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Allgemein01. Oktober 2026Aktualisiert: 02. Oktober 2026FWVS Redaktion5 Min. Lesezeit

Stromausfallvorsorge: Haushalt, Kommune und Feuerwehr

Für den Stromausfall vorsorgen: Radio, Licht, Wasservorrat nach BBK-Empfehlung, sicher heizen und kochen, Nachbarn und Anlaufstellen.

Stromausfallvorsorge: Haushalt, Kommune und Feuerwehr

Bei einem Stromausfall brauchst du vier Dinge griffbereit: ein Radio mit Batterie oder Kurbel, Taschenlampen, einen Wasservorrat und eine Liste mit wichtigen Kontakten auf Papier. Bei akuter Gefahr kommt die Feuerwehr, Haushalte versorgt sie aber nicht. Ein Feuerwehrhaus ist nur dann eine Anlaufstelle für die Bevölkerung, wenn die Kommune das ausdrücklich so vorgesehen und bekannt gemacht hat.

Das BBK beschreibt Vorsorge und Verhalten bei Stromausfall. Danach lösen Unfälle, Baufehler, Unwetter, Sabotage oder Cyberangriffe Ausfälle aus. Die meisten dauern Stunden, große können Tage dauern.

Was hängt bei dir am Strom?

Geh die Wohnung durch: Heizung, Aufzug, Türöffner, Kühlschrank, Telefon, medizinische Geräte. Schreib auf, was ausfällt, wen es betrifft und was die Alternative ist.

Medizinische Geräte und Medikamente klärst du vorher mit Arzt, Anbieter oder Pflegedienst. Eine Notlösung aus dem Internet ersetzt das nicht.

Bei akuter Lebensgefahr rufst du 112 an. Wie das Gespräch abläuft, steht in Notruf 112 richtig absetzen. Wie lange der Ausfall dauert, fragst du beim Netzbetreiber oder bei der Gemeinde ab, nicht über die Notrufnummer.

Information ohne Internet

Das BBK empfiehlt ein Batterie- oder Kurbelradio, geladene Geräte oder eine Powerbank und Bargeld, weil Geldautomaten dann nicht funktionieren. Eine Powerbank hilft dir nur, solange das Mobilfunknetz steht. Plane deshalb mehr als einen Weg.

Eine Informationskarte auf Papier enthält:

  • deine Adresse,
  • die örtlichen Informationswege (Radiosender, Website der Gemeinde),
  • Telefonnummern von Angehörigen und Nachbarn,
  • bestätigte Anlaufstellen der Gemeinde, falls es welche gibt,
  • einen Treffpunkt für die Familie.

Teste das Radio vorher. Welche Kanäle dich warnen, steht in Sirenen und Warnapps.

Licht und Wärme

Nimm Taschenlampen oder Batterielampen statt Kerzen. Lege sie an feste Orte und teste sie. Bei Kälte helfen Decken und warme Kleidung.

Das BBK warnt davor, in Wohnung oder Haus zu grillen: Es besteht Erstickungsgefahr. Draußen darfst du auf Grill oder Campingkocher warm kochen. Stromerzeuger mit Verbrennungsmotor gehören ebenfalls nach draußen, weil die Abgase giftig sind. So steht es in der BBK-Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“. Garage und Keller sind keine sicheren Orte, denn Abgase sammeln sich auch dort. Einen Stromerzeuger an die Hausanlage anzuschließen darf nur ein Elektrofachbetrieb mit passender Umschalteinrichtung tun, nicht du mit einem selbst gebauten Kabel.

Wasser und Lebensmittel

Das BBK empfiehlt im Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ pro Person und Tag 2 Liter Wasser, davon 0,5 Liter zum Kochen. Ein Vorrat für zehn Tage ist die Zielgröße, drei Tage sind schon eine große Hilfe. Das bedeutet:

Personen3 Tage5 Tage10 Tage
16 Liter10 Liter20 Liter
318 Liter30 Liter60 Liter

Rechne Haustiere dazu. Die Zahlen und die Checkliste stehen im BBK-Ratgeber zur Notfallvorsorge.

