Angehörigenabend der Feuerwehr: Einladung und Ablauf
Wer bei der Feuerwehr ist, bringt seine Familie mit: Sie wartet beim Alarm am Esstisch, passt auf die Kinder auf und plant Urlaube um Übungstermine herum. Ein Angehörigenabend gibt ihr einen Einblick, was der Dienst bedeutet, und Raum für Fragen. Er ist ein freiwilliges Angebot. Niemand muss kommen oder später mithelfen.
Der Deutsche Feuerwehrverband würdigt in einer Pressemitteilung zum Tag des Ehrenamts alle, die den Dienst in Familie, Beruf, Ausbildung und Freundeskreis möglich machen. Nur mit diesem Netzwerk sei das Ehrenamt auf Dauer tragfähig. In Nordrhein-Westfalen schlugen Pilotfeuerwehren im Projekt FeuerwEhrensache unter anderem Kinderbetreuung und flexible Übungsdienste vor, damit Ehrenamt, Beruf und Familie besser zusammenpassen.
Ziel und Gäste festlegen
Wollt ihr neuen Mitgliedern und ihren Familien den Alltag erklären, bestehende Erwartungen besprechen oder einfach zusammen essen? Nehmt einen Schwerpunkt. Wer alles auf einmal will, hat am Ende einen langen Abend ohne Ergebnis.
Ladet Partnerinnen, Partner, Eltern, Kinder und andere Bezugspersonen ein, ohne eine bestimmte Familienform vorauszusetzen. Mitglieder kommen auch allein. Wer wegen Schicht oder Betreuung nicht kann, bekommt später ein kurzes Infoblatt statt Druck.
Legt den Termin nicht in die Ferien. Am gewohnten Übungsabend haben viele Familien keine Betreuung, besser passt oft ein Freitag oder Samstag am frühen Abend. Fragt vorher zwei, drei Mitglieder, ob das für ihre Familien passt.
Die Einladung
Nennt Datum, Beginn, Ende, Adresse, Anmeldeweg und Ansprechperson. Schreibt, ob es etwas zu essen gibt, ob der Raum barrierefrei ist und ob eine betreute Kinderecke vorhanden ist. „Kinder können mitkommen“ ist keine Zusage für eine Betreuung.
Wir laden euch ein, unser Feuerwehrhaus und unseren Dienst kennenzulernen. Wir erklären, wie Ausbildung und Alarmierung ablaufen, und beantworten eure Fragen. Der Abend dauert von 18 bis 20 Uhr, es gibt einen Imbiss. Die Teilnahme ist freiwillig. Bitte meldet bis zum 10. Mai, wie viele Personen kommen und ob ihr Kinder mitbringt. Für die Kinder gibt es von 18 bis 20 Uhr eine betreute Ecke im Jugendraum. Rückfragen an Anna Muster, Telefon …
Fragt nur ab, was ihr braucht. Allergien und Ähnliches landen nicht auf einer Liste, die im Feuerwehrhaus aushängt, sondern bei der Person, die das Essen plant.
Sicherheit und Versicherung
Klärt, wer Veranstalter ist: die Feuerwehr, die Gemeinde oder ein Förderverein. Fragt bei der Gemeinde oder der Feuerwehr-Unfallkasse nach, ob Gäste bei dieser Veranstaltung versichert sind. Daran, dass ein Familienmitglied in der Feuerwehr ist, lässt sich das nicht ablesen.
Fahrzeughalle, Werkstatt und Räume mit verschmutzter Ausrüstung sind für Gäste kein Spielbereich. Die Führung findet an einem abgestellten, gesicherten Fahrzeug statt, ohne Fahrten, Leiterspiele oder Rauchübungen. Legt vorher einen Ort fest, an dem Gäste bei einem echten Alarm warten, und eine Person, die bei ihnen bleibt.
