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Allgemein01. Oktober 2026Aktualisiert: 02. Oktober 2026FWVS Redaktion6 Min. Lesezeit

Notruf 112 richtig absetzen: Ort, Lage und Rückfragen

112 wählen, den Notfallort genau nennen, Rückfragen beantworten und erreichbar bleiben. Mit erfundenen Beispielen für Wohnung, Park und Wanderweg.

Notruf 112 richtig absetzen: Ort, Lage und Rückfragen

Bei Brand, Unfall oder medizinischem Notfall wählst du die 112. Bei Rauch oder Feuer bringst du dich vorher in Sicherheit. Am Telefon nennst du zuerst, wo Hilfe gebraucht wird. Die Leitstelle führt das Gespräch und stellt die Fragen, du musst keinen Text aufsagen. Lege erst auf, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet, und bleib danach erreichbar.

Das BBK erklärt den europäischen Notruf 112: Die Nummer ist gebührenfrei, rund um die Uhr erreichbar und verbindet mit der Leitstelle. Hinweise zum Brandnotruf gibt die DFV-/vfdb-Empfehlung zum Verhalten im Brandfall. Die Gesprächsbeispiele hier sind erfunden.

Erst in Sicherheit, dann der Notruf

Bei Rauch oder Feuer erreichst du zuerst einen sicheren Bereich und telefonierst von dort. Einen verrauchten Fluchtweg betrittst du nicht. Bei einem Wohnungsbrand schließt du die Tür zum brennenden Raum, wenn das gefahrlos geht. Bist du eingeschlossen, sagst du der Leitstelle, wo genau du bist und wie die Lage aussieht.

Unfall im Straßenverkehr: Als Fahrer hältst du erst sicher an. Schalte den Warnblinker ein, zieh die Warnweste an, bevor du aussteigst, und stelle das Warndreieck auf. Dann setzt du den Notruf ab. Wenn eine Beifahrerin mitfährt, kann sie anrufen, während du die Unfallstelle sicherst. Bleib nicht auf der Fahrbahn stehen, um zu telefonieren. Auf der Autobahn wartest du hinter der Leitplanke. Wie der Zugang für die Helfer frei bleibt, steht in Rettungsgasse richtig bilden.

Dieser Artikel ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Den Anweisungen der Leitstelle folgst du, soweit es ohne Gefahr für dich geht.

Der Ort ist die wichtigste Angabe

Ein Ortsname genügt nicht immer, etwa bei gleichnamigen Straßen oder mehreren Eingängen. Nenne Gemeinde, Straße, Hausnummer, Eingang und Stockwerk. Sag auch, wenn der Notfall an einem anderen Ort ist als der, an dem du gerade stehst.

Beispiel Wohnung: „Ich bin in Musterstadt, Beispielstraße 12, zweites Obergeschoss, Wohnung rechts. Im Flur ist Rauch. Zwei Personen sind bei mir.“ Danach beantwortest du die Fragen. Eine Ursache musst du nicht raten.

Beispiel öffentlicher Ort: „Am Eingang des Musterparks gegenüber der Schule in der Beispielstraße ist jemand zusammengebrochen.“ Ein auffälliger Punkt in der Nähe hilft, wenn du keine Hausnummer kennst.

Schreib deine Anschrift gut lesbar auf einen Zettel an der Wohnungstür oder am Telefon, besonders für Gäste und Kinder. Eine Liste mit Kontakten für den Ernstfall behandelt Notfallkontakte sinnvoll verwalten.

Beschreiben, nicht diagnostizieren

Sage, was du sicher siehst: Rauch, Feuer, eine eingeklemmte Person, jemand reagiert nicht. „Das weiß ich nicht“ ist besser als eine erfundene Ursache.

Die Leitstelle fragt vielleicht, wie viele Personen betroffen sind, ob jemand bei Bewusstsein ist und atmet oder wie man zum Ort kommt. Hör zu und tu, was sie sagt. Eine feste Reihenfolge brauchst du nicht. Nach der DFV-/vfdb-Fachempfehlung „Der Notruf in der Brandschutzerziehung und -aufklärung“ sind der Notfallort, das Warten auf Rückfragen und kurz das Geschehen am wichtigsten. Auswendiglernen der W-Fragen ist nicht mehr nötig.

Zur Vorbereitung besprichst du mit Angehörigen drei Fragen: Wo sind wir? Was sehen wir? Wer braucht Hilfe?

