Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr planen
Bevor ihr Programm, Werbung und Verpflegung plant, klärt drei Dinge: wer die Veranstaltung leitet, wo Besucher sicher gehen dürfen und was bei einem Alarm passiert. Wenige Stationen mit fester Betreuung bringen den Gästen mehr als viele ohne klare Zuständigkeit. Dieser Artikel führt von der Zielsetzung über Rollen, Versicherung und Zeitplan bis zur Nachbereitung.
Der Ablauf unten ist ein Planungsbeispiel für einen Nachmittag. Klärt Genehmigung, Versicherung, Brandschutz, Lebensmittelhygiene und Verkehrsregelung mit Ordnungsamt und Träger. Bei Alkoholausschank gilt das Jugendschutzgesetz, bei Musik fällt meist eine Gebühr an die GEMA an. Wie ihr neue Mitglieder ansprecht, steht in Nachwuchsgewinnung Feuerwehr.
Ziel und Umfang festlegen
Entscheidet, was Gäste nach dem Besuch mitnehmen sollen: die Aufgaben der Feuerwehr verstehen, eine konkrete Sicherheitsfrage beantworten oder einen Kontakt zum freiwilligen Dienst finden. Diese Ziele dürfen nebeneinander stehen, sollten aber erkennbar sein.
Beispiel: Ein öffentlicher Nachmittag von 13 bis 17 Uhr bietet Fahrzeugerklärung, einen Informationspunkt zum Notruf und einen ruhigen Gesprächsbereich zum Ehrenamt. Es gibt keine Rauchsimulation, niemand hält sich unter angehobenen Lasten auf, und Kinder spielen nicht mit Druckschläuchen. Für Kinder eignen sich stattdessen eine Rallye wie in Gerätehaus-Rallye für die Kinderfeuerwehr, ein Maltisch oder das Anprobieren eines Kinderhelms.
Schätzt die gleichzeitig erwartete Besucherzahl und prüft, welche Bereiche dafür geeignet sind. Eine Veranstaltung im Feuerwehrhaus ist kein normaler Dienstabend: Gäste kennen weder Verkehrswege noch Arbeitsabläufe.
Betrieb und Besucher räumlich trennen
Zeichnet einen einfachen Lageplan mit Eingang, Ausgang, Toiletten, Erste-Hilfe-Punkt, gesperrten Bereichen, Fahrzeugflächen und Ausrückweg. Besucher dürfen nicht zwischen ausrückende Fahrzeuge und ankommende Einsatzkräfte geraten.
Legt vorab fest, was bei einer Alarmierung passiert. Wer unterbricht das Programm, hält den Weg frei und informiert die Gäste? Welche Fahrzeuge müssen verfügbar bleiben? Eine Absperrung muss verständlich sein und auch bei Andrang funktionieren.
Prüft Stolperstellen, Kabel, rutschige Flächen und Wege für Rollstuhl oder Kinderwagen. Eine Fahrzeugbesichtigung braucht einen geeigneten sicheren Zugang und Betreuung. Türen, Klappen und bewegliche Teile werden nicht beliebig von Gästen bedient.
Helferrollen und Versicherung unterscheiden
Rollen: Veranstaltungsleitung, Sicherheitskoordination, Einlass, Stationsbetreuung, Verpflegung, Erste Hilfe, Öffentlichkeitsarbeit und Abbau. Jede Rolle bekommt eine zuständige Person und eine Vertretung. Dieselbe Person kann nicht gleichzeitig Besucher am Fahrzeug betreuen und den Eingang überwachen.
Das Portal Sichere Feuerwehr erklärt am Beispiel Nordrhein-Westfalen, wer beim Tag der offenen Tür versichert ist: mitwirkende Feuerwehrangehörige und beauftragte Dritte ja, Besucher nicht allein durch ihren Besuch bei der Unfallkasse NRW. Prüft euren konkreten Veranstalter, Helferkreis und Haftpflichtschutz mit Träger und zuständigem Versicherer. Mehr dazu: Unfallversicherung Feuerwehr.
