wartet und wie du Störungen meldest. Wartet ein Dienstleister, meldest du trotzdem Defekte und verdeckte Melder.
Informiere alle, die im Haushalt leben, dass der Ton gleich ausgelöst wird. Bei vernetzten Geräten sprechen mehrere Melder an. Lies vorher in der Anleitung, wie der Test dafür vorgesehen ist.
Steige für die Prüfung nicht auf einen wackeligen Stuhl und nicht übers Treppengeländer. Nimm eine standsichere Leiter oder bitte jemanden um Hilfe.
Du brauchst: Anleitung, Stift, Liste und den vom Hersteller erlaubten Reiniger oder passende Ersatzbatterien. Fest verbaute Batterien und Gehäuse öffnest du nicht.
Prüfen
- Prüftaste so lange drücken, wie es die Anleitung sagt. Der Ton muss kommen.
- Rauchöffnungen auf Staub, Insekten, Farbe und Abdeckungen prüfen. Reinigen nur nach Anleitung, zum Beispiel vorsichtig absaugen.
- Umgebung ansehen. Nach Renovierung, neuen Möbeln oder einem Raumteiler kann der Platz nicht mehr passen.
- Ergebnis aufschreiben.
Der Testton zeigt, dass die Technik funktioniert. Er beweist nicht, dass jede Rauchlage erkannt wird. Entferne keine Teile und übermale den Melder nicht.
Alter und Störungssignal
Rauchmelder halten nicht ewig. Die Lebensdauer gibt der Hersteller an, bei vielen Geräten sind es zehn Jahre. Danach tauschst du den Melder aus, auch wenn er noch funktioniert. Das Herstellungsdatum steht auf dem Gerät.
Ein kurzer Ton, der in Abständen wiederkehrt, ist meist eine Batteriewarnung. Welche Tonfolge was bedeutet, steht in der Anleitung. Schalte einen störenden Melder nicht dauerhaft ab. Lässt sich die Störung nicht beheben, tausche das Gerät aus oder rufe den Fachservice.
Wenn es in deiner Wohnung brennt
Raus, Tür zu, Notruf. Das ist die Reihenfolge, wie sie die Fachempfehlung von DFV und vfdb zum Verhalten im Brandfall beschreibt:
- Verlasse die Wohnung und nimm Mitbewohner mit.
- Schließe die Wohnungstür hinter dir. Das hält Rauch und Feuer zurück. Schließe nicht ab, damit die Feuerwehr hineinkommt.
- Warne die Nachbarn, indem du klingelst und rufst.
- Rufe 112 von außerhalb an, von draußen oder aus einer Nachbarwohnung. Nenne Adresse, Stockwerk und ob jemand fehlt.
- Versuche nicht, größere Brände selbst zu löschen.
Ist der Treppenraum verraucht, geh nicht hinein. Geh zurück in deine Wohnung, schließe die Tür, rufe 112, sage, wo du bist, und mach dich an einem Fenster bemerkbar. Wie das Gespräch abläuft, steht in Notruf 112 richtig absetzen.
Piept ein Melder im Haus, ohne dass du Rauch siehst, suche nicht in fremden Wohnungen nach der Ursache und brich keine Tür auf. Bei Brandgeruch oder Rauch ruf 112.
Prüfprotokoll
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| Ort und Gerät | Flur, Modell laut Aufdruck |
| Datum | Prüftag |
| Testton | kam wie in der Anleitung |
| Sichtprüfung | Öffnungen frei, kein Schaden |
| Maßnahme | gereinigt nach Anleitung |
| Offen | Austauschdatum, Zuständigkeit |
| Nächste Prüfung | in zwölf Monaten |
Das Protokoll ist kein Nachweis nach Norm. Es hilft dir, nichts zu vergessen. Eine Datei oder ein Zettel am Sicherungskasten genügt.
Typische Fehler
Eine Batterie, die gegen das Piepen herausgenommen wurde, ein Melder, der während der Renovierung überklebt blieb, oder ein neuer Schrank direkt neben dem Gerät: Das nimmt dem Melder die Wirkung. Auch Weihnachtsdekoration darf Melder nicht verdecken. Für Kerzen und Lichterketten hilft Brandschutz in der Adventszeit. Dass Kerzen bei Stromausfall nicht als Rauchmeldertest taugen, steht in Stromausfallvorsorge.
Häufige Fragen
Darf ich mit einer Kerze testen?
Nein. Benutze die Prüftaste. Ein Test mit Flamme oder Rauch ist gefährlich und kann das Gerät beschädigen.
Wer muss den Melder prüfen?
Das regeln die Länder unterschiedlich, und es hängt auch vom Mietvertrag ab. Frag Eigentümer, Vermieter oder Hausverwaltung.
Bedeutet jeder kurze Ton Feuer?
Nein. Ein kurzer Ton in Abständen ist meist eine Störung oder eine schwache Batterie. Bei einem lauten Dauerton oder Brandgeruch verlässt du die Wohnung und rufst 112.