Feuerwehr-Statistiken Deutschland: Zahlen richtig einordnen
Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) weist zum 31.12.2023 insgesamt 1.458.560 Feuerwehrmitglieder einschließlich Nachwuchs aus. Das ist keine Zahl einsatzfähiger Erwachsener. Neuere Nachwuchszahlen liegen für 2025 vor, die Aufschlüsselung nach Frauen auf derselben DFV-Seite stammt aus 2022. Wer diese Quellen mischt, vergleicht verschiedene Jahre. Der Artikel ordnet die Zahlen nach Jahr und Bedeutung und liefert ein Datenblatt für den eigenen Jahresbericht.
Bevor ihr eine Zahl in Bericht oder Förderantrag übernehmt, fragt: Was wurde gezählt, für welches Gebiet, zu welchem Stichtag und nach welchem Verfahren? Die DFV-Statistikseite erklärt den Zeitverzug mit den Zulieferungen der Länder und kündigt die nächste Aktualisierung für Ende 2026 an. Abgerufen am 01.10.2026.
DFV-Mitgliederbestand zum 31.12.2023
| Bereich in der DFV-Übersicht | Mitglieder | Organisationen |
|---|---|---|
| Freiwillige Feuerwehr | 1.028.021 | 23.760 |
| Berufsfeuerwehr | 39.501 | 114 |
| Werkfeuerwehr | 34.142 | 728 |
| Nachwuchs, vom DFV als Jugendfeuerwehr ausgewiesen | 356.896 | 24.254 |
| Gesamt laut DFV | 1.458.560 | – |
Quelle: DFV, Statistik, Stand 31.12.2023. Die Nachwuchszeile trennt nicht zwischen Jugend- und Kindergruppen. Die separaten DJF-Tabellen stellen die Zahlen anders dar. Insbesondere ist die Gruppenzahl dort nicht gleichbedeutend mit der Zahl reiner Jugendgruppen. Wie die Arten der Feuerwehr organisiert sind, erklärt Aufgaben und Arten der Feuerwehr.
Neuere Nachwuchszahlen: DJF zum 31.12.2025
Die DFV-Meldung vom 12.05.2026 zur DJF-Jahresstatistik 2025 nennt:
| Nachwuchsbereich | Mitglieder | Gruppen | davon Mädchen |
|---|---|---|---|
| Jugendfeuerwehr | 274.763 | 18.421 | 86.034 |
| Kindergruppen | 105.678 | 6.308 | 40.431 |
| Beide Bereiche | 380.441 | – | 126.465 (eigene Addition) |
Die Mitgliederzahl wuchs laut DJF um 2,18 Prozent gegenüber 2024. Das gilt für die Nachwuchserhebung, nicht für die gesamte aktive Feuerwehr. Die Meldung nennt außerdem 13.225 Übergänge aus Kindergruppen in Jugendabteilungen und 33.625 ehemalige Jugendfeuerwehrmitglieder, die 2025 in den aktiven Dienst wechselten.
Zwei Rechnungen sind damit nicht möglich. Erstens eine aktuelle Gesamtsumme aus Freiwilliger, Berufs- und Werkfeuerwehr 2023 plus Nachwuchs 2025: Sie vermischt Jahre. Zweitens eine Haltequote beim Übergang: Dafür müsstet ihr wissen, wie viele Mitglieder im selben Zeitraum zum Wechsel anstanden.
Einsatztätigkeiten im Jahr 2023
| Tätigkeitsbereich | Anzahl |
|---|---|
| Brände und Explosionen | 286.622 |
| Technische Hilfeleistungen | 797.626 |
| Tiere/Insekten | 32.412 |
| Sonstige | 210.946 |
| Fehlalarmierungen | 376.643 |
| Katastrophenalarme | 139 |
| Rettungsdienst: Notfallrettung | 2.450.080 |
| Rettungsdienst: Krankentransport | 367.346 |
| Summe der veröffentlichten Kategorien (eigene Addition) | 4.521.814 |
Die Kategorien stammen aus der DFV-Übersicht. Nicht jede Ortswehr fährt Rettungsdienst, und die Kategorien unterscheiden sich in Dauer und Belastung: Ein kurzer Fehlalarm ist nicht mit einem mehrtägigen Großeinsatz vergleichbar. Für den eigenen Bericht erfasst ihr deshalb Anzahl, Dauer und Personalstunden getrennt. Wie das nachvollziehbar gelingt, steht in Einsatzdokumentation digital.