Programm mit drei übersichtlichen Angeboten
| Angebot | Inhalt | Benötigtes Material | Betreuung |
|---|---|---|---|
| Fahrzeug verstehen | Aufgaben ausgewählter Geräte erklären | Stillstehendes Fahrzeug, sichere Markierung | Eingewiesene Fahrzeugbetreuung |
| Hilfe rufen | Ort beschreiben und Rückfragen verstehen | Bildkarten, Spieltelefon ohne Netzverbindung | Fachlich geeignete Erklärung |
| Feuerwehr im Alltag | Ausbildung, Termine, Ehrenamt besprechen | Kurzes Infoblatt, Kontaktkarte | Fester Ansprechpartner |
Die Notrufstation kann mit dem 112-Ratgeber vorbereitet werden. An dieser Station liegt kein echtes Telefon, damit niemand versehentlich die 112 wählt. Kinder dürfen zuhören und ungefährliche Materialien ansehen; aus einem Besuch wird keine Einsatzübung.
Bei jeder Station gehören Warteplatz, klare Begrenzung und eine kurze Erklärung dazu. Ein Angebot muss auch beendet werden können, wenn die betreuende Person ausfällt.
Zeitplan vom Aufbau bis zum Abschluss
Beispiel für einen Nachmittag:
- 10:00 Uhr: Aufbau, Wege und Anschlüsse prüfen.
- 11:30 Uhr: Gemeinsame Begehung mit Verantwortlichen; Mängel vor Öffnung beheben.
- 12:30 Uhr: Helferbesprechung mit Alarm-, Wetter- und Erste-Hilfe-Ablauf.
- 13:00 Uhr: Öffnung; kurze Orientierung am Eingang.
- 14:00 und 15:30 Uhr: Je eine angekündigte Fahrzeugerklärung statt ununterbrochener Vorführung.
- 16:30 Uhr: Letzte Gespräche und Information über Folgetermine.
- 17:00 Uhr: Ende, Gäste geordnet verabschieden.
- Anschließend: Abbau, Gerätekontrolle und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft.
Dieser Plan muss an lokale Kräfte und Ausstattung angepasst werden. Schichten und Pausen sind genauso einzuplanen wie das sichtbare Programm.
Wetteralternative und Abbruchkriterien
Legt vor der Veranstaltung fest, wer bei Gewitter, starkem Wind, Hitze oder anderen Gefahren entscheidet. Ein Gebäude ist nur dann eine geeignete Alternative, wenn die Besucherzahl, Fluchtwege und Nutzung dafür passen. Ein Zelt wird nicht ohne Prüfung zum sicheren Ersatzraum.
Bei schlechtem Wetter: Bei unsicherer Wetterlage entfallen Außenangebote. Kleine Informationsrunden finden nur in dafür freigegebenen Innenräumen statt. Wenn Betrieb oder Sicherheit nicht gewährleistet sind, wird abgesagt. Veröffentlicht Änderungen auf den vorher angekündigten Kanälen.
Werbung, Fotos und freiwillige Kontakte
Die Einladung nennt Ort, Zeit, Zugang, Programm, mögliche Barrieren und Kontakt. Vermeidet Versprechen wie „jede Person kann alles ausprobieren“. Der Leitfaden zu Feuerwehrmeldungen hilft beim Text.
Fotos brauchen eine geklärte Grundlage; bei Minderjährigen sind Persönlichkeitsrechte besonders sorgfältig zu behandeln. Ein allgemeines Schild am Eingang ersetzt keine Prüfung jedes Veröffentlichungszwecks. Interessentenlisten sollten freiwillig, zweckgebunden und auf erforderliche Kontaktdaten begrenzt sein.
Nachbereitung mit konkreten Fragen
Notiert, welche Station gut verständlich war, wo Warteschlangen oder Sicherheitsprobleme entstanden und ob die Personalplanung funktionierte. Kontaktiert Interessierte nur im vereinbarten Umfang. Messt den Erfolg nicht nur an neuen Mitgliedern: Ein Fest kann gut informieren, ohne dass gleich viele eintreten.
Bewahrt relevante Veranstaltungsunterlagen geordnet auf und besprecht Mängel vor dem nächsten Termin. Eine wiederverwendbare Rollenliste und ein korrigierter Lageplan sind oft wertvoller als eine reine Fotogalerie.
Häufige Fragen
Brauchen wir eine Schauübung?
Nicht zwingend. Verständliche Erklärungen und persönliche Gespräche können ein vollständiges Programm bilden. Jede Vorführung benötigt eigene Sicherheitsplanung.
Sind Gäste automatisch versichert?
Nein, das darf nicht pauschal zugesagt werden. Veranstalter, Tätigkeit und zuständiger Versicherer müssen konkret geklärt sein.
Was ist die wichtigste Vorbereitung?
Sichere Besucherführung, Personalzuständigkeit und ein funktionierender Plan bei Alarmierung. Erst darauf baut das Programm auf.