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Freiwillige Feuerwehr01. Oktober 2026Aktualisiert: 02. Oktober 2026FWVS Redaktion5 Min. Lesezeit

Aufgaben im Feuerwehr-Ehrenamt übergeben: Vorlage und Praxistest

Amtswechsel und Vertretung vorbereiten: Aufgabenblatt mit acht Feldern, Liste offener Vorgänge, Zugriffe, drei Übergabe-Schritte und Beispieltests.

Aufgaben im Feuerwehr-Ehrenamt übergeben: Vorlage und Praxistest

Eine gute Übergabe macht die Nachfolge oder die Vertretung arbeitsfähig, ohne dass diese jede Woche beim Vorgänger anrufen muss. Dazu gehören das Ergebnis, das Verfahren, die offenen Vorgänge und die passenden Zugriffe. Ein Zettel mit dem persönlichen Passwort des Vorgängers oder ein Ordner voller alter Dateien ist keine Übergabe.

Wer welches Amt wie bekommt, regeln Landesrecht, Satzung und Träger. In vielen Ländern wählen die Mitglieder zum Beispiel die Wehrführung, und die Gemeinde ernennt sie. Das Übergabeblatt unten ersetzt weder Wahl noch Bestellung. Für die Daten gilt: Zugriffe müssen nach Art. 5 und 32 DSGVO auf das Nötige begrenzt und gesichert sein.

Aufgabe und Amt trennen

Ein Schriftführer kann ein Berichtspaket vorbereiten, ohne die Entscheidungen der Wehrführung zu übernehmen. Ein neuer Gerätewart braucht die fachlichen Voraussetzungen und die Beauftragung. Der Ordner mit den Prüfprotokollen ersetzt beides nicht. Ein Vereinsamt und eine Funktion in der Feuerwehr haben oft verschiedene Zuständigkeiten.

Klärt deshalb zuerst: Welche Aufgabe geht an wen, wer entscheidet das, und ab welchem Tag? Was bleibt bei anderen? Wer vertritt in der Zwischenzeit?

Aufgabenblatt mit acht Feldern

FeldInhalt
ZweckWelches Ergebnis braucht die Feuerwehr?
UmfangWas gehört dazu, was nicht?
AnlassFester Termin oder Auslöser
BefugnisWas darf die Person selbst entscheiden, was braucht Freigabe?
MaterialUnterlagen, Geräte, Kontakte, freigegebene Systeme
NachweisWoran sieht man, dass es erledigt ist?
VertretungWer übernimmt bei Abwesenheit?
EskalationWas muss wem gemeldet werden?

Schreibt konkret. „Ausbildung verwalten“ ist zu weit. „Lehrgangsanmeldungen nach Freigabe vorbereiten, Bestätigungen nachhalten und den Nachweis nach dem Lehrgang ablegen“ kann jemand abarbeiten.

Offene Vorgänge übergeben

Macht eine Liste mit Vorgang, Stand, nächstem Schritt, Frist und Ansprechperson. Nennt die Ablage, in der die Unterlagen liegen. Personenbezogene Daten bekommt der Nachfolger nur, soweit er sie braucht.

Private E-Mail-Postfächer taugen nicht als einzige Chronik. Liegen dort dienstliche Informationen, klärt mit der zuständigen Stelle, wie sie in die Ablage der Feuerwehr kommen. Ein Postfach komplett zu kopieren ist keine Lösung.

Beispiel: Ein Lehrgang ist beantragt, die Bestätigung fehlt. Die Liste nennt die Anmeldung, die Ausbildungsstelle, den vereinbarten Nachfragetermin und den Ordner für den Nachweis. Private Nachrichten des Mitglieds zu seiner Motivation gehören nicht dazu.

Zugriffe personengebunden einrichten

Die neue Person bekommt ihre Rechte über den Weg, den eure Wehr dafür vorsieht, zum Beispiel über die Administration der Mitgliederverwaltung oder die Gemeinde. Gebt nie die Zugangsdaten des Vorgängers weiter, auch wenn es schneller ginge.

Mit dem Ende der Zuständigkeit werden alte Rechte entzogen oder angepasst. Die zuständige Stelle prüft, welche anderen Aufgaben die Person behält. Rechte ändert nur, wer dafür zuständig ist. Wer die Übergabe moderiert, nimmt weder Rechte weg noch löscht er Konten.

Die Mitgliederverwaltung beschreibt Datenzwecke und Rollen. Dasselbe Vorgehen gilt für Einsatzberichte, Geräteprotokolle und Kalender.

Übergabe in drei Schritten

1. Vormachen und erklären

Die bisherige Person bearbeitet einen passenden Vorgang und erklärt jeden Schritt. Die neue Person notiert, was unklar bleibt. Enthält ein echter Vorgang sensible Daten, nehmt Beispieldaten.

2. Gemeinsam durchführen

Jetzt arbeitet die neue Person, der Vorgänger schaut zu. Findet sie die Unterlagen? Erreicht sie die Kontakte? Ist klar, wer entscheidet? Ergänzt das Aufgabenblatt dort, wo sie nachfragen musste.

3. Allein ausprobieren

Die neue Person bearbeitet einen Beispieldurchgang ohne Hilfe. Danach prüft ihr Ergebnis und Weg. Es geht nicht darum, Fehler vorzuführen, sondern darum, versteckte Abhängigkeiten zu finden.

Beispieltest: Zahl für den Jahresbericht

Gebt der Vertretung die Aufgabe, eine geprüfte Zahl für den Jahresbericht zu finden. Sie soll Quelle, Stichtag und Definition nennen können. Taucht nur eine Zahl aus einer alten Präsentation auf, fehlt der Datenweg.

Fragt dazu: Wer prüft den Abschnitt? Was gehört nicht in die öffentliche Fassung? Wo liegt die freigegebene Version?

Beispieltest: Geräteverwaltung

Nehmt eine fiktive Gerätekarte mit anstehender Prüfung. Die neue zuständige Person erklärt Grundlage, Frist, prüfende Stelle, Ersatzbedarf und Freigabe. Die Geräteverwaltung liefert die Prüfpunkte. Ein echtes Gerät sperrt oder gibt im Test niemand frei, der dazu nicht berechtigt ist.

Vertretung vor dem Amtswechsel

Eine Vertretung braucht nicht das ganze Amt, aber die kritischen Termine und Meldewege. Sammelt, was in der Abwesenheit nicht warten darf, zum Beispiel Prüffristen, Meldungen an die Gemeinde oder Lehrgangsplätze. „Im Zweifel den Vorgänger anrufen“ ist keine Vertretungsregelung.

Fällt jemand plötzlich aus, sichert die Führung zuerst die dringenden Abläufe und regelt den Zugang zu den dienstlichen Unterlagen. Zugriffsschutz wird dabei nicht umgangen.

Abnahme und Pflege

Haltet fest: Datum, übertragener Umfang, offene Punkte, wer abgenommen hat. Vereinbart einen Termin, an dem ihr die ersten echten Vorgänge besprecht. Das Aufgabenblatt wird gepflegt, sonst veraltet es mit dem nächsten Systemwechsel.

Die Wehrführung behält den Überblick über Aufgaben und Grenzen. Im Dienstplan kann zu Ausbildungs- und Dokumentationsaufgaben jeweils eine Vertretung stehen, ob auf Papier oder in einem Planungstool.

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