Gerätehaus-Rallye für Kinder: sechs sichere Beobachtungsstationen
Mit dieser Rallye lernen Kinder ihr Feuerwehrhaus durch Schauen kennen, ohne dass etwas angefasst oder bedient wird. Kleine Gruppen gehen eine vorher freigegebene Route mit sechs Stationen und lösen Bild- und Suchaufgaben. Tore, Fahrzeuge und Geräte bleiben tabu, technische Bereiche sind ausgeschlossen. Ihr findet unten Route, Aufgaben, Zeitplan und die Abbruchregel für den Einsatzfall.
Vorher mit den Verantwortlichen abstimmen
Klärt, wann das Gerätehaus frei ist, welche Fahrzeuge stillstehen und welche Räume offen sind. Vereinbart, was bei einem Einsatz passiert. Schilder ersetzen keine räumliche Trennung.
Die DGUV Regel 105-049 „Feuerwehren“ enthält in § 17 Regeln für Kinder und Jugendliche in der Feuerwehr. Die Gefährdungsbeurteilung vor Ort ersetzt der Stationsentwurf nicht. Der Sicherheitsleitfaden hilft beim Freigabecheck.
Eine Route zeichnen
Nehmt einen einfachen Grundriss und markiert Start, Stationen, Toilette und sicheren Gruppenraum. Legt Wartepunkte so, dass keine Ausgänge oder Fahrzeugwege blockiert werden. Markiert unzugängliche Räume im Plan der Betreuenden; Kinder müssen dort nichts suchen.
Jede Teilgruppe hat eine benannte eingewiesene Betreuung. Andere Helfende können Stationen erklären, übernehmen aber nicht automatisch die gesamte Aufsicht. Es gibt keine unbeaufsichtigte Suche und keine Aufgabe, die zum versteckten Klettern anregt.
Material pro Gruppe
Eine Schreibunterlage, ein Laufzettel mit sechs großen Symbolen, Stifte und Bildkarten genügen. Aufgaben werden vorgelesen. Verzichtet auf Fotoaufträge mit Personen oder private Namen an Spinden. Das Ergebnis kann mit einem Symbol oder einem Satz festgehalten werden.
Rechnet mit 60 bis 75 Minuten einschließlich Ankommen, Pause und Abschluss. Bei größeren Gruppen bildet ihr mehr Teilgruppen mit eigener Betreuung, statt mehr Kinder auf dieselbe Route zu schicken.
Station 1: Wo treffen wir uns?
Ort: Freigegebener Gruppenraum. Aufgabe: Findet den vereinbarten Startplatz und zeigt, wo Jacken und Taschen liegen sollen. Auswertung: Die Betreuung prüft, ob Laufwege frei bleiben. Variante: Kinder legen die Plätze auf einem Tischplan nach.
Hier beginnt die Rallye mit einer tatsächlich nützlichen Raumregel. „Unser Platz“ bedeutet nicht, dass Kinder selbständig im ganzen Haus umhergehen dürfen.
Station 2: Das Fahrzeugbild
Ort: Sicherer Beobachtungsplatz am abgestellten Fahrzeug oder am Foto. Aufgabe: Vergleicht ein Fahrzeugbild mit dem sichtbaren Fahrzeug: Wo sind Räder, Fenster und Blaulicht? Auswertung: Kinder zeigen die Merkmale. Variante: Das Foto im Gruppenraum nutzen, wenn der Fahrzeugbereich nicht freigegeben ist.
Keine Kabinentüren öffnen, keine Fahrzeuge umrunden, ohne dass die Betreuung den Weg freigegeben hat. Ausgeschlossen sind Motorstart (Abgase in der Halle), Martinshorn und Sirene (Gehörschäden), jede Fahrzeugbewegung und Blaulicht-Spielereien. Geräte mit Verletzungsgefahr, etwa Pumpen, Schneid- und Spreizgeräte, Atemschutzgeräte, Motorsägen, Leitern und Schalter, werden nicht gezeigt, sondern nur als Bild.
Station 3: Schutzkleidung erkennen
Ort: Bereitgelegtes Anschauungsmaterial. Aufgabe: Ordnet Bilder von Helm, Jacke, Handschuhen und Stiefeln zu. Auswertung: Die Betreuung erklärt den Zweck kurz. Variante: Nur große Bildkarten verwenden.
Einsatzkleidung tragen die Kinder nicht, weil sie verschmutzt sein kann. Zum Anprobieren eignet sich höchstens eine saubere Übungsjacke, und auch das nur freiwillig; niemand muss etwas anziehen, um mitzumachen. Zu große oder schwere Kleidung wird nie für Rennen benutzt. Alternativ arbeitet ihr nur mit Bildern.
Station 4: Ein Gerät und sein Bild
Ort: Freigegebener Tisch mit einem ungefährlichen Anschauungsstück oder Bild. Aufgabe: Ordnet ein Gerät dem passenden Foto zu und fragt nach seinem Zweck. Auswertung: Ein verantwortliches Teammitglied beantwortet die Fragen. Variante: Vollständig mit Bildern arbeiten.
Welche Gegenstände gezeigt werden, entscheidet die fachlich verantwortliche Person. Pumpen, Schneidwerkzeuge, Atemschutzgeräte und Schalter sind nie Teil der Rallye.
Station 5: Ein freier Weg
Ort: Vorab abgestimmter Weg vom Gruppenraum zum Sammelplatz. Aufgabe: Geht gemeinsam hin und beschreibt, weshalb dort keine Taschen stehen dürfen. Auswertung: Die Betreuung zählt die Gruppe am Start und Ziel. Variante: Den Weg anhand einer Zeichnung besprechen.
Kein Zeitrennen, kein verstecktes Kind und keine Rauchsimulation. Für einen nicht benutzbaren Weg gelten die vorher geklärten Gebäuderegeln. Warum Fluchtwege frei bleiben, erklärt die Brandschutzerziehung.
Station 6: Wer hilft bei Fragen?
Ort: Zurück im Gruppenraum. Aufgabe: Jedes Kind zeigt oder nennt eine heute zuständige erwachsene Person. Danach wählt es eine Frage aus, die offen geblieben ist. Auswertung: Antworten werden gemeinsam gesammelt. Variante: Fragen zeichnen.
Diese Station macht Ansprechbarkeit zum Abschluss, ohne Kinder nach Wissen zu benoten. Ein Laufzettel kann das gemeinsam Erkundete festhalten; er ist kein Ausbildungsnachweis.
Zeitplan und Abbruchregel
Begrüßung und Regeln brauchen etwa zehn Minuten. Danach folgen sechs Stationen zu je etwa sechs Minuten, eine Pause von zehn Minuten und der Abschluss mit zehn Minuten. Gibt es nur 45 Minuten, streicht ihr die Stationen 3 und 4.
Bei Einsatzbetrieb beendet ihr die Rallye nach der vorher vereinbarten Regel und führt die Kinder in den freigegebenen Rückzugsraum. Keine Gruppe bleibt als Publikum im Fahrzeugweg. Informiert die Familien über eine eventuelle Programmänderung.
Für Erstbesuche bietet die Schnupperstunde einen passenden Rahmen. Für einen großen Spieltag eignet sich die Olympiade.