Frauenanteile: Datenstand 2022
Die DFV-Seite nennt zum 31.12.2022 in der Freiwilligen Feuerwehr 122.624 Frauen, das sind 11,93 Prozent. Bei der Berufsfeuerwehr sind es 1.193 Frauen (3,0 Prozent), bei den Werkfeuerwehren 1.433 (4,20 Prozent).
Diese Werte sind keine Quoten für 2026. Der Vergleich mit den Mädchen in Kinder- und Jugendgruppen 2025 lässt ebenfalls keinen Schluss auf Verluste beim Übergang zu: Es sind andere Geburtsjahrgänge und andere Erfassungsjahre. Was stattdessen hilft, steht in Frauen in der Feuerwehr.
Datenblatt für den eigenen Jahresbericht
Legt vor der Abfrage ein Datenblatt mit diesen Feldern an:
- Berichtsjahr und Stichtag, zum Beispiel Mitgliederbestand am 31. Dezember.
- Gebiet und Einheiten: nur die Gemeindefeuerwehr, mit oder ohne Förderverein?
- Definition: aktive Profile, Personen oder Abteilungszuordnungen?
- Quelle, zuständige Person und Datum der Abfrage.
- Vergleichswert des Vorjahres mit derselben Definition.
- Änderungen am Verfahren, zum Beispiel erstmals erfasste Kindergruppen.
Besonders wichtig ist das bei Doppelmitgliedschaften: Eine Person kann in mehreren Abteilungen sein, eine Summe von Profilen ist dann keine Zahl unterschiedlicher Menschen. Nennt die Differenz, statt sie hinter einer scheinbar genauen Gesamtzahl zu verbergen.
Vergleicht nicht nur Prozentwerte: Eine Quote kann steigen, weil eine andere Gruppe kleiner wird. Zeigt deshalb auch absolute Zahlen und Bezugsgrößen. Kleine Gruppen teilt ihr nicht so fein auf, dass einzelne Mitglieder erkennbar werden. Dazu hilft der Datenschutzleitfaden.
Checkliste für den fertigen Bericht
- Stehen Jahr, Gebiet und Definition über jeder Tabelle?
- Sind Bestände und Bewegungen (Eintritte, Übertritte) getrennt?
- Sind eigene Berechnungen als solche gekennzeichnet?
- Haben beide Vergleichsjahre dieselbe Erfassungsmethode?
- Nennt der Text Ursachen nur, wenn ihr sie belegen könnt?
- Sind Quellen direkt bei den Zahlen verlinkt?
- Sind Mitgliederzahlen von einsatzfähigen und tatsächlich verfügbaren Kräften getrennt?
Häufige Fragen
Wie viele Menschen sind bei der Feuerwehr?
Die DFV-Gesamtübersicht nennt 1.458.560 Mitglieder zum 31.12.2023 einschließlich Nachwuchs. Eine aktuelle Zahl für 2026 gibt es erst mit der nächsten Erhebung.
Wächst die Feuerwehr?
Die DJF-Meldung zeigt für den Nachwuchs ein Wachstum 2025 gegenüber 2024. Für die aktiven Einsatzabteilungen sagt sie nichts aus, ebenso wenig über die Lage in eurer Ortswehr.
Darf ich Bundeszahlen im Förderantrag verwenden?
Ja, als Kontext mit Quelle und Jahr. Für den örtlichen Bedarf braucht ihr eigene, prüfbare Zahlen und die Definitionen, die die Bewilligungsstelle verlangt.