Rückfragen, Rückruf und erreichbar bleiben

Die Leitstelle fragt nach, wer anruft, und gibt dir Hinweise für die nächsten Minuten. Sag deinen Namen und die Telefonnummer, unter der du erreichbar bist. Falls die Verbindung abbricht, kann die Leitstelle zurückrufen.

Wenn sich die Lage ändert, sag es. Hast du eine Frage nicht verstanden, bitte um Wiederholung. Sprichst du nur wenig Deutsch, nenne trotzdem Ort und Lage mit einfachen Wörtern oder ein Stichwort wie „Feuer“ oder „Unfall“. Nicht jede Leitstelle kann sofort dolmetschen, aber sie schickt trotzdem Hilfe, wenn sie den Ort kennt.

Halte das Telefon danach frei und nimm Anrufe aus unbekannten Nummern an, bis die Hilfe da ist. Das kann die Leitstelle sein.

Eine automatische Standortübermittlung ersetzt die Ortsangabe nicht. Sie funktioniert je nach Gerät und Netz unterschiedlich und sagt nichts über Eingang oder Stockwerk. Nenne den Ort deshalb immer selbst.

Wenn du den Ort nicht kennst

Suche nur dann nach Orientierung, wenn es gefahrlos geht: Straßenschild, Haltestelle, auffälliges Gebäude oder die Karte auf deinem Telefon. Sag der Leitstelle, dass du die Adresse nicht kennst.

Beispiel Wanderweg: „Wir sind auf dem ausgeschilderten Weg zwischen Musterberg und Beispielhütte, am Wegschild Nummer 7. Eine Person kann nicht mehr weitergehen.“ Im Wald oder Gebirge helfen Markierungen der Forstwege (Rettungspunkte) oder Koordinaten, die du auf Nachfrage vorliest. Verlasse eine verletzte Person nicht, um einen besseren Ortsnamen zu finden.

Auf Straßen nennst du die Fahrtrichtung und den Abschnitt, zum Beispiel „Autobahn Richtung Musterstadt, kurz hinter der Ausfahrt Beispieldorf“.

Einweisen: Einsatzkräfte erwarten

Wenn eine zweite Person da ist und es gefahrlos geht, wartet sie an einer sicheren, gut sichtbaren Stelle auf die Einsatzkräfte. Sie stellt sich dafür nicht in den fließenden Verkehr und betritt keinen Rauch. Tore, Zufahrten und Wege sollen frei sein, soweit das gefahrlos möglich ist.

Sag den Einsatzkräften noch einmal das Wichtigste: genauer Ort, Personen in Gefahr, Veränderungen seit dem Anruf, Zugangsprobleme. Geh nicht zurück in ein gefährliches Gebäude, um etwas zu holen oder zu filmen.

Üben, ohne die echte 112 zu wählen

In der Familie spielt eine Person einen fiktiven Notfall, die andere fragt nach Straße, Eingang und Lage. Nehmt ein Spielzeugtelefon oder ein Papptelefon. Ein Testanruf bei der 112 blockiert echte Hilfe. Für Kinder gibt es dazu eine fertige Stunde: Notruf mit Kindern üben. Jugendliche üben nach Notruf üben in der Jugendfeuerwehr. Für Schulklassen bietet Schulklassenbesuch im Feuerwehrhaus einen ruhigen Rahmen. Kinder sollen wissen, dass sie bei echter Gefahr Hilfe holen dürfen, auch wenn sie sich nicht perfekt ausdrücken.

Häufige Fragen

Muss ich fünf W-Fragen auswendig können?

Nein. Die klassischen W-Fragen (wer, was, wo, wie viele, warten) können bei der Vorbereitung helfen. Am Telefon führt die Leitstelle das Gespräch. Wichtig sind der genaue Ort, kurze Angaben zur Lage und das Warten auf Rückfragen.

Darf ich 112 wegen eines Sirenentons anrufen?

Nicht, um nachzufragen, was der Ton bedeutet. Informiere dich über amtliche Warnmeldungen, dazu hilft Sirenen und Warnapps einordnen. Siehst du selbst eine akute Gefahr, rufst du an.

Was, wenn ich aufgeregt bin?

Beginne mit dem Ort und hör auf die Fragen. Du musst die Lage nicht perfekt erklären. Sag, was du weißt und was nicht.

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