Erster Dienst in der Jugendfeuerwehr: Schnupperabend planen
Wer zum ersten Mal ins Feuerwehrhaus kommt, kennt oft niemanden, weiß nicht, was passiert, und hat kein Technikwissen. Ein guter Schnupperabend nimmt diese Unsicherheit weg: Die Gäste werden persönlich begrüßt, probieren eine Aufgabe aus, die sie ohne Vorwissen lösen können, und gehen ohne Aufnahmedruck wieder nach Hause. Unten steht ein Ablauf für 75 Minuten mit drei Stationen, die ohne Vorwissen funktionieren.
Vorher klären
Sprecht mit Träger und Wehrführung:
- Alter: Das Eintrittsalter liegt nach der DJF bei etwa 8 bis 10 Jahren, die Altersgrenzen unterscheiden sich je nach Bundesland und Wehr. Sagt in der Einladung, ab welchem Alter ihr aufnehmt (DJF: Komm zur Jugendfeuerwehr).
- Versicherung: Ob Gäste beim Schnuppern unfallversichert sind, klärt ihr vorher beim Träger oder der Unfallkasse. Hintergründe: Unfallversicherung in der Feuerwehr.
- Einverständnis der Eltern und eine Kontaktnummer für den Abend.
- Raum, Betreuung und Kleidung: Was braucht ihr, und wie viele Gäste können gleichzeitig betreut werden?
Grundsätzliche Fragen der Eltern beantwortet der Artikel Was ist eine Jugendfeuerwehr?. Hier geht es um den Abend selbst.
Einladung
Nennt Datum, Beginn, Ende, Treffpunkt, Kontaktperson und Alter. Sagt, was die Gäste anziehen sollen (feste Schuhe, bequeme Kleidung, keine Uniform nötig) und wie sie sich anmelden.
„Beim Kennenlernabend probierst du mit uns Gerätekarten, eine Ortsaufgabe und ein gemeinsames Poster aus. Feuerwehrwissen brauchst du nicht. Bitte melde dich vorher bei [Name, Nummer] an, damit wir den Abend für dich vorbereiten."
Kommen viele Interessierte, bietet zwei Termine an oder bildet kleine Gruppen. Lieber zwei ruhige Abende als einen überfüllten.
Material und Betreuung
Ihr braucht Namensschilder, Stifte, Bilder von Geräten, einen einfachen Plan des Hofs, ein großes Papier für das Gruppenposter und die Lösungen zu den Aufgaben. Verteilt vorab Begrüßung, Stationen und Familienkontakt auf das Team. Eine Person behält den ganzen Raum im Blick und beantwortet Fragen außerhalb der Stationen.
Erfahrene Jugendliche können Gäste begleiten, aber nicht beaufsichtigen. Gebt ihnen einen klaren Auftrag: „Zeig deinem Gast, wo die Karten liegen, und probiert die Aufgabe gemeinsam. Wenn etwas unklar ist, fragt die Betreuerin."
Ablauf für 75 Minuten
| Zeit | Abschnitt | Inhalt |
|---|---|---|
| 0–10 min | Ankommen | Persönlich begrüßen, Anwesenheit und Übergabe klären |
| 10–20 min | Kennenlernen | Namen, Interessen, Ansprechpartner |
| 20–35 min | Gerätekarten | Bild und Aufgabe zuordnen |
| 35–45 min | Pause | Trinken, Fragen stellen |
| 45–60 min | Ortsaufgabe | Einen Punkt auf dem Plan finden |
| 60–70 min | Poster | Wunschthema oder Gruppenregel zeichnen |
| 70–75 min | Abschluss | Rückmeldung, Übergabe an die Eltern |
Sind es mehr Gäste, als ihr gut betreuen könnt, streicht eine Station, statt das Tempo zu erhöhen.