Leg als Vorrat Lebensmittel an, die du ohnehin isst: Nudeln, Reis, Konserven, Knäckebrot, Haferflocken. Alles, was kalt essbar ist, hilft, wenn du nicht kochen kannst. Rotiere den Vorrat im Alltag, damit nichts abläuft. Denk an Babynahrung, Diäten und Futter für Tiere.

Die ersten Schritte bei einem Ausfall

  1. Taschenlampe nehmen und Gefahren vermeiden.
  2. Prüfen, ob jemand im Haus auf Hilfe angewiesen ist.
  3. Radio einschalten und amtliche Informationen hören.
  4. Geräte nach Anleitung behandeln. Repariere nichts an elektrischen Anlagen.
  5. Mit der Familie über den vereinbarten Weg Kontakt halten.
  6. Bei konkreter Gefahr 112 rufen.

Siehst du, dass auch bei den Nachbarn das Licht aus ist, weißt du noch nichts über Ursache oder Dauer. Sprich nicht von „nur einer Sicherung“, wenn du es nicht geprüft hast. Bei beschädigten Leitungen oder Brandgeruch hältst du Abstand und rufst Hilfe.

Nachbarn

Sprich mit Menschen im Haus, die bei einem Ausfall Hilfe brauchen, über einen einfachen Kontaktweg: Wer klingelt bei wem, wenn Telefon und Klingel nicht gehen? Gib persönliche Angaben nur freiwillig und sparsam weiter, und hänge keine Liste in den Hausflur. Pflegerische Aufgaben überträgst du nicht ohne Absprache auf Nachbarn. Zu Kontaktlisten siehe Notfallkontakte.

Was Kommune und Feuerwehr tun

Manche Kommunen richten bei längeren Ausfällen Informationspunkte oder Anlaufstellen ein. Ob und wo, erfährst du aus der amtlichen Bekanntmachung. Nimm nicht an, dass jedes Feuerwehrhaus geöffnet ist oder Steckdosen für private Geräte bietet. Die Feuerwehr muss bei einem Ausfall selbst ihre Kommunikation und Einsatzbereitschaft sichern. Wie das bei Neubau und Umbau berücksichtigt wird, steht im Feuerwehrhaus-Ratgeber. Haltet Zufahrten frei und fragt nicht am Gerätehaus nach Informationen, damit die Kräfte für akute Gefahren frei bleiben. Informationen gibt die Gemeinde über die bekannten Kanäle.

Trockenübung

Such Taschenlampe, Radio, Informationskarte und Kontakte zusammen, ohne den Strom abzuschalten. Prüfe, ob alle im Haushalt die Sachen finden und bedienen können. Medizinische Geräte unterbrichst du dafür nie. Schreib fehlende Dinge auf und besorge sie nach und nach.

Häufige Fragen

Ist jedes Feuerwehrhaus eine Anlaufstelle bei Stromausfall?

Nein. Nur wenn die Kommune es ausdrücklich so vorgesehen und bekannt gemacht hat, mit Ort, Aufgaben und Öffnungszeiten.

Wie viel Wasser soll ich vorrätig haben?

Das BBK empfiehlt 2 Liter pro Person und Tag, für zehn Tage also 20 Liter pro Person. Drei Tage sind schon eine große Hilfe.

Darf ich einen Grill als Heizung im Zimmer nutzen?

Nein. Grills und Verbrennungsgeräte erzeugen giftige Abgase. Im Wohnraum besteht Erstickungsgefahr.

Garantiert eine Powerbank, dass ich erreichbar bin?

Nein. Sie lädt dein Gerät, ersetzt aber kein funktionierendes Mobilfunknetz. Plane mehrere Informationswege.

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