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Jugendfeuerwehr01. Oktober 2026Aktualisiert: 02. Oktober 2026FWVS Redaktion6 Min. Lesezeit

Jugendfeuerwehr-Übungsabend im Herbst: 90 Minuten mit Plan B

Herbstabend mit Ortskunde und Meldeaufgabe: Warnwesten und Licht, Wetterentscheidung, Innenalternative, Zeitplan und Beispiel-Stationskarten.

Jugendfeuerwehr-Übungsabend im Herbst: 90 Minuten mit Plan B

Im Herbst geht die Sonne je nach Ort und Datum zwischen etwa 17 und 19 Uhr unter. Ein Dienstabend, der um 18 Uhr beginnt, findet im Oktober oft in der Dämmerung statt. Dieser 90-Minuten-Abend verbindet Ortskunde mit einer Meldeaufgabe und hat von Anfang an einen gleichwertigen Plan für drinnen. Draußen gehen Jugendliche nur in betreuten Gruppen, nur bei Tageslicht oder auf gut beleuchteter Fläche und mit Warnweste.

Es gibt keine Nachtübung, keinen Überraschungsalarm und keinen Wasserbetrieb. Die Leitung prüft vorher, ob Gruppe, Räume und Betreuung dazu passen.

Lernziel

Jugendliche finden einen Ort auf einer einfachen Skizze und beschreiben ihn so, dass eine andere Gruppe ihn wiedererkennt. Es geht um Beobachten und verständliches Melden, nicht um einen Einsatz.

Kennt eure Gruppe Karten noch nicht, beginnt mit drei Zeichen: Eingang, Gebäude, Sammelpunkt. Erfahrene bekommen Zusatzfragen zu mehreren Eingängen oder einer unvollständigen Angabe. Die Kartenkunde-Stunde vertieft das.

Material und Vorbereitung

  • Skizze des freigegebenen Geländes
  • fünf Stationskarten (A bis E), Stifte, Unterlagen
  • zwei getrennte Kartenfassungen für die Meldeaufgabe
  • für den Innenteil Fotos oder Zeichnungen derselben Stationen
  • Warnwesten für alle, die nach draußen gehen, plus Taschenlampen oder Stirnlampen für die Betreuung
  • Erste-Hilfe-Material und eine Telefonnummer der Leitung

Geht die Fläche vorher bei Tageslicht ab. Prüft Laub, Stolperstellen, nasse Stellen und den Weg zurück ins Haus. Eine Station, die nur über eine ungeeignete Stelle erreichbar ist, wird verlegt oder gestrichen. Ausgänge und Rettungswege bleiben frei. Kein Material steht dort, wo Fahrzeuge fahren.

Klärt mit dem Betrieb im Feuerwehrhaus, wo die Gruppe bei einer Alarmierung bleibt. Verlasst euch nicht darauf, dass während des Dienstes kein Fahrzeug ausrückt. Zum sicheren Betrieb des Hauses: DGUV Information 205-008.

Sicherheit im Dunkeln

  • Warnwesten: Alle, die sich draußen aufhalten, tragen Warnwesten oder helle, reflektierende Kleidung. Das gilt auch im Hof und in der Nähe der Fahrzeughalle.
  • Licht: Die Außenphase findet nur bei Tageslicht oder auf einer ausgeleuchteten Fläche statt. Eine Taschenlampe macht aus einer unbeleuchteten Fläche keine geeignete. Legt den Beginn der Außenphase auf die Zeit vor Sonnenuntergang oder streicht sie.
  • Keine Gruppe allein im Dunkeln: Jede Gruppe ist mit einer erwachsenen Person unterwegs, bleibt in Sichtweite zum Haus und wird beim Verlassen und Betreten des Hauses gezählt.
  • Straße: Die Fläche liegt nicht an einer befahrenen Straße. Eine Straßenquerung ist nicht Teil der Aufgabe.

Wetterentscheidung

Das BBK rät bei Unwetter vom Aufenthalt im Freien ab. Quelle: BBK, Unwetter. Schaut am Dienstnachmittag in die Wetterwarnungen, zum Beispiel über die Warn-App NINA oder den Deutschen Wetterdienst.

Die Regel für diesen Abend: Lassen Sicht, Untergrund oder Wetter die Aufgabe draußen nicht zu, bleibt die Gruppe drin. Auch ohne Warnung kann die Fläche ungeeignet sein. Die Leitung entscheidet und sagt es früh an.

Informiert die Eltern vorher über Treffpunkt, Ende, wetterfeste Kleidung und den Kanal für Absagen. Wechselt nur der Ort ins Haus, wissen die Jugendlichen trotzdem, wo sie sich melden. Hängt keinen längeren Abend spontan an.