Station 1: Geräte zuordnen
Legt drei Bilder oder ungefährliche Gegenstände hin: Warnkegel, Verteiler und Strahlrohr. Daneben liegen drei Karten: „markiert einen Bereich sichtbar", „verteilt Wasser auf mehrere Abgänge", „gibt Wasser am Schlauchende ab". Die Gäste ordnen zu und sagen, woran sie das erkennen. Die Betreuerin löst auf.
Niemand muss die Fachwörter kennen. Der Gast beschreibt, der erfahrene Jugendliche nennt den Namen, dann wechseln beide. Eine Grenze gilt für alle: Ein Gerät erkennen heißt nicht, es bedienen zu dürfen. Weitere Aufgaben bietet die Technikquiz-Stunde.
Station 2: Treffpunkt auf der Skizze
Der Plan zeigt Eingang, Sammelplatz und zwei weitere Merkmale. Die Betreuerin dreht den Plan passend zum Raum. Der Gast markiert, wo er angekommen ist, und beschreibt den Weg zum Sammelplatz. Draußen geht die Gruppe nur gemeinsam in einem hellen, freigegebenen Bereich. Bei Regen oder Dunkelheit arbeitet ihr mit Fotos drinnen. Weitere Schritte beschreibt der Artikel zur Kartenkunde.
Station 3: Gruppenposter
Jeder schreibt oder zeichnet ein Thema auf, das ihn interessiert: Fahrzeuge, Erste Hilfe, Zeltlager, Wettbewerbe. Bestehende Mitglieder zeigen, was die Gruppe schon gemacht hat. Die Betreuerin sagt, was möglich ist und was mehr Planung braucht. Niemand muss vor allen sprechen. Eine Karte oder ein Gespräch zu zweit genügt.
Sicherheit und Alarm
Zeigt Ausgänge, Sammelplatz und Ansprechpartner. Erklärt vor dem Start, was bei einer Alarmierung passiert: Die Gäste bleiben beim Betreuer, bis die Eltern kommen, niemand läuft zu den ausrückenden Fahrzeugen. Die DGUV Information 205-008 „Sicherheit im Feuerwehrhaus" beschreibt Anforderungen für den Betrieb des Gebäudes. Stimmt Wege und Bereiche mit dem Verantwortlichen vor Ort ab.
Der Abend braucht weder laufende Motoren noch Wasser, Rauch oder Dunkelheit. Interesse weckt ihr auch ohne Risiko.
Gespräch mit der Familie
Fragt zuerst das Kind: „Was hat dir am besten gefallen?" Danach können die Eltern Fragen zu Terminen, Kleidung, Kosten und Aufnahme stellen. Gebt alles schriftlich mit, damit nichts im Gespräch untergeht. Gesundheitliche Hinweise oder Unterstützungsbedarf besprecht ihr unter vier Augen, nicht vor der Gruppe. Fotos nur mit getrennter, freiwilliger Einwilligung, siehe Datenschutz in der Jugendfeuerwehr.
Wenn es nicht sofort passt
Manche brauchen einen zweiten Besuch oder eine ruhigere Gruppe. Fragt nach der konkreten Hürde. Ein „Nein" zur Aufnahme ist kein Grund zu drängen. Kann eure Betreuung einen Bedarf nicht abdecken, sagt das sachlich und sucht mit der Familie eine Lösung. Das Gesprächsraster im Artikel zu Inklusion in der Jugendfeuerwehr hilft dabei.
Nachbereitung im Team
Notiert, ob jeder Gast eine eigene Aufgabe hatte, wer Fragen beantwortet hat und ob Übergabe und Abschluss geklappt haben. Streicht, was zu lang war, und tragt nur das Nötige ein.
Checkliste
- Alter, Versicherung und Einverständnis geklärt.
- Einladung mit Zeiten, Treffpunkt, Kleidung, Kontakt.
- Betreuung und persönliche Begrüßung eingeplant.
- Stationen ohne Vorwissen lösbar.
- Alarmfall und Übergabe erklärt.
- Informationen zum nächsten Schritt ohne Aufnahmezwang mitgegeben.