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Kinderfeuerwehr01. Oktober 2026Aktualisiert: 02. Oktober 2026FWVS Redaktion5 Min. Lesezeit

Kinderfeuerwehr-Schnupperstunde: Ankommen ohne Druck

Erstbesuch in 60 Minuten planen: Vorgespräch, Übergabe, zwei einfache Aktivitäten, Umgang mit Tränen und das Gespräch über die Aufnahme.

Kinderfeuerwehr-Schnupperstunde: Ankommen ohne Druck

In einer Schnupperstunde sollen Kind und Familie erleben, wie eure Gruppe wirklich arbeitet. Plant dafür einen kurzen Termin mit Betreuenden, die die Kinder kennen, mit klarer Aufsicht und wenigen einfachen Aufgaben. Danach entscheiden Familie und Team, ob das Kind wiederkommt oder aufgenommen wird. Das Kind muss sich am Ende nicht festlegen.

Vor der Einladung vier Dinge klären

  1. Aufnahmealter und Plätze. Das Mindestalter legen Träger und Land fest, und es unterscheidet sich je nach Wehr. Fragt auch, wie viele Kinder ihr sicher betreuen könnt. Wer öffentlich einlädt, ohne zu planen, hat schnell mehr Kinder im Raum, als das Team beaufsichtigen kann.
  2. Zuständiges Team. Wer begrüßt die Familie, wer leitet die Gruppe?
  3. Unfallversicherung. Fragt vor dem ersten Termin schriftlich bei Träger oder Unfallkasse nach, ob Schnupperkinder versichert sind. Das ist je nach Land und Kasse unterschiedlich geregelt. Hintergründe zur Absicherung stehen in Unfallversicherung in der Feuerwehr.
  4. Formulare. Nehmt die Vorlagen, die euer Träger freigegeben hat. Das Downloadcenter der DJF bietet unter anderem einen Aufnahmeantrag und eine Musterordnung für Kinderfeuerwehrgruppen. Beachtet, dass einzelne Muster ein paar Jahre alt sind (der Aufnahmeantrag stammt von 2012). Fragt nur Daten ab, die ihr wirklich braucht.

Zur Aufsicht erklären die Hinweise der DJF zur Aufsichtspflicht, dass die Aufsicht beginnt, wenn das erste minderjährige Kind ankommt, und dass die Übergabe zwischen Eltern und Betreuenden dabei der entscheidende Moment ist. Eine besondere Form ist dafür nicht vorgeschrieben.

Das Vorgespräch mit der Familie

Fragt nach dem Namen des Kindes, einer erreichbaren Kontaktperson und danach, ob das Kind für den Besuch Unterstützung braucht. Erklärt Treffpunkt, Dauer, Kleidung, Toilettenweg und Abholung. Vereinbart, ob ein Elternteil zunächst dableibt und wie das Kind früher gehen kann.

Das ist keine Eignungsprüfung. Das Kind muss weder lesen noch Knoten können noch laut vor der Gruppe sprechen. Gesundheitliche Informationen besprecht ihr unter vier Augen und nicht in einer Elternrunde.

Beispiel für die Einladung: „Treffpunkt ist der Gruppenraum, Beginn um 15 Uhr. Bitte feste Schuhe und eine Trinkflasche mitbringen. Wir spielen, rollen einen Ball durch den Kreis und basteln ein Namensschild. Abholung ist um 16 Uhr am selben Ort. Sprecht uns an, wenn Begleitung oder eine Anpassung hilft.“

Rollen und Raum

Eine Person übernimmt Begrüßung und die Fragen der Eltern. Eine andere führt die Gruppe. Wie viele Betreuende ihr braucht, hängt von Kinderzahl und Unterstützungsbedarf ab. Ein Anhaltspunkt für den Ausfall steht in Vertretungsstunde in der Kinderfeuerwehr. Wer spontan mithilft, bekommt vorher eine Einweisung und wird nicht allein mit den neuen Kindern gelassen.

Legt Namensschilder, einen weichen Ball, vorbereitete Fahrzeugbilder und Stifte bereit. Ein ruhiger Sitzplatz muss gut zu erreichen sein. Sichert technische Bereiche des Gerätehauses ab. Für eine Schnupperstunde braucht ihr weder einen Löschschlauch unter Druck noch eine Vorführung mit Feuer.

Ein 60-Minuten-Plan

ZeitInhaltWorauf achten?
0–10Begrüßen und ÜbergabeNamen, Kontakt, Begleitung geklärt
10–20Namens-RollballZuschauen ist erlaubt
20–35Eigenes Namensschild mit Fahrzeug gestaltenAufgabe vormachen
35–45Pause, Trinken, ruhiges Bewegungsspielkeine überraschenden Signale
45–55Schilder zeigen, FragenSprechen oder Zeigen möglich
55–60Übergabe und nächster Terminkeine Zusage verlangen

Dauert das Ankommen länger, kürzt ihr das Gestalten. Hektik hilft keinem neuen Kind.

Aktivität 1: Namens-Rollball

Alle sitzen im Kreis. Wer den Ball hat, sagt seinen Namen und rollt ihn zu einem anderen Kind, das ebenfalls den Namen sagt. Kinder, die nicht sprechen möchten, rollen den Ball nur oder zeigen ihr Namensschild. Die Betreuenden rollen mit. Nach einer Runde sagt jemand aus der Gruppe den Namen des Kindes, dem der Ball zugerollt wird. So lernt die Gruppe das neue Kind kennen, ohne dass es im Mittelpunkt steht.

Variante: Bei wenig Platz sitzen alle auf Stühlen und reichen den Ball weiter.

Aktivität 2: Namensschild mit Fahrzeug

Jedes Kind bekommt ein Stück Karton, schreibt oder lässt seinen Namen schreiben und klebt ein vorbereitetes Fahrzeugbild dazu. Große Schnitte haben Erwachsene vorher gemacht. Am Ende zeigt jedes Kind sein Schild oder nimmt es einfach mit nach Hause.

Variante: Wer nicht kleben mag, malt ein Fahrzeug. Für Kinder, denen das Greifen schwerfällt, nehmt große Formen und helft nach Absprache. Übernehmt nicht ungefragt die ganze Aufgabe.

Was tun bei Unsicherheit oder Tränen?

Sprecht ruhig und bietet einen sichtbaren Pausenplatz an. Fragt, ob das Elternteil wieder dazukommen soll. Eine Pause ist keine Niederlage. Möchte das Kind früher gehen, organisiert ihr die Übergabe und schickt es nicht allein vor die Tür.

Will ein Kind unbedingt bei seiner Familie bleiben, drängt es nicht in die Gruppe. Ein zweiter Besuch kann helfen, muss aber nicht klappen. Notiert, welche Unterstützung ihr für den nächsten Termin vereinbart habt, und beschreibt das Kind nicht mit Etiketten.

Aufnahme und Nachgespräch trennen

Sprecht nach dem Besuch mit Kind und Eltern, abseits vom Trubel: Was hat gefallen? Was war unklar? Passt der Termin? Erklärt Aufnahmebedingungen, Kosten, Datenverarbeitung und eine mögliche Warteliste. Die Einwilligung in Fotos ist freiwillig und keine Voraussetzung für die Teilnahme.

Für Eltern erklärt Was ist eine Kinderfeuerwehr? die Grundlagen. Das Team findet mehr in der Elternkommunikation und in der Planung zur Gründung.

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