Ablauf: 90 Minuten

ZeitAbschnittErgebnis
0–10Begrüßung, Anwesenheit, Entscheidung außen oder innenAlle kennen Fläche und Ansprechperson
10–20Karte und drei Zeichen erklärenGemeinsame Grundlage
20–40Begleiteter OrtsvergleichOrte gefunden und markiert
40–50Pause, AbgleichUnklares geklärt
50–70Meldeaufgabe in PaarenOrt anhand einer Beschreibung gefunden
70–80Meldung verbessernGenauere Beschreibung formuliert
80–90Rückblick, Material, AbholungGruppe vollzählig

Die Zeiten sind Beispiele. Braucht die Erklärung länger, streicht ihr Stationen.

Stationskarten und Lösungen

Legt fünf Karten an freigegebenen Orten aus: A am Start-Eingang, B an einem sicheren Merkmal im Hof, C am Treffpunkt, D an einem zweiten Eingang, E am Ende des kurzen Weges. Sind fünf Orte nicht sicher erreichbar, reichen A bis C. Tragt alle Orte in eine Lösungsskizze ein und fotografiert sie für den Innenplan.

Aufträge: A „Markiere unseren Start“, B „Nenne ein sichtbares Merkmal“, C „Beschreibe den Weg vom Start zum Treffpunkt“, D „Woran unterscheidest du diesen Eingang von A?“, E „Erkläre den Rückweg“. Die Lösungen entnehmt ihr eurer Skizze, zum Beispiel „B neben dem Zaun, C rechts von A“. Die Betreuung notiert sie vor dem Dienst.

Für die Meldeaufgabe genügt ein Tischplan mit zwei Gebäuden: Nord mit Eingang A, Süd mit Eingang D. Ein Karton ist nur auf der Fassung der meldenden Person eingezeichnet, rechts neben D. Lösung: „Am Gebäude Süd, rechts neben Eingang D.“ Danach legt ihr beide Pläne nebeneinander. So klappt die Aufgabe auch ohne Außenfläche.

Außenabschnitt

Die Kleingruppe geht mit ihrer Betreuungsperson zum Startpunkt, alle richten die Skizze aus und suchen zwei oder drei Stationen auf. Die Jugendlichen markieren die Kennung und sagen, woran sie den Ort erkannt haben. Hinweise liegen nie im Gebüsch, an Gewässern oder auf Treppen. Es wird gegangen, nicht gerannt, und es gibt keine Zeitwertung.

Zum Schluss erklärt ein Mitglied einen Punkt nur anhand der Skizze, ein anderes nennt die Merkmale, die draußen geholfen haben.

Innenalternative

Legt Fotos der Orte auf mehrere Tische. Die Gruppe ordnet Foto und Punkt auf der Skizze zu. Dann beschreibt eine Person einen Ort, ohne das Bild zu zeigen, und der Partner markiert seine Vermutung. Fragt auch nach dem Weg: Welches Merkmal kommt zuerst? Liegt die Station links oder rechts vom Eingang? Was fehlt in der Beschreibung?

Meldeaufgabe

Beispielkarte: „Ein Karton steht am Gebäude.“ Die andere Gruppe kennt zwei Gebäude und kann den Ort nicht bestimmen. Sie fragt: Welches Gebäude? Welcher Eingang? Wo steht der Karton zum Eingang? Im zweiten Versuch beschreibt die meldende Person den Ort vollständig. Dann vergleicht ihr beide Markierungen und nennt den Zusatz, der geholfen hat. Bei Schwierigkeiten begrenzt ihr die Auswahl auf zwei Punkte. Rückfragen übt auch die Funk-Tischsimulation.

Varianten

Wer nicht schreiben will, zeigt oder erzählt. Große Symbole helfen beim Kartenlesen. Wer nicht weit gehen kann, macht die Aufgabe am Tisch und bekommt die Beobachtungen der Gruppe zurück. Erfahrene bereiten eine Ortsbeschreibung vor, die ein Erwachsener vorab prüft. Die Steigerung liegt in genaueren Angaben, nicht in Dunkelheit, Wetter oder Entfernung.

Häufige Fehler

Der Regenplan steht erst, wenn die Gruppe schon nass ist. Legt die Entscheidung früh fest und bereitet den Innenraum wirklich vor. Zu viele Stationen führen zu Wartezeiten: Verringert dann die Zahl der Stationen oder lasst die Gruppen mit unterschiedlichen Aufgaben starten. Und gebt keine Ratespiele aus, bei denen die Lösung nirgends steht: Alles, was man zur Lösung braucht, muss auf der Karte sein.

Abschlusscheck

  • Außenfläche und Innenalternative vorbereitet
  • Wetter, Sicht, Untergrund und Sonnenuntergang geprüft
  • Warnwesten und Licht für alle, die nach draußen gehen
  • Alarmfall und Betreuung geklärt
  • Material liegt außerhalb der Fahrwege
  • Zählung beim Verlassen des Hauses, bei der Rückkehr und bei der Abholung

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