Zeitplan für zwei Stunden
| Zeit | Programmpunkt | Inhalt |
|---|---|---|
| 18:00–18:10 | Begrüßung | Ablauf, Toiletten, Verhalten bei Alarm |
| 18:10–18:30 | Dienst erklärt | Wie wird man alarmiert, wie oft gibt es Übungen, was bedeutet ein Lehrgang |
| 18:30–18:50 | Führung | Fahrzeug, Umkleide, Atemschutzgerät zum Anschauen |
| 18:50–19:10 | Kleine Gesprächsrunden | Fragen und Wünsche auf Karten sammeln |
| 19:10–19:40 | Imbiss | Zeit zum Reden |
| 19:40–20:00 | Antworten und Schluss | Offene Fragen, Ansprechpersonen, Danke |
Kommen vor allem Familien mit kleinen Kindern, kürzt auf 90 Minuten. Geht es vor allem um die Vereinbarkeit von Dienst und Familie, nehmt mehr Raum für die Gespräche und weniger für die Führung.
Den Alltag ehrlich erklären
Zeigt, wie ein Dienstplan aussieht: feste Übungstermine, Lehrgänge, Dienste bei Veranstaltungen. Sagt dazu klar, dass Einsätze nicht planbar sind. Das Versprechen „es dauert immer nur eine Stunde“ stimmt nicht und fällt euch später auf die Füße.
Erklärt, wie die Alarmierung abläuft: Die Einsatzkräfte fahren los, Angehörige bleiben zu Hause und fahren nicht zur Einsatzstelle. Verteilt keine Einsatzfotos oder Details zu Betroffenen als „Anschauungsmaterial“.
Typische Fragen, auf die ihr vorbereitet sein solltet:
- Wie oft und wie lange piept der Melder nachts?
- Wann ist mein Partner abends wieder da?
- Was ist, wenn er bei einem Einsatz Schlimmes erlebt hat? An wen kann er sich wenden?
- Welche Lehrgänge stehen im ersten Jahr an und wie lange dauern sie?
- Wer ist die Ansprechperson, wenn ich Fragen habe?
Klärt, was die Wehr leisten kann: Termine früh ankündigen und Dienste fair verteilen. Absprachen im Haushalt, etwa wer bei Alarm die Kinder hütet, bleiben Sache der Familie.
Gespräche in kleinen Runden
Stellt offene Fragen: Welche Termine brauchen mehr Vorlauf? Was fehlt euch an Informationen? Was sollten wir neuen Mitgliedern besser erklären? Wen braucht ihr als Ansprechperson?
Sammelt Antworten auf Karten, auch ohne Namen. Persönliche Konflikte klärt ihr nicht vor allen. Dafür gibt es ein Einzelgespräch mit der Wehrführung.
Kinder
Plant für Kinder einen eigenen Raum mit zwei geeigneten Betreuungspersonen, die ihr vorher benennt, und mit klarer Übergabe an die Eltern. Der Weg in die Fahrzeughalle bleibt gesperrt oder wird begleitet. Sagt den Eltern vorab, ob sie bei ihren Kindern bleiben oder ob sie sie in die Betreuung geben können. Ein Aushang mit Haftungsausschluss ersetzt die Aufsicht nicht. Wenn ihr keine Betreuung stellen könnt, schreibt das auch so.
Wenn Alarm kommt
Bestimmt vorher, wer bei Alarm den Abend weiterführt, wo die Angehörigen warten und wie die Einsatzkräfte ungehindert zum Fahrzeug kommen. Eine Person erklärt ruhig, was passiert. Die Ausfahrt hat Vorrang vor dem Programm.
Bei kleinen Wehren oder wenig Platz geht der Abend auch ohne Fahrzeug: Zeigt Fotos von Übungen oder Geräten, für die ihr die Bildrechte habt.
Abschluss und danach
Nennt am Ende die Kontaktperson und fasst drei bis vier konkrete Dinge zusammen, die ihr ändern wollt. Offene Punkte bekommen eine Zuständigkeit und einen Termin. Eine spontane Zusage ohne Zuständigkeit verärgert später.
Für Mitglieder im Einstieg passt der Abend zum ersten Monat. Wehrführungen finden Anregungen in den Führungstipps für Wehrführer und in der Übergabe von Aufgaben im Ehrenamt, damit die Organisation nicht an einer Person hängt.